Mannheim
Maimarkt: Pfälzer Standbetreiber zufrieden
„Gut bis zufrieden“, so fällt laut der Ausstellergesellschaft das Zwischenfazit beim Großteil der Händler auf dem Mannheimer Maimarkt aus. Ähnlich das Zwischenfazit der gesondert befragten Pfälzer unter den Ausstellern. Den größten Unterschied machte es, ob die Unternehmen in diesem Jahr ihre Premiere feierten, oder ob sie schon so lange mit dabei sind, dass sie auch das Vorgängergelände in Innenstadtnähe noch mitgemacht haben, wo die Messe bis 1984 zu Hause war.
Das „Feinschmeckerparadies“ von Frieda Luise Bappert aus Hochdorf-Assenheim ist so ein Beispiel. Angefangen hatte alles 1975 als rustikaler Weinstand. Der gelernte Koch Dieter Bappert war nach und nach dazu übergegangen, in den Messehallen gehobene Küche anzubieten. Langustenschwänze, Hummer oder eine Bouillabaisse standen hier regelmäßig auf der Speisekarte. Bis heute ist das Feinschmeckerparadies aus der Vorderpfalz eine beliebte Anlaufstelle für Austernliebhaber.
Weimann: Viele Stammkunden
Robert Weimann aus Ludwigshafen ist ebenfalls ein alter Messe-Hase. „Wir haben mit unserer Weinagentur allerdings mittlerweile einen anderen, moderneren Zuschnitt“, erklärte er. Viele Besucher haben an dieser Stelle noch den stark goldfarben gehaltenen Rilling-Stand vor Augen, den Weimann ebenfalls bestückt hatte. „Da haben wir morgens kurz nach 9 Uhr den ersten Sekt ausgeschenkt, ab 10 Uhr waren alle Plätze besetzt. Und das blieb dann auch bis 18 Uhr so.“ Das habe sich geändert. „Es sind deutlich weniger Besucher als früher“, so seine Beobachtung. Auch das Kaufverhalten habe sich geändert. „Aber wir haben hier viele Stammkunden“, erklärte er, warum er kurz vor Ende trotzdem nicht unzufrieden war.
Nicht weit von ihm entfernt zeigte erstmals der Winzerverein Deidesheim mit einem Schorlestand Präsenz. „Ich glaube, so ein Stand aus der Pfalz hat auf dem Maimarkt noch gefehlt“, sagte Eventbetreuer Stephan Finke. Das war nicht nur sein Eindruck, sondern auch der Rücklauf der Besucher, für die er einen kleinen Querschnitt der Deidesheimer Weine mitgebracht hatte. Das Angebot sei sogar so gut angenommen worden, „dass wir für nächstes Jahr über eine größere Standfläche nachdenken.“
Wunsch nach Sitzplätzen
Das wünscht sich auch Geschäftsführer Markus Sigle von der Bäckerei Theurer, der zum dritten Mal den Maimarkt bereichert. „Ich hätte gerne noch ein paar Sitzplätze vor der Halle“, verriet er. Aber auch so lohne sich der Messeauftritt für ihn. „Wir können uns hier präsentieren und testen auch einige Neuerungen aus unserem Sortiment.“
Aber weder der Maimarkt noch die Pfalz bestehen ausschließlich aus Essen und Trinken. Es wird auch viel gearbeitet. Im Haus-Comfort-Studio aus Rheingönheim zum Beispiel. „Wir sind seit den 1980ern hier auf dem Maimarkt“, berichtete Geschäftsführer Norman Stirbu. Nun sind Kaminöfen bei fast 30 Grad und Sonnenschein nicht wirklich ein Verkaufsschlager, „aber man führt hier viele vorbereitende Gespräche, und wir laden auch Kunden ein, die uns hier besuchen.“ Er sieht den Maimarkt wieder im Kommen. „Unmittelbar nach Corona hat man schon gemerkt, dass die Qualität nachgelassen hat, aber die kommt gerade langsam wieder.“
Diesen Vergleich hat man bei der Heberger GmbH aus Schifferstadt nicht. „Wir sind erst zum zweiten Mal hier.“ Der Innenausbau stehe dabei im Vordergrund. „Hier kann man gut Kontakte knüpfen.“ Auch wenn es im Tagesverlauf ein starkes Gefälle gibt: „Vormittags ist noch viel los, mittags ist es leer, und gegen Abend kommen dann wieder ein paar.“ Das will Händler Markus Rauscher so nicht stehen lassen. „Klar sind die Leute aktuell nicht gerade in Kauflaune, aber insgesamt können wir uns nicht beschweren“, so die Stimme der „Kochblume“. Auch er sieht, dass die Veranstalter wieder mehr Wert auf die Qualität bei den Händlern legen, die für die Präsentation ihrer Ware einerseits selbst verantwortlich sind, aber auch eine Visitenkarte für den Maimarkt insgesamt abgeben. Eine fundierte Beobachtung. „Das ist jetzt immerhin mein 37. Maimarkt.“ Eine Mannheimer Veranstaltung mit starkem Akzent aus der Pfalz.