Ludwigshafen Krippenzauber in der Kirche
«Mutterstadt.» Was wäre Weihnachten ohne eine Krippe. In der protestantischen Kirche in Mutterstadt hält der weihnachtliche Zauber um Josef, Maria und das Jesuskind noch bis 6. Januar an. An diesem Samstag kann die in liebevoller Handarbeit gefertigte Egli-Krippe von 15 bis 17 Uhr bei weihnachtlicher Musik angeschaut werden.
Vor mehr als zehn Jahren gab es in der protestantischen Kirche Mutterstadt ein Weihnachten ohne Krippe. „Die selbstgetöpferten Figuren waren plötzlich nicht mehr zu finden“, erzählt Isolde Seehars vom Presbyterium. Das wollte der damalige Bastelkreis 2 der Kirchgemeinde nicht hinnehmen. Dieser entschloss sich 2007 zusammen mit den Mitarbeitern der Kunterbunten Kinderkirche, eine Krippe selbst herzustellen – mit den bekannten Egli-Figuren. Jene bis zu 50 Zentimeter großen, mit Stoff überzogenen Puppen hat die Schweizerin Doris Egli 1966 erfunden. Ihr Markenzeichen ist, dass die Figuren kein Gesicht haben – sie werden allein durch ihre Gesten und Gewänder lebendig. Kurzerhand lud sich der Bastelkreis eine Seminarleiterin der Firma Egli ein, die mit den zehn Damen aus Draht, Hartschaum und Stoff die Protagonisten des Krippenspiels selbst bastelten. Doch als diese dann das erste Mal im großen Altarraum standen, „wirkten sie furchtbar verloren“, erzählt Isolde Seehars, „wir waren alle richtig enttäuscht“. Die Frauen packte sofort wieder der Ehrgeiz und sie machten sich ran an die Bastelkisten – dieses Mal wurden Maria, Josef und Co gut 50 Zentimeter groß. Drei Tage wurde gewerkelt, dann war das kleine Weihnachtswunder vollbracht. Die erste, kleinere Version der Krippenszene wird mittlerweile vom protestantischen Kindergarten 2 zu Weihnachten genutzt. Um die Krippe auch in Szene setzen zu können, wurde extra ein Tisch geschreinert, der links genau neben den Altar passt. Das Besondere an der Mutterstadter Egli-Krippe sind aber nicht nur die weichen Puppen, sondern auch die vielen, liebevollen Details, wie die selbst genähten Gewänder und ledernen Sandalen, das Weihrauchgefäß oder der Schmuck, die selbst gezimmerte Krippe, die Palmen – an alles hat der Bastelkreis gedacht. Ochs und Esel fehlen natürlich auch nicht, sogar ein Kamel hat auf der etwa vier Quadratmeter großen „Bühne“ platz. Auch die Tiere seien etwas ganz Besonderes, verrät Isolde Seehars: Sie sind aus echtem Fell gefertigt und wurden extra aus der Schweiz importiert. Nach und nach wurden immer mehr Kleinigkeiten hinzugefügt. Seit ein paar Jahren ist die Egli-Krippe perfekt und gehört für die Mutterstadter Protestanten zu Weihnachten dazu, wie der riesige Tannenbaum an der anderen Seite des Altars. Das Ensemble ist einfach zu schön, als dass es nur an den Gottesdiensten und kirchlichen Veranstaltungen im Advent zu sehen sein sollte. Darum lädt Isolde Seehars auch nach Weihnachten zum Betrachten der Krippe ein, dazu wird weihnachtliche Musik zu hören sein, „auch, um Ruhe zu finden“, sagt die Presbyterin. Noch Fragen? Am Samstag, 6. Januar, kann in der protestantischen Kirche, Untere Kirchstraße 2, in Mutterstadt die Krippe mit den Egli-Figuren von 15 bis 17 Uhr betrachtet werden .