Ludwigshafen „Lizenz zum Abschalten“
«Mutterstadt.» Mit dem lustigen und spannenden Klimaschutz-Musical „Eisbär, Dr. Ping und Freunde der Erde“ zeigt der Kinder- und Jugendchor der protestantischen Kirchengemeinde Mutterstadt, wie unser Planet geschützt werden kann. Die Aufführung ist am Samstag, 26. Mai, um 15.30 Uhr im Pfarrer-Jakob-Fuchs-Haus in Mutterstadt. Bis dahin proben die Akteure fleißig.
„Endlich mal Bewegung, ich dachte schon, wir sind ein Stehtheater“, ruft Dagmar Rosemann ihren Schützlingen zu. Die Chorleiterin hat bei den Proben alle Hände voll zu tun. Der Text sitzt, die Lieder beherrschen alle, doch das richtige Tempo, die Laufwege und passenden Gesten müssen noch geübt werden. Die Gruppe, die seit Januar für das Klimamusical probt, ist schon aufführungserfahren und war schon bei „Der blaue Planet“ bei der Landesgartenschau 2015 in Landau dabei. 35 Kinder vom Kindergarten bis zur siebten Klasse wirken mit. Die Texte zum Klimamusical stammen von Hans-Jürgen Netz, die Musik schrieb Reinhard Horn. Weil Rosemann in Verbindung mit Verlagen steht, war das neue Stück schnell gefunden. Darin geht es um zwei Freunde aus eisigen Gefilden. Eisbär Lothar ist ein gemütlicher Typ, ihm ist es viel zu heiß und die Scholle unter den Tatzen wird kleiner. Seinem Freund Dr. Ping am Südpol geht es ebenso. Die beiden treffen sich, um den Menschen von ihrer Not zu erzählen und vom Klimaschutz zu überzeugen. Sie treffen auf die Kinder Paul und Paula, die ihnen helfen wollen. Doch auch ein paar Gegenspieler treiben ihr Unwesen. Die Stromfresser Ampere, Volt und Watt sind fiese Gesellen. „Am besten ist es, wenn wir als Stromfresser alles anschalten dürfen. Dazu habe ich eine Fernbedienungskanone“, sagt Ruby (Volt). Sie ist in ihrer Rolle die Chefin von Ampere und Watt, die beiden nicht die hellsten Leuchten sind. Schwierig finden alle das lange Stehenbleiben ab dem Moment, in dem sie ausgeschaltet werden. Auch Paula muss sich erst in ihre Rolle als Pinguin einfühlen. Dafür spannt sie ein großes Gummiband um die Füße und watschelt los. Der Kinder- und Jugendchor unterstützt die Darsteller mit Chorgesang, die älteren soufflieren. Die Geschwister Paul und Paula erhalten die „Lizenz zum Abschalten“, legen sofort los. Doch kaum haben sie geschlafen, ist alles wieder an. Da waren die Stromfresser am Werk, die die Menschen mit ihrem Sandstreuer ablenken. Das staubsaugerartige Gefährt wurde von den Eltern der Darsteller gebaut. Damit das Projekt Wirkung zeigt, werden die „Lizenzen“ auch ans Publikum verteilt. Denn Klimaschutz ist nur machbar, wenn alle anpacken. Dank dieser Botschaft wurde das Musical von der Unesco als offizielles UN-Dekadenprojekt der Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ deklariert und mit dem „Erasmus EuroMedia Seal of Approval“ 2007 ausgezeichnet. Das Thema Klimaschutz wird nicht nur im Musical selbst behandelt. Im mitgelieferten Heft und auf der CD waren neben Liedern auch Spielideen und kindgerechte Texte zu bearbeiten. „In der Chorfreizeit haben wir ein Quiz dazu veranstaltet“, erzählt die Leiterin. Zudem findet sich darin die „Lizenz zum Abschalten“, die nach der Aufführung an alle verteilt wird.