Ludwigshafen Mitreißende Mischmusik

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Volxtanz, das sind sechs Musiker, die sich Melodien und Rhythmen aus aller Herren Länder annehmen. Die mischen sie und machen daraus ihre Volxtanz-Stücke. Heraus kommt eine mitreißende Mischung, der sich auch beim Creole-Sommer-Konzert im Badehaisl in Wachenheim kaum jemand entziehen konnte.

Wer bei Volxtanz an Musikantenstadl und bei Blaskapelle an einen betulichen Posaunenchor denkt, ist auf dem falschen Gleis. Zwar bedienen sich die sechs Musiker bei Melodien aus aller Herren Länder, das „X“ im Namen der Brassband deutet allerdings schon darauf hin, dass sie mit dem Begriff Volk, wie er gemeinhin definiert wird, nichts zu tun haben. Volkstanz gibt es für für die Volxtänzer überall auf der Welt, und so mischen sich in ihrer Musik auch Rhythmen aus aller Welt. Steffen Dix (Saxophon und Elektronik), Heiko Giering (Saxophon), Florian Seeger (Posaune) und Matthew Bookert (Sousaphon und Gesang) spielen Balkanbrass, Jazz und Klezmer mit höchstem technischen Können, spielerischer Präzision und großer Spielfreude. Mit viel Energie erzeugen die Bläser zusammen mit Peter Hinz (Perkussion) und Michl Fischer (Drums) einen mitreißenden Groove. Aus Schwaben, den USA, Bayern und Italien stammen die Volxtanz-Musiker, die jede Party rocken können, aber auch spannende Klangexperimente anstellen. In Wachenheim spielten sie überwiegend eigene Kompositionen wie „Day One“ oder auch „Strike up the Bahn“. Bei dem Bolero „Uffta“ überzeugten Hinz und Fischer mit einem hinreißenden Perkussions-Duett. Interessante Klangeffekte erzeugte Matthew Bookert bei „Midsummernight Brass“, indem er sich mit dem Sousaphon, mit dem er fast verwachsen schien, um die eigene Achse drehte – eine Hommage an Goran Bregovic. Goran Bregovic war während der zweiten Konzerthälfte, die von „Balkanbrass-Classics“ geprägt war, noch stärker präsent. „Balkanbrass“ ist eine Volksmusik mit treibendem Rhythmus, wie sie unter anderem in Serbien, Rumänien und Bulgarien verbreitet ist. Sie ist von Blechbläsern beherrscht und weist Roma- und Klezmerelemente auf. Seit in Berlin in den 1990er Jahren Balkan-Partys Mode wurden, trat der „Balkanbrass“ einen Siegeszug durch ganz Europa an. Doch dabei bleiben Dix und Bookert nicht. Spanischer Flamenco, arabische und afrikanische Elemente, Ska und Latin, aber auch klassischer Swing und Free Jazz fließen mit ein in die Volxtanz-Musik. Im Badehaisl wäre aber eine etwas größere Vielfalt wünschenswert gewesen, die Stücke klangen zum Verwechseln ähnlich. Auch ein paar mehr Infos zu den Stücken hätten das Konzert noch runder gemacht. Nach der Pause arbeitete die Kapelle ihre Erfahrungen mit der Polizei mit „Polizia Rhapsodia“ auf. Das Titelstück ihrer jüngsten CD „Welcome to the Gardens“ durfte natürlich nicht fehlen. „Silver Mausoleum“ und „Baxia“ heizten den Zuhörern ein. Die Ballade „Nightlight“, bei der das Publikum nicht nur tanzen, sondern auch selbst singen durfte, schloss das Konzert ab. Die Musikalität, insbesondere die dynamische Bandbreite von Volxtanz, hob auch die Jury des Creole Music Contest hervor, den die Kapelle 2014 auf regionaler Ebene und dieses Jahr sogar bundesweit gewann. Damit haben die Musiker ihr Ziel erreicht, etwas zu machen, was bewegt, aber auch Niveau hat.

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