Ludwigshafen / Rhein-Pfalz-Kreis / Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Mysteriöses Flugobjekt am Himmel sorgt für ungläubiges Staunen

Keine optische Täuschung: riesengroßer Schraubendreher über dem Vögele-Werk im Ludwigshafener Stadtteil Rheingönheim.
Keine optische Täuschung: riesengroßer Schraubendreher über dem Vögele-Werk im Ludwigshafener Stadtteil Rheingönheim.

In den sozialen Medien geht die Post ab: „Habe es gestern schon gesehen. Was soll das sein?“ Eine Fotografin aus Mannheim kann erklären, was da über den Rhein nach LU flog.

War am Wochenende ein unbekanntes Flugobjekt über Ludwigshafen und Mannheim unterwegs? „Habe es gestern Abend schon gesehen. Was soll das sein?“ „Der ist in Rheingönheim am Rewe hochgegangen, ich war dabei.“ Das sind nur einige der Kommentare auf der Facebook-Seite „Ludwigshafen ist schön“, die das Phänomen am Himmel aufgegriffen haben. Ein Ufo ist es nicht gewesen, das in den sozialen Medien für viel Gesprächsstoff gesorgt hat. Die Rede ist von einem auffälligen Heißluftballon.

Wo ist denn da der Korb? So sieht der schwarz-grüne Heißluftballon aus der Nähe aus.
Wo ist denn da der Korb? So sieht der schwarz-grüne Heißluftballon aus der Nähe aus.

Für viele besonders kurios war es, dass von Weitem auf den ersten Blick kein Korb unter dem riesigen Ballon zu sehen war. Das Flugobjekt war in Form eines Schraubendrehers in der Luft. Der Hintergrund des Flugs: eine Marketingaktion der Wera Werkzeuge GmbH, einem Hersteller von Schraubwerkzeugen mit Hauptsitz in Wuppertal. Der Heißluftballon hat eine Höhe von 65 Metern. Der Korb befindet sich in der Mitte zwischen dem Griff des Schraubendrehers und der Klinge, die unterhalb des Korbs hängt. Ein Mann aus Ludwigshafen kommentierte die Aktion so: „Wenn irgendwo die richtig großen Schrauben locker sind, dann kann das Unternehmen offenkundig aus der Luft mit dem richtig großen Besteck anrücken.“

Zweimal über den Rhein

Die Mannheimer Fotografin Sibylle Maus begleitete die Aktion. „Gestartet wurde am Samstag kurz nach 19 Uhr und am Sonntag um 8 Uhr jeweils vom Flughafen Mannheim-Neuostheim“, erzählt sie. Am Samstagabend sei der Heißluftballon über Neckarau und dann über den Rhein nach Ludwigshafen geflogen. Gelandet sei er kurz hinter dem Werk von Vögele-Baumaschinen in Rheingönheim. Am Sonntag ging es über das Planetarium, die Augustaanlage und den Wasserturm, bevor es wieder in die Nachbarstadt ging. Am Sonntagmorgen sei der Ballon in Maudach bei der Firma Lipoid heruntergegangen, so Fotografin Maus. Die Fahrten dauerten jeweils gut eineinhalb Stunden. „Die Faszination des Ballonfahrens liegt unter anderem darin, dass man nie weiß, wohin der Wind einen tragen wird“, sagt sie.

Gleich geht es los: Der Heißluftballon kurz vor dem Start am City Airport in Mannheim.
Gleich geht es los: Der Heißluftballon kurz vor dem Start am City Airport in Mannheim.

Weitere Aktionen geplant

Betrieben wird der Ballon von der Firma Siebel Ballooning in Siegen. Er steigt vor allem bei Veranstaltungen in den Himmel auf. Wie Wera auf seiner Unternehmenshomepage mitteilt, das nächste Mal vom 28. bis 31. Mai beim Midlands Air Festival in Großbritannien. In Deutschland ist der Heißluftballon im Juli zum Beispiel bei einer Triathlon-Veranstaltung in Roth und bei der Metal-Kultveranstaltung in Wacken im Einsatz. „Der Ballon war sogar schon bei einem der weitweit größten Heißluftballon-Events in Nevada dabei. Aber nur einmal, eine Teilnahme dort ist sehr teuer“, so ein Wera-Sprecher. Ob der Absatz des Unternehmens nach der Aktion in den USA sprunghaft in die Höhe stieg, ist nicht bekannt.

Flug beziehungsweise Fahrt übers Wahrzeichen: Heißluftballon trifft Wasserturm.
Flug beziehungsweise Fahrt übers Wahrzeichen: Heißluftballon trifft Wasserturm.

In Ludwigshafen und Mannheim hat die Werbestrategie scheinbar funktioniert – wie der Blick in die sozialen Medien beweist. Noch ein Schmankerl gefällig? Hier ist es: „Ludwigshafen eskaliert komplett. Jetzt fliegen sogar die Schraubendreher weg, weil keiner mehr Lust auf Baustellen hat.“

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