Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Neues System an Eingängen zum Luisenpark

Im Herzogenriedpark (Bild) geht es los, der Luisenpark folgt: Nach und nach werden Ticketautomaten aufgestellt.
Im Herzogenriedpark (Bild) geht es los, der Luisenpark folgt: Nach und nach werden Ticketautomaten aufgestellt.

In Mannheim sitzt das Geld nicht mehr so locker. Das bekommen auch Luisen- und Herzogenriedpark zu spüren. An den Eingängen will der Betreiber mit weniger Personal auskommen.

Die Betreiber von Luisen- und Herzogenriedpark müssen sparen und setzen daher künftig auf automatisierte Eingänge.

Das Aufstellen der insgesamt fünf Automaten beginnt in der kleineren der beiden Mannheimer Grünanlagen. Hier steht künftig ein Ticket-Automat an der Jakob-Trumpfheller-Straße. Im Luisenpark soll es am Haupteingang zwei Automaten sowie am Zugang Fernmeldeturm zukünftig einen weiteren geben. Außerdem wird am oberen Gondoletta-Anleger (Festhalle Baumhain) die entsprechende Technik eingerichtet, mit deren Hilfe Besucher ihr Gondoletta-Ticket kaufen können.

Alle Automaten wurden nach Angaben der Stadtpark-Gesellschaft aufgestellt und im Laufe der vergangenen Woche in Betrieb genommen. Das Lösen der Eintrittskarten soll – ähnlich wie bei Parkschein- oder Fahrkartenautomaten – ganz einfach und selbsterklärend erfolgen. Bezahlt werden kann nur bargeldlos mit EC-Karte oder allen anderen gängigen Kreditkartensystemen, wie es weiter heißt. „Eine personenbesetzte Kasse wird es ab dann nur noch am Haupteingang des Luisenparks zu bestimmten Zeiten beziehungsweise für den Verkauf von Jahreskarten und Sondertickets geben. Am Zugang Lanzvilla wird es keinen Ticketautomaten geben“, so die Mitteilung.

Sparen, sparen, sparen

Die Entscheidung, die Zugänge der Mannheimer Parks weitgehend automatisiert zu regeln, traf die Geschäftsleitung der Stadtparkgesellschaft, aus finanziellen Gründen. Als hundertprozentige städtische Tochtergesellschaft muss auch bei den Grünanlagen gespart werden. Denn die Finanzlage in Mannheim ist angespannt. „Wir haben versucht, die nötigen Einsparungen an solchen Stellen vorzunehmen, die unserer Meinung nach für die Besucher am wenigsten spürbar sind“, erklärt Michael Schnellbach, Geschäftsführer der Stadtpark Gesellschaft. Man will also mit weniger Personal auskommen. „An Tagen von Großveranstaltungen werden weiterhin Kassen vor Ort besetzt sein, damit ein reibungsloser Einlass bei starkem Andrang sichergestellt ist“, so der Geschäftsführer, der gleichzeitig auf die Möglichkeit von Online-Tickets verweist.

Für den Luisenpark ist zuletzt viel Geld ausgegeben worden. Der Betreiber, eine städtische Tochter, muss sparen.
Für den Luisenpark ist zuletzt viel Geld ausgegeben worden. Der Betreiber, eine städtische Tochter, muss sparen.

Schnellbach ist gezwungen mit Zahlen zu jonglieren, die ihm nicht gefallen können. Unterwasserwelt, neues Café Gondoletta, Großvoliere und das zum Südamerikahaus erweiterte frühere Schmetterlingshaus im Pflanzenschauhaus – ursprünglich sind für das Projekt „Neue Mitte“ 35 Millionen Euro kalkuliert worden, wie er einmal bei einem Rundgang durch den Luisenpark erklärte. Bei über 60 Millionen sei man gelandet. Corona, Lieferschwierigkeiten und so weiter – die Gründe für gestiegene Kosten sind bei vielen Bauprojekten immer dieselben. Nicht nur in Mannheim.

Millionen-Zuschüsse zu wenig

Der Luisenpark sei wie jede Grünanlage dieser Art ein Zuschussbetrieb, sagte Schnellbach damals auch. Die Parkgesellschaft steht bei der Stadt und bei Banken in der Kreide. Von 45 Millionen Euro war im vergangenen Sommer die Rede. In den vergangenen Jahren haben die Zuschüsse aus dem Rathaus in Millionenhöhe nicht gereicht. Die Stadt musste immer wieder Defizite in Millionenhöhe ausgleichen.

x