Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Mundenheim: Ortsbeirat will Raser ausbremsen

In vielen Dörfern sorgen Raser für Ärger bei Anwohnern. Auch Menschen in Mundenheim leiden unter Verkehrssündern.
In vielen Dörfern sorgen Raser für Ärger bei Anwohnern. Auch Menschen in Mundenheim leiden unter Verkehrssündern.

Autos sollen künftig in Mundenheim in einigen Straßen langsamer fahren. Vier Anträge hat der Ortsbeirat dazu beschlossen. Aber die Verwaltung spielt bisher nicht mit.

Der Ortsbeirat Mundenheim und Ortsvorsteher Raymond Höptner (CDU) zeigen Verkehrssündern in dem südlichen Stadtteil die rote Karte. Für Falschparker wurde es gerade erst ungemütlich und teuer: Bei Schwerpunktkontrollen der Verkehrsüberwachung des Bereichs Öffentliche Ordnung der Stadtverwaltung am 5. September wurden – wie bereits berichtet – sieben Fahrzeuge abgeschleppt und 63 Verwarnungen ausgesprochen: Regelverstöße im ruhenden Verkehr würden ernst genommen und konsequent geahndet, betonte Ortsvorsteher Höptner. „Die Kontrollen sind ein wichtiges Signal: Verstöße im ruhenden Verkehr gehen zu Lasten aller – sie gefährden andere und verschärfen die ohnehin angespannte Parksituation in Mundenheim. Deshalb hoffe ich, dass solche Schwerpunktaktionen künftig regelmäßig stattfinden, insbesondere in den Bereichen Oberstraße und Mundenheimer Straße.“ Durch das konsequente Vorgehen der Stadtverwaltung werde nicht nur für mehr Sicherheit im Straßenverkehr gesorgt, sondern auch die Lebensqualität der Bürger in Mundenheim verbessert.

Das ist auch das Ziel von vier Anträgen zur Geschwindigkeitsreduzierung, die die CDU-Fraktion in der Sitzung des Ortsbeirats am Donnerstagabend gestellt hatte. Um es vorwegzunehmen: Alle Fraktionen begrüßten die Initiative der Christdemokraten und sahen in den jeweiligen Straßen Handlungsbedarf, weil viele Autofahrer dort zu schnell unterwegs sind. Daher wurden die Anträge auch mehrheitlich einstimmig, einer mit einer Enthaltung, beschlossen.

Sachbearbeiter brauchen mehr Zeit

Was jedoch fehlte, waren die Stellungnahmen der Verwaltung zu den Vorstößen. Die zuständigen Sachbearbeiter brauchen noch Zeit, um die Anliegen aus Mundenheim zu bearbeiten, und verweisen auf die nächste Sitzung des Gremiums. Dann sollen die Antworten vorliegen. Erst dann wird der Ortsbeirat erfahren, ob seine Pläne auch verwirklicht werden können.

Um welche Straßen geht es? Im ersten Antrag bezieht sich CDU-Sprecherin Wilhelma Metzler auf die Spielstraße Maximilianstraße von der Hausnummer 3 bis 24. Die CDU fordert hier bauliche Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung wie zum Beispiel Aufpflasterungen, Versätze, Mittelinseln mit Versätzen und Engstellen. Einige Ortsbeiräte schlugen zudem vor, die Spielstraße noch deutlicher als solche durch Schilder und Piktogramme zu kennzeichnen. Denn viele Autofahrer nutzen diese Trasse als Umgehungsstraße und halten sich nicht an die geltenden Regelungen in einer Spielstraße. Besonders kritisch werde es, wenn Kinder das Gemeindehaus der Christuskirche in unmittelbarer Nähe verlassen. Hier bestehe eine erhebliche Gefährdung. Geschwindigkeitskontrollen zeigten bisher keine nachhaltige Wirkung.

Zwei schwere Unfälle

Auch für die Christian-Weiß-und Ludwig-Reichling-Straße fordert die CDU bauliche Maßnahmen zur Drosselung des Tempos. Hier schlagen die Christdemokraten ebenfalls Aufpflasterungen, Versätze, Mittelinseln mit Versätzen und Engstellen vor. Denn innerhalb weniger Monate hätten sich in der Kurve Christian-Weiß-/Ludwig-Reichling-Straße zwei schwere Unfälle ereignet, vermutlich verursacht durch illegale Autorennen. Dabei sei es zu erheblichen Schäden am Kleingartenbauverein „Große Blies“ gekommen. „Glücklicherweise befanden sich zu diesem Zeitpunkt keine Personen im Garten – das Ausmaß hätte deutlich schlimmer sein können“, meinte Sprecherin Metzler.

Als dritte Gefahrenstelle bringt die CDU die Oberstraße vom großen bis zum kleinen Kreuz sowie die Verlängerung der Straßenführung über die Maudacherstraße bis zur Bahnunterführung ins Gespräch. Die Strecke werde insbesondere am Abend und in der Nacht laut Anwohnern zum Rasen genutzt. Die Mittelinsel auf dem Teilstück Maudacherstraße reiche nicht aus für eine anhaltende Geschwindigkeitsreduzierung.

Mehr Schutz für Familien

Schließlich geht es einmal mehr um zu viele Raser in der Wollstraße in Höhe der Großen Blies. Für diesen Bereich fordert die CDU zusätzliche Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduzierung. Der Grund: Die bisherigen baulichen Maßnahmen haben den Anwohnern zufolge keine ausreichende Wirkung gezeigt. Der zunehmende Verkehr sowie das häufige Überschreiten des aktuellen Tempolimits führten immer noch zu Lärmbelastung und Gefahren für Anwohner. Das familienreiche Neubaugebiet im Bereich Wollstraße sollte deshalb durch weitere Maßnahmen besser geschützt werden.

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