Ludwigshafen „Mundenheim nicht auffällig“
Zu 450 Kontrollen ist der Kommunale Vollzugsdienst (KVD) seit Jahresbeginn in Mundenheim ausgerückt. Darüber hat Martin Graf, Leiter der Ludwigshafener Ordnungsamts, den Ortsbeirat Mundenheim im Donnerstagabend informiert.
Stadtweit zählte der KVD Graf zufolge 7760 Einsätze. Der südliche Stadtteil Mundenheim sei mit Blick auf diese Zahlen nicht auffällig, berichtete Graf. Damit wies der Amtsleiter auch die Wahrnehmung und die wiederholten Klagen vieler Bürger zurück, dass sich der Stadtteil immer weiter in Richtung eines sozialen Brennpunkts entwickelt. Das subjektive Empfinden und Sicherheitsbedürfnis einerseits und die Fakten andererseits stimmten mitunter nicht überein, erläuterte Graf dem Ortsbeirat. In 84 Fällen waren Beschwerden wegen Lärm der Grund für einen KVD-Einsatz. Unter den 39 Gaststätten in Mundenheim gebe es allerdings nur wenige schwarze Schafe, bilanzierte Graf. Als weiteren Problemfall bezeichnete der Ordnungsamtschef Jugendliche, die im Zedtwitzpark Unruhe gestiftet hätten. Daran hätten KVD, Polizei und Jugendamt gearbeitet. Roswitha Göbel (CDU) wollte sich mit dieser Bilanz für den Stadtteil nicht zufrieden geben. Sie berichtete von anhaltend großen Problemen, die die Jugendlichen derzeit zwar nicht mehr im Zedtwitzpark, dafür aber an der katholischen Kirche verursachten. Göbel erwähnte sowohl Sachbeschädigung als auch Müll, den die Jugendlichen an ihren Treffpunkten zurücklassen. Für die SPD fügte Holger Scharff an, dass auch die Schulhöfe am Schulzentrum und an der Schillerschule betroffen seien. KVD-Leiter Peter Sebastian sagte daraufhin zu, dass er diese Brennpunkte in den Blick nehmen wolle. Wegen der Lärmbelästigungen der Anwohner durch Gartenwirtschaften schlug Wilhelma Metzler (CDU) einen Genehmigungsstopp für solche Wirtschaften vor. Das sei aus juristischen Gründen nicht möglich, erläuterte Christa Maria Haag von der Verwaltung. Daraufhin schlug Holger Scharff vor, dass der Ortsbeirat einbezogen werden sollte, wenn Neuanträge für Lokale gestellt werden. Informationen über die Rattenbekämpfung in Mundenheim hatte die SPD von der Verwaltung eingefordert, weil sich immer mehr Anwohner über eine Rattenplage beschweren. Mundenheim steht damit, wie zuletzt mehrfach berichtet, nicht allein. Im Nachbarstadtteil Süd musste eine Kindertagesstätte wegen Rattenbefalls vorübergehend geschlossen werden. Laut Verwaltung sind private Hauseigentümer und Grundstücksbesitzer sowie die großen Wohnungsverwaltungen für die Rattenbekämpfung verantwortlich. Die Stadt unterstütze die Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern. Eine Unterstützung für Vereine, wie sie Wilhelma Metzler für die CDU gefordert hatte, gibt es nicht.