Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Matze Knop: „Wir sollten alle mehr lachen“

„Wo wir sind, ist vorne“: Matze Knop.
»Wo wir sind, ist vorne«: Matze Knop.

Ob er Franz Beckenbauer wieder parodiert? Das erzählt Matze Knop vor seinem Gastspiel in Mannheim im Interview.

Herr Knop, machen Sie heute auch Homeoffice?
Ich mache jeden Tag Homeoffice und bin natürlich auch heute wieder extrem produktiv.

Was haben Sie denn schon alles geschafft?
Ich habe schon Zähne geputzt, geduscht, die Betten gemacht, und jetzt habe ich dieses Interview. Das bringt mich richtig raus aus meinem Flow.

Ich hoffe, der Arbeitstag dauert nicht mehr so lange.
Nach der Mittagspause wollte ich zur Massage fahren, anschließend treffe ich mich mit einem Kumpel, und dann ist es ja auch schon 18 Uhr, und ich stemple dann hier.

Kommt heute Fußball?
In der Tat. Heute spielt Leverkusen gegen Arsenal. Das gucke ich mir natürlich auch an. Wobei ich jetzt nicht der Riesen-Leverkusen-Fan bin, aber Champions League ist natürlich schon mal nicht schlecht.

Freuen Sie sich auf die Weltmeisterschaft?
Ja, selbstverständlich. Ich freue mich auf jede WM und war auch schon bei einigen, in Brasilien und in Russland.

Finden Sie nicht auch, dass im Moment noch die Euphorie fehlt?
Das war eigentlich in der Vergangenheit nie anders, wenn man ehrlich ist. Sogar 2006. Da hat Deutschland drei Monate vorher 1:4 gegen Italien verloren. Klinsmann war Trainer. Da war die Stimmung komplett am Boden, alle haben gedacht, das wird nix. Als es dann so langsam losging und dann irgendwann auch das Wetter gut war, waren auf einmal alle im WM-Fieber. Ich glaube, es ist alles ein bisschen kurzfristiger geworden. Diese Vorlaufzeit, in der man sich überhaupt damit beschäftigt, gibt es nicht mehr so. Die Stimmung ist auch wegen der Weltlage in weiter Ferne. Aber sie wird kommen, da bin ich mir sicher.

Welche Chancen hat die deutsche Mannschaft?
Ich glaube, dass wir eine gute Chance haben. In meinem Programm „Spitzenreiter“ sage ich: „Wo wir sind, ist vorne.“ Das hätte ich nicht gewählt, wenn ich nicht der Meinung wäre.

Werden Sie bei der WM sein?
Wenn ich eine Karte kriege und es sich zeitlich einrichten lässt, dann fahre ich auch hin.

Zunächst sind Sie also auf Tour mit Ihrem neuen Programm „Spitzenreiter“. Sie sind zwei Tage nach Reiner Calmund und zwei Wochen nach Mario Basler im Mannheimer Capitol. Die beiden kennen Sie ziemlich gut. Haben Sie ihnen gesagt, sie sollen auf die Bühne gehen?
Mario nicht. Mit Calli habe ich mal drüber gesprochen. Sowohl mit Mario als auch mit Calli bin ich ja bei „Doppelpass on Tour“ unterwegs. Da lecken natürlich alle so ein bisschen Blut. Grundsätzlich finde ich gut, dass sie das machen. Bei Calli bin ich gespannt, der hat echt ein ganz schönes Programm vor sich. 34 Auftritte in zwei Monaten – das ist in seinem Alter schon ein Brett.

Es ist schon eine merkwürdige Entwicklung, dass die Fußballer jetzt die Comedy selbst machen, oder?
In der Tat ist das so. Aber sie erzählen ja meistens Geschichten. Es ist keine klassische Stand-up-Comedy. Da gibt es dann schon noch mal einen Unterschied. Ich glaube, wenn man zu Mario geht, dann, weil man einfach Bayern-Fan war …

… darf ich Sie kurz korrigieren? Wenn man Fan des 1. FC Kaiserslautern war. Mario Basler startete seine Profi-Karriere beim 1. FC Kaiserslautern.
Oh, Sie haben recht. Mario ist ja auch eine coole Type, muss man einfach sagen. Zur mir geht man, weil man Comedy hören will. Aber ich finde es gut. Bei Calli wäre ich sicher auch bei ein paar Terminen dabei gewesen. Jetzt sind wir aber ausgerechnet da parallel unterwegs.

