Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Menschen aus Ludwigshafen: Lars Heene ist neuer Leiter des Jugendamts

Aus seinem Büro im siebten Stock hat Lars Heene einen interessanten Ausblick.
Aus seinem Büro im siebten Stock hat Lars Heene einen interessanten Ausblick. Foto: evo

Im Sommer hat Lars Heene die Leitung des Jugendamts übernommen. Die Behörde im Westend ist für ihn kein Neuland. Als gebürtiger Ludwigshafener kennt er zudem die Stadt und die Probleme von Eltern und Kindern, die hier leben, gut. Der 49-Jährige weiß daher, dass neue Aufgaben auf seine Mannschaft warten.

Mit seiner Vorstellung in der Öffentlichkeit hatte es Lars Heene nicht eilig. Bis Ende Juni stand er als Stellvertreter seines Vorgängers Jürgen May eher im Hintergrund. Als sein Chef dann in den Ruhestand gegangen ist, wollte er sich zunächst ein wenig Zeit nehmen für die berufliche Veränderung, mit seinen Mitarbeitern sprechen, sich auf die neuen Aufgaben konzentrieren. Der Neue wirkt selbstbewusst ohne jede Arroganz, gut organisiert und hat einen Plan für die anstehenden Veränderungen. „Die Jugendhilfe in Ludwigshafen ist anspruchsvoll und dynamisch“, sagt er.

Im Unterschied zum Sozialpädagogen May ist Heene Verwaltungsmensch von der Pike auf. Er hat bei der Stadtverwaltung Anfang der 1990er-Jahre seine Ausbildung absolviert und ist dann 1995 ins Jugendamt gewechselt. Dass er und sein früherer Chef zwei zentrale Bereiche in die Leitung des Jugendamts eingebracht haben – Administration und Sozialarbeit –, will Heene weiter beibehalten. Daher hat er nun die Pädagogin Susann Schmidt als Stellvertreterin an seiner Seite.

145 Mitarbeiter, 40 Millionen Euro Budget

Heene hat in seinem bisherigen Arbeitsleben das Jugendamt sehr gut kennengelernt, bevor er sich schließlich vor drei Jahren damit beschäftigt hat, nach dem Abschied von May an die Spitze der Behörde mit 145 Mitarbeitern und einem Jahresbudget von rund 40 Millionen Euro aufzurücken. „Ich habe beim Kindesunterhalt angefangen, dann in der Wirtschaftlichen Jugendhilfe gearbeitet und dort schließlich 14 Jahre die Abteilungsleitung übernommen“, skizziert er seine Laufbahn.

Daher ist der Diplom-Verwaltungswirt nicht nur in seiner Heimatstadt, sondern auch überregional gut vernetzt. Er vertritt das Stadtjugendamt in Arbeitsgruppen auf Landesebene und ist Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Öffentlichkeitsarbeit in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Landesjugendämter. Im Ludwigshafener Rathaus und gegenüber von Familiendezernentin Cornelia Reifenberg (CDU) hat er sich einen Ruf als ausgewiesener Fachmann erarbeitet.

Steigende Fallzahlen erwartet

Noch bis Anfang 2020 will Lars Heene mit allen Teams im regionalen Familiendienst, dem Bereich Kindesunterhalt, im Haus des Jugendrechts, den Fachdiensten und im Bereich Frühe Hilfen sprechen und sich ein Bild machen, wie die Kommunikationsstrukturen aufgestellt sind. Dann will er mit den Führungskräften die künftigen Arbeitsschwerpunkte festklopfen. Bei steigenden Geburtenzahlen und anhaltender Zuwanderung in die Stadt kommt auch auf das Jugendamt mehr Arbeit zu. „Wir erwarten steigende Fallzahlen“, sagt der neue Chef.

Einen Schwerpunkt will Heene im Bereich Frühe Hilfen und Familienbildung setzen. Hier soll schon 2020 eine eigene Abteilung entstehen, um den bisherigen Fachdienst organisatorisch und strukturell zu stärken. Auch für Elterngeld, Schülerbafög und Unterhaltsvorschuss soll es eine neue Abteilung geben, um diese finanziellen Leistungen zu bündeln. Die Zielgruppe sei oft die gleiche, erklärt Heene.

Familienbüro geplant

Hintergrund für die Neuaufstellung ist auch eine Verdoppelung der Fallzahlen infolge einer Gesetzesänderung. Heene spricht von schwierigen Prozessen, da es sehr aufwendig sei, im Verwaltungsbereich qualifiziertes Personal zu finden. Auch beim Elterngeld werden von Jahr zu Jahr mehr Anträge gestellt. Daher kann sich Heene mittelfristig vorstellen, dass ein Familienbüro eingerichtet wird, in dem Eltern zu allen Leistungen beraten werden und die entsprechenden Anträge stellen können. Er rechnet damit, dass in den kommenden Jahren etwa zehn zusätzliche Mitarbeiter im Jugendamt gebraucht werden, um diese neuen Herausforderungen zu stemmen.

Unterdessen will Heene weiter gut mit den bisherigen Partnern, der Ökumenischen Fördergemeinschaft, dem Ludwigshafener Zentrum für individuelle Erziehungshilfen und dem Verein für Jugendhilfe, zusammenarbeiten. Außerdem findet der 49-Jährige, dass das Eltern-Kind-Kompetenz-Zentrum in der Gartenstadt so gut läuft, dass er gerne im Ludwigshafener Norden einen weiteren Standort eröffnen würde.

In der Freizeit sportlich unterwegs

Das Jugendamt sei breit aufgestellt, bilanziert der neue Chef. Das Kindeswohl und die Position des Kindes stünden dabei immer im Vordergrund. Als Ausgleich zu vielen Arbeitsstunden am Schreibtisch und langen Gremiensitzungen dreht Lars Heene nach Feierabend gerne eine gemütliche Joggingrunde, quält sich im Fitnessstudio und bereist mit seiner Frau die Welt.

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