Fußball
Landesliga: FSV Schifferstadt nimmt sich in der Not SC Freiburg als Vorbild
Am Sonntag setzte es zum Auftakt in die Rückserie eine 0:5-Niederlage gegen den TSV Billigheim-Ingenheim. Dieses 0:5 war ein neuer Tiefpunkt, denn die Schlappe ist zugleich die höchste Saisonniederlage. „Das Ergebnis lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Und genauso ordnen wir das auch ein“, sagt Trainer Jan Drese. Nach neun Minuten stand es nach zwei schlecht verteidigten Angriffen bereits 0:2 – eine frühe Vorentscheidung. Natürlich sei Schifferstadt mit anderen Erwartungen in diese Partie gegangen, weshalb das Resultat umso ernüchternder sei. „Die Qualität der Einzelspieler des TSV war höher, auch wenn das Rezept, lange Pässe auf Thorsten Ullemeyer zu schlagen, der die Bälle dann festmacht, ziemlich durchschaubar war“, ergänzt der Coach. Eine Lösung fand der FSV dennoch nicht.
Nach diesem schwachen Auftakt wurde es nicht besser, zumal die Körpersprache der Blau-Weißen nicht gut gewesen ist. Zudem fanden die Gastgeber kein Mittel gegen den schnellen und dynamischen Hannes Jensen. „Uns ist bewusst, dass es auch mal eine schwache Saison geben kann, wir in eine Negativspirale geraten können. Die Landesliga ist extrem ausgeglichen, da ist jedes Spiel schwer“, verdeutlicht Drese. Schon die Vorbereitung sei nicht optimal gewesen, auch da gab es mit dem 1:7 beim Verbandsligisten TB Jahn Zeiskam eine Packung. Die Heimbilanz ist mit sechs Pleiten in acht Spielen und nur einem Sieg zum Davonlaufen. Festung Portheide – das war einmal.
Blockade mit Erfolgen lösen
Bleibt die Frage, was ist zu tun? Wie kann das Team wieder in die Spur kommen? Ein Patentrezept hat Drese logischerweise nicht, sonst hätte er es längst angewendet. „Wir müssen kompakter auftreten, die nächsten Spiele auf eine sichere Defensive setzen und dürfen gerade gegen Mannschaften mit schnellen Stürmern nicht zu hoch stehen“, spricht der Übungsleiter eine Idee an, die erfolgversprechend klingt. Und wenn man umschalte, dann müsse sich daran das komplette Team beteiligen. Vieles sei Kopfsache. Diese Blockade wolle man mit kleinen Erfolgserlebnissen auflösen.
Dennoch dürfte die Situation in den restlichen vier Partien im März angespannt bleiben. Kontrahenten sind mit dem FSV Offenbach und Spitzenreiter SV Büchelberg zu Hause sowie dem SVW Mainz auswärts drei Gegner aus der oberen Tabellenhälfte. Hinzu kommt das Nachbarschaftsduell gegen den ASV Fußgönheim, das auf Wunsch der Gäste vom kommenden Wochenende auf Mittwoch, 18. März, 19.30 Uhr, verlegt wurde. Außerdem hofft man FSV, dass die verletzten Georg Ester, Rui Ferreira und Kevin Weick in Kürze zurückkehren. Bei Pascal Cholewa wird es noch etwas länger dauern.
Keiner verfällt in Panik
Das Gute bei den Schifferstadtern: Keiner verliert die Nerven, keiner stellt den Trainer in Frage, keiner verfällt in Aktionismus, obwohl die Stimmung gedrückt sei. Man hält es eher mit der Philosophie des SC Freiburg, die jahrelang besagte, dass ein Abstieg immer einkalkuliert sei. Und so sind die Freiburger 2015 auch mit Coach Christian Streich in die Zweite Bundesliga gegangen, um ein Jahr später gestärkt zurückzukommen. Dieses Szenario kennt man auch beim FSV, der 2019 in die Bezirksliga zurückmusste, aber im folgenden Jahr wieder Landesligist war. 2022 klopfte Schifferstadt gar ans Tor der Verbandsliga.
Doch vom Abstieg ist noch lange nicht die Rede, denn die Abstände sind gering, und dass es der FSV kann, hat er bereits bewiesen. Punktgewinne in Büchelberg, Grünstadt, Speyer und Gimbsheim können sich sehen lassen. Das Derby bei der DJK Phönix wurde gar gewonnen. „Wir spielen noch sechsmal gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte, haben noch alles in der eigenen Hand“, ist der Coach, der für die nächste Spielzeit verlängert hat, optimistisch. Aber eins ist gewiss: Der FSV wird in der Serie 2026/27 ein anderes Gesicht haben, neues Blut ist angesagt. Quasi eine Frischzellenkur. „Die Planungen sind schon in vollem Gange“, informiert Jan Drese.