Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel Kreispokal Rhein-Mittelhaardt: Kickers Neuhofen entthronen SpVgg Rödersheim

Zweilampf: Victor-Cosmin König (links, Rödersheim) und Fabian Gaupp (Neuhofen).
Zweilampf: Victor-Cosmin König (links, Rödersheim) und Fabian Gaupp (Neuhofen).

SpVgg Rödersheim konnte den Titel nicht verteidigen, die Elf von Trainer Frank Hoffelder unterlag im Finale des Rhein-Mittelhaardt-Pokals Kickers Neuhofen 1:5.

Für den Club aus dem Heimatort des früheren Nationalverteidigers Manfred Kaltz war es nach zwei Aufstiegen bereits der dritte Triumph in der erst fünf Jahre jungen Vereinsgeschichte. Der Erfolg war hochverdient, bis auf die Anfangsphase und wenige Minuten nach dem Anschlusstreffer waren die Kickers die dominierende Mannschaft.

Sie hatten die reifere Spielanlage, suchten schnörkellos den Weg in den gegnerischen Strafraum und nutzen vor der Pause konsequent ihre Tormöglichkeiten. Die ersten Minuten gehörten den Rödersheimern. Ein Kopfball ihres Mittelfeldregisseurs Ionel-Marinel Sirca ging über das Tor, Neuhofens Keeper Lars Malmberg lenkte eine Bogenlampe von Noel Sasko mit den Fingerspitzen über das Lattenkreuz.

Seinen ersten nennenswerten Vorstoß nutzte der neue Titelträger in der 21. Minute eiskalt zur Führung. Nach einer Rechtsflanke von Lukas Pousset wurde der Schuss von Kapitän René Reichert noch geblockt, doch Hussein Rayan El Madani staubte aus 10 m zum 1:0 ab. Neuhofen übernahm nun das Kommando, Reichert erhöhte zehn Minuten später nach einer flachen Hereingabe von Marc Zimmermann auf 2:0.

Thomas rettet

Kurz vor der Pause verhinderte Keeper Tobias Thomas mit einer Glanzparade nach Reichert-Kopfball das 3:0. Zur Pause zeigte sich Vereinsgründer Sandro Gerbes zufrieden: „Wir sind spielerisch überlegen und führen verdient.“ Rödersheims Fußballboss Jan Seiberth hoffte: „Wenn uns möglichst schnell der Anschlusstreffer gelingt, ist wieder alles drin.“

Sein Team erhörte diesen Wunsch. In der 55. Minute brachte Robin Hetterich an der Strafraumgrenze Tobias Dengel zu Fall und sah Rot, eine äußerst harte Entscheidung. Victor-Cosmin König versenkte den fälligen Freistoß unhaltbar zum Anschlusstreffer. Die Schwarz-Gelben fassten neuen Mut, doch fünf Minuten später erwies Joker Eliah Rein seinen Teamkollegen einen Bärendienst.

Marinovic tanzt

Nach wiederholtem Foulspiel quittierte er Gelb-Rot, das numerische Gleichgewicht war wieder hergestellt. In der 64. Minute erzielte der zur Pause eingewechselte Dorian Marinovic das 3:1, er tanzte mit einer Energieleistung drei Gegenspieler aus und traf unten rechts. Der Widerstand der tapferen Rödersheimer war gebrochen.

Nach einem Reichert-Pass aus der eigenen Hälfte vollendete Torben Lauer seinen Sprint von der Mittellinie mit dem 4:1. Der 84-jährige Edelfan Horst Schwarz („Riesling hält mich jung“) ist bei jedem Spiel seines TuS Maikammer dabei. Er meinte: „Ich gehe jetzt heim. Das Ding ist gelaufen.“ Er verpasste den schönsten Treffer des Tages: Reichert machte mit einem Distanzschuss aus 25 m in den Torwinkel den Deckel auf eine über weite Strecken einseitige Partie vor 600 Fans auf dem neuen Maikammerer Kunstrasenplatz.

Nach dem Schlusspfiff von Referee Luca Weber (FC Hambach) brandete grenzenloser, lauter Jubel beim ganz in Rot gekleideten Neuhofener Anhang auf. Der siegreiche Trainer Sebastian Schiller konstatierte: „In einer sehr kurzen, aber intensiven Phase hätte das Spiel kippen können. Darauf hat die Mannschaft eine tolle Reaktion gezeigt, deshalb bin ich unfassbar stolz auf die Jungs. Wir sind für das Spitzenspiel am Sonntag gegen Böhl-Iggelheim bestens gerüstet.“

Sein unterlegener Gegenüber Frank Hoffelder nahm es relativ gelassen und erwies sich als fairer Verlierer: „Die Gelb-Rote Karte hat uns das Genick gebrochen. Wir mussten hinten aufmachen, das hat der Gegner richtig gut ausgenutzt und natürlich verdient gewonnen.“ Einer der besten Akteure auf dem Platz war Neuhofens Abwehrchef Fabian Gaupp. Der 33-Jährige erstickte viele Angriffe mit gutem Stellungsspiel im Keim, gewann nahezu alle Zweikämpfe und glänzte mit intelligenter Spieleröffnung. Hört er nach der Saison wirklich auf? „Ich schaue weiter vorbei und wenn dann Not am Mann ist, schauen wir mal.“ Zur neuen Saison bekommen die Kickers einen prominenten spielenden Cotrainer: Gaupps Freund Kevin Selzer kommt vom Oberligisten Arminia Ludwigshafen.

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