Ludwigshafen Nicht einfach nur abhängen

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«Mutterstadt.» Der erste Weg im American Fitness führt nicht auf die Trainingsfläche, sondern an einen Tisch. Bevor es losgehen kann, setzt Trainer Enzo Testa zu einer intensiven Befragung an. Habe ich körperliche Einschränkungen, alte Muskelverletzungen oder nehme ich Medikamente? Medikamente? „Wenn wir zum Beispiel Ibuprofen nehmen und eine Übung uns Schmerzen bereiten würde, merken wir es nicht“, erklärt der 23-Jährige. Generell könne aber jeder TRX machen, denn dabei wird nur das eigene Körpergewicht eingesetzt. „Das heißt, wir können die Intensität selbst bestimmen.“ Das klingt beruhigend, denn wenn ich mir die langen Gurte und Enzos Muskeln ansehe, ahne ich, dass manche Übung eine Herausforderung wird. Nach dem Aufwärmen beginnen wir langsam – behauptet Enzo. Los geht’s mit den Reverse Flys. Die ersten Wiederholungen gelingen auch tatsächlich noch ganz gut. Trotzdem hat der Trainer etwas zu verbessern: Die Handgelenke sollten nicht abknicken, während man in leichter Rücken-Schräglage die Arme mit den Händen an den Griffen seitlich nach außen streckt. Schade eigentlich, denn so war die Bewegung leichter – aber eben ungesund fürs Gelenk. Dann folgt die gleiche Übung, aber deutlich langsamer. Die Rückseite meiner Oberarme fängt an zu brennen. Und ich verstehe sofort, was Enzo meint, wenn er sagt: „Allein dadurch, dass wir das Tempo ändern, wird es eine andere Übung.“ Schon jetzt merke ich, dass das Training den ganzen Körper fordert. Denn während die Arme versuchen, das Wackeln der Seile auszugleichen, haben auch die Rumpf- und Po-Muskulatur ordentlich zu tun. Und dann hänge ich schräg im Seil. Es folgen Kniebeugen, ebenfalls in Schräglage. „Aber so ist es ja zu einfach“, sagt der Trainer. „Ach, wirklich?“, denke ich, füge mich aber und mache einbeinige Kniebeugen, während das andere Bein nach vorn ausgestreckt ist. Dass ich bald nur noch wieder nach oben komme, wenn ich kurz den Fuß aufsetze, findet der Trainer zum Glück nicht so schlimm. Er sagt etwas über Negativbewegungen, während ich versuche, irgendwie die zehn Wiederholungen zu überstehen. Verstanden habe ich es aber nicht. Knifflig wird’s bei den Liegestützen – halb stehend mit Schräglage. Für Enzo die ultimative Übung, denn nahezu alle Muskeln würden dabei beansprucht: Bauch, Brust, Trizeps, Bizeps und Latissimus. All diese Partien helfen mit, die Seile ruhig zu halten. So die Theorie. Bei mir fangen sie immer mehr an zu flattern. „Ist eigentlich schon einmal jemand nach vorn herausgefallen“, frage ich leicht beunruhigt. Aber der 23-Jährige grinst nur und verneint. Nach weiteren Übungen, die mich mal mehr, mal weniger (über-)fordern, wird die Muskulatur zum Abschluss gedehnt. Natürlich ebenfalls mit dem Schlingentrainer. Eindeutig der entspannte Teil des Probetermins. Enzo erzählt, dass TRX von einem Navy Seal erfunden wurde und sehr gelenkschonend sei, weil man mit dem eigenen Körpergewicht arbeite. Leider sei TRX aber noch nicht so bekannt. „Viele Leute können sich einfach nichts darunter vorstellen“, sagt der Fitnesstrainer. Die Kurse seien noch nicht so gut besucht. Zum Abschluss zeigt er dann noch, was mit regelmäßigem TRX-Training so alles möglich ist. Einarmige Liegestütze etwa, während der zweite Arm mit der Schlaufe zur Seite geht. Oder seitliche Crunches. Dabei werden die Bauchmuskeln zusammengezogen, während die Füße in den Schlingen baumeln. Es gibt mehr als 300 Übungen mit den Schlaufen und Gurten, mit zusätzlichen Geräten wie einer Kettlebell sogar noch mehr. Ich bin derweil zufrieden, das Basic-Programm geschafft zu haben. Auch zwei Tage später erinnert mich der Muskelkater im ganzen Körper daran, dass TRX wirklich alle Muskelgruppen trainiert. Noch Fragen? Das Fitnessstudio American Fitness, Theodor-Heuss-Straße 2, in Mutterstadt bietet dienstags, 19 Uhr, und mittwochs, 10 Uhr, ein TRX-Training á 45 Minuten an. Teilnehmen können Mitglieder und Inhaber von Monatsgutscheinen. Näheres unter www.american-fitness.org/mutterstadt-2 oder unter Telefon 06234/929492.

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