Noch mal zu Bayern München. Viele Männer um die 50 haben eine dunkle Vergangenheit und waren als Kinder wenigstens kurzzeitig Bayern-Fan. Manche sind es auch geblieben. Wie war das bei Ihnen?
(Lacht.) Ja, ich auch. Ich hatte mit vielleicht vier Jahren ein Kissen vom FC Bayern. Das liegt aber an Folgendem: Mein Vater war Trainer bei Borussia Lippstadt und hat Karl-Heinz Rummenigge trainiert, der dann zum FC Bayern München gewechselt ist …

… und zwar in Ihrem Geburtsjahr 1974.
Ist das so? Wir haben dann natürlich verfolgt, was die Bayern machen. Allerdings hat meine Oma in Gladbeck gewohnt, und ich bin immer am Stadion von Schalke 04 vorbeigefahren. Mein erstes Fußballspiel war Schalke 04 gegen Bayern München. Da war so eine geile Stimmung, dass ich dann auch Schalke gut fand. Später habe ich dann auch sehr viel Sympathie für Borussia Dortmund entwickelt, weil ich da lange gewohnt habe. Ich bin Schirmherr vom Kinderlachen e. V., und Neven Subotić war Botschafter bei uns.

Und heute?
Ich freue mich, wenn Dortmund gewinnt. Aber da ich mit ganz vielen Vereinen zu tun habe –, ich habe bei Radio Bielefeld angefangen und habe Arminia-Bielefeld-Reportagen gemacht –, macht es das immer schwer zu sagen: Die finde ich super, die finde ich doof. Als ich Luca Toni und Franz Beckenbauer gemacht habe, war ich auch beim FC Bayern drin. Dann wünscht man sich, dass Luca Toni viele Tore macht, weil dann der Song „Numero Uno“ gut läuft.

Die Beckenbauer-Parodie ist wahrscheinlich das, womit man Sie immer noch als Allererstes in Verbindung bringt. Machen Sie das jetzt noch – oder wieder?
Nach seinem Tod habe ich mich erst einmal zurückgehalten, weil ich auch die Familie kenne. Aber jetzt, nach über zwei Jahren, kann man das wieder machen. Vielleicht ist das auch ganz gut. Aber es ist logischerweise weniger als früher.

Nehmen die Parodien in dem neuen Programm großen Raum ein?
Sie sind ein Schwerpunkt, aber ich parodiere nicht den ganzen Abend. Es ist ein Stand-up-Comedy-Programm. Ich mache auch viel mit dem Publikum und bin auch sehr variabel.

Und es geht auch nicht nur um Fußball?
Es geht auf gar keinen Fall nur um Fußball. Es geht auch um den Besuch mit der Freundin im Möbelhaus, und ich erzähle eine lustige Geschichte, wie ich mal im Schloss Bellevue dringend auf die Toilette musste und kein Klopapier da war. Ich erzähle darüber, dass wir alle mehr lachen und uns nicht immer so sehr darüber aufregen sollten, was draußen alles passiert.

Das ist doch ein schönes Schlusswort. Ganz herzlichen Dank und alles Gute weiter im Homeoffice heute.
Ich mach mir jetzt erst mal eine Tasse Kaffee. Das war doch ganz schön anstrengend.

Termin

Mit seinem Bühnenprogramm „Spitzenreiter“ gastiert Matze Knop am Freitag, 8. Mai, 20 Uhr, im Capitol Mannheim.

Zur Person: Matze Knop

Matthias Knop wurde am 11. November 1974 im westfälischen Lippstadt geboren, wo er heute wieder lebt. Durch seinen Vater, der als Jugendtrainer von Borussia Lippstadt unter anderem die Rummenigge-Brüder trainierte, kam er früh mit Fußball in Kontakt. Knop machte eine Ausbildung zum Hörfunkredakteur in Bielefeld und studierte Journalistik an der Universität Dortmund. Mit der Figur „Supa Richie“ machte er erstmals als Comedian auf sich aufmerksam. Er arbeitet als Moderator (unter anderem der Talkshow „Riverboat“), Imitator, Sänger und Schauspieler. Knop engagiert sich in der Komiker Fußball-Nationalmannschaft und beim Verein Kinderlachen. In seiner Freizeit ist er begeisterter Mau-Mau-Spieler.

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