Ludwigshafen Ludwigshafen: Eine Stadt auf Wachstumskurs

Im Hemshof leben die meisten Zuwanderer.
Im Hemshof leben die meisten Zuwanderer.
Über 170.000 Menschen leben in Ludwigshafen. Rund 130.000 Bürger haben einen deutschen Pass. Das entspricht etwas mehr als drei Viertel der Bevölkerung. Doch es gibt darunter auch 22.000 Bürger mit zwei Pässen. Rechnet man die „Doppelstaatler“ mit den 40.000 Einwohnern zusammen, die eine ausländische Staatsbürgerschaft haben, ergibt sich ein anderes Bild: Rund 60.000 der Ludwigshafener haben einen Migrationshintergrund. Das heißt, sie sind aus dem Ausland zugewandert oder stammen aus Einwandererfamilien. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung lag 2015 bei 38 Prozent, wie aus dem jüngst veröffentlichten statistischen Jahresbericht der Verwaltung hervorgeht. Damit gehört Ludwigshafen zu den Städten in Deutschland mit der höchsten Rate an Menschen mit Migrationshintergrund. Andere Städte mit einer ähnlich hohen Rate sind Berlin, Hamburg, Bremen, Hannover, einige Städte im Ruhrgebiet, das Rhein-Main-Gebiet, Mannheim, Stuttgart, Nürnberg oder München. Doch in Ludwigshafen gibt es bei der Zusammensetzung der Bevölkerung Unterschiede in den Stadtteilen. Die Faustregel dabei: Im Stadtkern und den angrenzenden Stadtteilen ist der Migrantenanteil höher als in den Vororten. Spitzenreiter ist nach wie vor der Hemshof, wo der Ausländeranteil bei 50 Prozent liegt. Rechnet man die Menschen mit ausländischen Wurzeln dazu, kommt man auf 71 Prozent. In der Stadtmitte leben 60 Prozent Ausländer und Migranten und im Stadtteil West 52 Prozent. Dann folgen Mundenheim (45 Prozent) und Süd (43 Prozent). Zum Vergleich: Die Orte, in denen die wenigsten Migranten leben, sind Ruchheim und Maudach (rund zehn Prozent Ausländeranteil und 20 Prozent Migrantenanteil). Auf sie folgen Edigheim und die Gartenstadt (zwölf Prozent Ausländeranteil und 20 beziehungsweise 23 Prozent Migrantenanteil). Interessant: Der Stadtteil, in dem die Zusammensetzung der Bevölkerung dem Durchschnitt der Ludwigshafener Einwohnerstatistik weitgehend entspricht, ist Friesenheim. Hier liegt die Quote der Einwohner mit Migrationshintergrund bei 37 Prozent. Ein Blick auf die Herkunftsländer der Zuwanderer offenbart Altbekanntes, aber auch Neues: So bilden die Türken zwar weiterhin die zahlenmäßig stärkste Gruppe unter den Migranten. Doch ihre Anzahl ist rückläufig und liegt mittlerweile mit 9225 Menschen (-222) deutlich unter der Marke von 10.000. Auf dem zweiten Platz liegen mit einem leichten Zuwachs die Italiener (6087 Menschen). Auf Rang drei landen die Bulgaren (2687; +544), sie haben die Polen (2466) auf den vierten Platz verdrängt. Dann folgen die Griechen (2089). Aus der Europäischen Union (EU) waren zum Jahresende 2015 etwas über 20.000 Ausländer in Ludwigshafen gemeldet, ein Plus von rund 500 EU-Bürgern. Sie stammen vorwiegend aus Ost- und Südosteuropa – also Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien oder Kroatien sowie Griechenland und Italien. Durch Krisen und Kriege sind 2015 mehr Menschen aus Ländern außerhalb Europas nach Ludwigshafen gekommen. Die meisten kamen als Flüchtlinge aus den Bürgerkriegsländern Syrien (839), Irak (775) sowie aus Afghanistan (376). Aus den nordafrikanischen Staaten Ägypten, Algerien, Libyen, Marokko und Tunesien kamen insgesamt 486 Menschen. Übrigens ist auch die Zahl der Asiaten in der Stadt (rund 4000) in diesem Zeitraum ebenfalls deutlich angestiegen. Der Anteil der Nicht-EU-Bürger liegt mit 6300 Einwohnern bei knapp vier Prozent an der Gesamtbevölkerung. Die Einwohnerzahl von Ludwigshafen ist unter dem Strich gewachsen. Nach einem deutlichen Rückgang im vergangenen Jahrzehnt auf unter 164.000 Einwohner ist die Zahl der Ludwigshafener bis 2016 auf 171.172 Einwohner gestiegen. Somit liegt die Stadt in der Liste der größten deutschen Städte auf Platz 45. Ludwigshafen wächst seit 2012 jedes Jahr. Dabei steigt in allen Stadtteilen die Einwohnerzahl mit der Ausnahme von Maudach. Insgesamt ist der Anteil der Deutschen mit nur einem Pass leicht zurückgegangen und liegt nun bei 128.952 Einwohnern. Der Blick auf die Zahl der Neugeborenen zeigt, dass das Gesicht der Stadt in Zukunft noch stärker von Menschen mit Migrationshintergrund geprägt sein wird. Im Jahr 2015 kamen in Ludwigshafen 1735 Kinder auf die Welt. 86 Prozent davon haben die deutsche Staatsangehörigkeit (1492). Doch 771 dieser Babys haben noch eine andere Staatsbürgerschaft (44 Prozent). 14 Prozent aller Babys (243) gelten als Ausländer. Nach diesen Zahlen haben also knapp 60 Prozent der Neugeborenen einen Migrationshintergrund. Stadtteile mit einem hohen Migrantenanteil werden also weiter wachsen.