Mannheim
Leichtes Besucher-Plus, starke Sonderschauen: Maimarkt bleibt Publikumsmagnet
„Rund zwei Drittel der Aussteller haben schon für das nächste Jahr zugesagt“, berichtet Veranstalter Jan Goschmann von der Mannheimer Ausstellungsgesellschaft. Bei den Besuchern liege man in diesem Jahr mit 256.000 leicht über dem Vorjahresniveau. 2025 waren rund 250.000 Menschen durch die Hallen geströmt. Damit sei man zwar weit entfernt von den rund 400.000 Menschen vergangener Tage, dennoch habe der Maimarkt seine Stellung als Besuchermagnet gewahrt, so Goschmann. Das habe sich auch bei den Ausstellern herumgesprochen.
„Nach der Corona-Pandemie dachten einige, dass ein Internetauftritt für den Verkaufserfolg ausreicht. Aber diese Aussteller kommen jetzt wieder zurück, weil sie merken, dass es ohne den Messeauftritt nicht funktioniert“, erläutert Goschmann. Das tue sowohl der Vielfalt als auch der Qualität der Produkte und Präsentationen auf dem Messegelände gut. Aus diesem Grund habe auf dem Maimarkt eine Halle mehr als im Vorjahr gestanden, sagt Goschmann.
Kontakte und Vernetzung
In der Ausstellerbefragung habe sich der Trend aus der Zwischenbilanz fortgesetzt. „Mehr als drei Viertel der Aussteller bewerteten ihr Geschäftsergebnis mit ,sehr gut’ bis ,befriedigend’“, erläutert der Veranstalter. Befragt worden seien alle 1152 vertretenen Aussteller, zurückgemeldet habe sich etwa die Hälfte davon. Den Firmen gehe es auch nicht allein um den reinen Verkauf, erklärt Jan Goschmann. „Es geht hier auch um neue Kundenkontakte, um Vernetzung und Information.“ Immerhin 82 Prozent der Befragten erwarteten ein gutes Nachmessegeschäft. Das gelte auch für die Aussteller auf dem Freigelände mit ihren zum Teil hochpreisigen Produkten wie Fahrzeugen oder Schwimmbecken.
Überwältigt zeigte sich Goschmann außerdem vom Erfolg der Sonderschauen. Ein Weg, den der Maimarkt schon seit vielen Jahren erfolgreich beschreitet. Diese sollen Besucher vor allem informieren und unterhalten. Mit der Fahrzeugschau zu 140 Jahren Automobilgeschichte habe man einen Nerv getroffen. „Die Leute waren begeistert, die Autos ihrer Kindheit hier wiederzusehen“, berichtet Mitinitiator Walter Heffner. So habe ihm etwa ein Besucher berichtet, wie er in den 1960er-Jahren als Kind auf der Ladefläche des Ludwigshafener „Champion“ gesessen habe: zu viert und mit Hund – „heute natürlich undenkbar“, so Heffner.
Die Sonderschau der Orientteppiche sei dagegen ein kleiner Überraschungserfolg gewesen. Die Werbung des Vereins „Kultur für Europa“ für eine Beteiligung an der Heidelberger Bewerbung zur europäischen Kulturhauptstadt sei ein wichtiger Netzwerkknoten gewesen. Musikproduzenten, Künstler und Bürgermeister der Region hätten sich hier ausgetauscht, so Heffner. Auch das Handwerk habe sich über das große Interesse gefreut, vor allem über das der jungen Besucher. Mit rund 800 Schülerinnen und Schülern hätten sich 300 Jugendliche mehr an der Berufsorientierungsrallye beteiligt als 2025. „Das ist für uns ein Riesenerfolg und zeigt die Bedeutung des Formats“, erklärt Marcus Braunert, Geschäftsführer der Handwerkskammer Mannheim/Rhein-Neckar-Odenwald.
Herausforderung: Verkehr
Es gab allerdings auch einen Wermutstropfen. So warb die Verbrauchermesse zwar damit, dass man Produkte ausprobieren und anfassen kann, Streicheln war allerdings nicht mehr willkommen. In den Tierlehrschauen hatte das Veterinäramt den Kontakt mit Hasen, Ziegen und Schafen untersagt. „Das Anfassen sei für die Tiere zu stressig“, erläuterte Goschmann die Entscheidung der Amtstierärzte und kündigte an: „Wir haben das Thema noch nicht ad acta gelegt und suchen für das kommende Jahr nach einer Lösung.“
Polizeisprecher Michael Klump berichtet von einer „sehr ruhigen Messe“. Sechs Diebstähle sowie jeweils eine Beleidigung, Körperverletzung und Bedrohung – mehr habe man trotz der hohen Besucherzahl nicht registriert. Eine Herausforderung sei dagegen die Verkehrssituation gewesen, insbesondere bei Parallelveranstaltungen in der SAP-Arena nebenan.