Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Nachwuchstalent Jette Dürk aus Neustadt strebt Sportkarriere an

Jette Dürk beim Deutschland-Cup in Hannover.
Jette Dürk beim Deutschland-Cup in Hannover.

Vor einem Jahr verließ Jette Dürk den TV Kirrweiler und schloss sich der weiblichen B-Jugend des Handball-Bundesligisten HSG Bensheim-Auerbach an. Beim Deutschland-Cup der Auswahlmannschaften erhält sie eine besonder Auszeichnung.

Am Ende standen ihre Mitspielerinnen Spalier. Das hatte einen Grund: Jette Dürk, das vielversprechende Handball-Nachwuchstalent, hatte das Bundestrainer-Team beim Deutschland-Cup in Hannover überzeugt. Deshalb wurde die Schülerin der neunten Klasse des Leibniz-Gymnasiums in Neustadt als beste Spielerin auf der Linksaußen-Position des Jahrgangs 2009 ins Allstar-Team berufen. Mit dem Team Rheinland-Pfalz erreichte Dürk den siebten Platz. Zugleich war sie mit 14 Toren die erfolgreichste Werferin ihrer Auswahl. Besonders brillierte sie auch von der Siebenmeterlinie. So hatten ihre Mitspielerinnen als auch das Trainerteam ihr auf dem Weg zur Ehrung eine Gasse gebildet. Der Lohn: Ein Nationaltrikot und ein Erinnerungsfoto der Besten des Turniers mit den Bundestrainern.

Diese Auszeichnung darf Dürk auch als Türöffner für eine Einladung zum nächsten Lehrgang der U16/17-Nationalmannschaft verstehen. „Dass ich ins Allstar-Team berufen wurde, hat mich schon überrascht. Mit solch einer Ehrung kann man nicht rechnen, denn schließlich waren die Besten aus ihren Landesverbänden bei diesem Turnier anwesend“, erzählt Dürk.

Wechsel nach Südhessen

Die 15 Jahre alte Schülerin aus Neustadt-Diedesfeld überzeugte im Trikot von Rheinland-Pfalz, auch wenn sie für einen südhessischen Verein aufläuft. Dürk trägt seit Sommer das Trikot der HSG Bensheim-Auerbach und spielt dort in der neu gegründeten B-Jugend-Bundesliga. Das sei auch ihre Motivation für den Wechsel vom TV Kirrweiler gewesen, wo sie seit der E-Jugend am Ball war. „Es war eine tolle Zeit in Kirrweiler, deshalb ist mir der Abschied sehr schwergefallen. Trotzdem glaube ich, dass es zum damaligen Zeitpunkt die richtige Entscheidung war, um sich sportlich weiterzuentwickeln“, erzählt Dürk. „Das Training ist schon auf einem höheren Niveau, aber auch die Spiele in der Bundesliga“.

In den bisherigen zehn Spielen in der höchsten Spielklasse warf die sprunggewaltige und pfeilschnelle Rechtshänderin 39 Tore. Allerdings schaffte sie es nicht, mit ihrem Team einen der ersten beiden Plätze zu erreichen, um in die Meisterrunde einzuziehen. Stattdessen geht es in der Pokalrunde weiter, was auch zur Folge hat, dass sich ihre Mannschaft in der kommenden Saison erneut für die Bundesliga qualifizieren muss. Die höchste deutsche Spielklasse bleibt das Ziel der talentierten Nachwuchsspielerin, die einst bei Heike Nickel ihre Anfänge gemacht hat.

Ziel ist ein DHB-Lehrgang

Dabei dürfte Dürk künftig im Verein zweigleisig zum Einsatz kommen. Aktuell trainiert sie schon einmal wöchentlich mit der A-Jugend der Flames und nimmt auch am Stützpunkttraining des Deutschen Handball-Bunds teil. „Ich würde mich freuen, wenn bald eine Einladung zu einem DHB-Lehrgang kommen würde“, sagt Dürk. Ihr Ziel ist klar: Auch sie träumt von einer Karriere im Profihandball. Den nächsten Schritt soll sie in der A-Jugend-Bundesliga machen. „Es ist schon geplant, dass ich in der kommenden Spielzeit auch in der A-Jugend zum Einsatz kommen soll“, erklärt Dürk, die nach eigenen Angaben den Spagat Schule und Leistungssport ohne Probleme meistert. „Manchmal bleibt für die Hausaufgaben und das Lernen am Nachmittag nicht mehr so viel Zeit, weshalb ich es dann im Auto mache“. Bis zu viermal wöchentlich sind ihre Eltern mit ihr in Richtung Bensheim unterwegs und fördern maßgeblich auch die Entwicklung ihrer Tochter. Dabei teilen sie sich die Fahrgemeinschaft mit den Eltern von Lara Hauenstein, die ebenfalls aus Diedesfeld stammende Auswahlspielerin, die mit ihr in der gleichen Mannschaft bei den Flames spielt.

Allerdings macht Dürk, die derzeit weiterhin bei ihren Eltern lebt, kein Geheimnis daraus, dass ein Wechsel ins Internat der Flames in Bensheim nicht ausgeschlossen ist. „Aber da ist das letzte Wort nicht gesprochen“. Stattdessen hofft sie vielmehr, nach der Berufung ins Allstar-Team bald eine Einladung zum DHB-Lehrgang zu bekommen. Und das Trikot, das sie in Hannover überreicht bekam, soll dann einen Ehrenplatz in ihrem Zimmer erhalten. Es ist für sie eine gute Motivation, weiterhin alles in ihre Sportkarriere zu investieren.

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