Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Nationaltheater Mannheim: Traumrolle im tollen Team

In der Kurpfalz angekommen: Yaara Attias.
In der Kurpfalz angekommen: Yaara Attias.

Die Sopranistin Yaara Attias ist in ihrer ersten Saison im Ensemble des Nationaltheaters Mannheim bereits an sechs Produktionen beteiligt.

Wie die Sängerin in die Kurpfalz gekommen ist und was sie antreibt. Der Weg zur professionellen Sängerin war Yaara Attias nicht vorgezeichnet. „Niemand in meiner Familie ist Musiker“, sagt die junge Frau, die aus Vorderasien stammt. „Aber alle lieben die Musik“, ergänzt sie. In ihrem Elternhaus lief fast immer ein Radio oder eine CD. Und die kleine Yaara sang leidenschaftlich gerne das nach, was sie hörte. „Besonders gerne mag ich Songs von den Beatles und von Queen.“

Im Alter von 14 Jahren hat Yaara Attias zum ersten Mal Gesangsunterricht erhalten. Bald darauf folgten Auftritte bei Schulveranstaltungen. Da habe sie gemerkt: „Ich gehöre auf die Bühne“. Den Wunsch, Sängerin zu werden, habe sie schon davor gehabt. Einfach, weil ihr das Singen schon immer große Freude bereitet.

Liebe zur klassischen Musik

„Meine erste Gesangslehrerin hat mir alsbald den Band ,Arie antiche’ gezeigt. Das war ein Augenöffner für mich“, erinnert sich die Sopranistin. Alessandro Parisottis Sammlung von Solopartien für Sängerinnen und Sänger aus dem Italien des 17. und 18. Jahrhunderts habe die Jugendliche sogleich fasziniert. So habe ihre Liebe zur klassischen Musik ihren Anfang genommen. „Und diese Liebe wächst bis heute“, sagt sie.

Mit 17 Jahren wurde Yaara Attias dann Schülerin von Professorin Sharon Rostorf Zamir, die an der Buchmann-Mehta School of Music in Tel Aviv unterrichtet. Nach ihrem High-School-Abschluss mit 19 Jahren begann die Sängerin ein Studium an dieser Musikhochschule – und behielt Zamir als Lehrerin, wie sie erklärt. Die Ausbildung an der renommierten Einrichtung umfasst neben Gesang auch Musiktheorie und -geschichte sowie Schauspiel. Ihr Studium in „Musical Performance“ schloss Attias mit dem Bachelor-Grad ab.

Debüt in der Titelrolle

„Ich habe mich gegen Ende meines Studiums bei verschiedenen Häusern beworben“, erzählt die Sopranistin aus Israel. Eine ihrer Bewerbungen ging beim Nationaltheater Mannheim (NTM) ein – mit Erfolg: „Ab der Spielzeit 2023/24 war ich beim Internationalen Opernstudio des Nationaltheaters engagiert“, sagt Yaara Attias. Vom „tollen Team“ am NTM schwärmt sie: „Alle sind so professionell und kooperativ. Das gemeinsame Ziel ist es, dem Publikum das bestmögliche Erlebnis zu bieten.“

Zwei Spielzeiten hat Yaara Attias unter anderem am Studio Werkhaus gewirkt, seit der aktuellen Saison 2025/26 gehört sie dem Ensemble des Nationaltheaters an. Mit der Produktion „Alice im Wunderland“ von Pierangelo Valtinoni feierte sie am 14. November in der Ausweichspielstätte Opal ein glänzendes Debüt in ihrer ersten Titelrolle auf großer Bühne.

Hervorragende Zusammenarbeit

Yaara Attias zeigt sich ihrerseits beeindruckt von „Alice“-Regisseurin Mélanie Huber. Die Schweizerin habe sich in den Proben als schnell und sehr genau arbeitend erwiesen – und sei dabei immer freundlich im Umgang mit den Mitwirkenden. Bei der „Familienoper“ nach einem Buch von Lewis Carroll (1832-1898) kommen zu den Bühnendarstellern und dem Orchester unter der Leitung von Janis Liepinš noch der Damen- und der Kinderchor des NTM hinzu; plus die Akteure hinter der Bühne. Entsprechend wichtig sei die Zusammenarbeit – und die sei in Mannheim hervorragend, betont Attias.

Neben „Alice im Wunderland“, von der es im Dezember und bis Anfang Februar noch etliche Aufführungen geben wird, ist die Sopranistin an fünf weiteren Produktionen beteiligt: „Così fan tutte“, „Die Zauberflöte“, „L’orfeo“, „Die Csárdásfürstin“ und „Parsifal“. Wobei die Pamina in Mozarts „Zauberflöte“ eine Traumrolle für Attias ist, wie sie hervorhebt. Die Aufführungen sind für Mitte Juni bis Ende Juli 2026 in der Opal geplant.

Knapp bemessene Freizeit

„Ich bin glücklich und dankbar, dass ich die Pamina geben darf“, sagt die Sängerin. Bei den beiden weiteren großen Opernpartien, von denen sie träumt, gebe es keinen Grund zur Eile, im Gegenteil. Es sei es wichtig, dass ihre Stimme die Zeit bekomme, die es brauche, bis sie reif dafür sei. Auf diesem Weg werde sie außer von Mentoren am NTM auch weiterhin von Sharon Rostorf Zamir, ihrer Professorin aus Tel Aviv, begleitet.

Und was macht Yaara Attias in ihrer knapp bemessenen Freizeit? „Ich treffe mich mit Freunden, gehe spazieren, reise zweimal im Jahr nach Hause und schaue gerne Netflix“, sagt sie.

Termine

„Die Csárdásfürstin“ im Opal des Mannheimer Nationaltheaters am Mittwoch, 31. Dezember, 19 Uhr, mit Silvesterparty. Weitere Termine: 1./4./18. Januar, 19./ 24./26. April, 10./25. Mai.

Die Komtesse Anastasia (vorne in der Mitte Yaara Attias) in der Operette „Die Csárdásfürstin“ am Nationaltheater.
Die Komtesse Anastasia (vorne in der Mitte Yaara Attias) in der Operette »Die Csárdásfürstin« am Nationaltheater.
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