Schifferstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Kommunion: Kinder erhalten Kreuze aus inklusiver Werkstatt

Schreinermeister Hans-Jörg Hauk aus der Werkstatt hilft einem der Kinder mit dem Knoten am Kreuz.
Schreinermeister Hans-Jörg Hauk aus der Werkstatt hilft einem der Kinder mit dem Knoten am Kreuz.

Von der Werkbank zum Altar: Beschäftigte mit und ohne Behinderung haben Kommunionkreuze für die Pfarrei Heilige Edith Stein gefertigt. Den Feinschliff geben die Kinder.

In der Pfarrei Heilige Edith Stein bekommen die 32 Kommunionkinder in diesem Jahr ganz besondere Kreuze: Sie stammen aus den Werkstätten des Ökumenischen Gemeinschaftswerks in Schifferstadt – gefertigt von Beschäftigten mit und ohne Behinderung. Fünf der Kinder durften ihren Kreuzen nun sogar selbst den letzten Feinschliff geben. Begleitet wurden sie dabei von Kommunionkatechetin Angela Weimer, die sie auf dem Weg zum Weißen Sonntag unterstützt.

Die Idee zu dieser Zusammenarbeit entstand im vergangenen Jahr. „Mein Sohn ist zur Kommunion gegangen. Als er sein Kreuz bekam, fragte er, ob es in unserer Schreinerei hergestellt worden sei“, erzählt Anne Kurz, Leiterin für Rehabilitation und Teilhabe in der Betriebsstätte Schifferstadt der Ludwigshafener Werkstätten. Tatsächlich kamen die Kreuze im vergangenen Jahr aus Israel. Doch der Gedanke ließ sie nicht los. Sie fragte nach, und die Pfarrei nahm das Angebot gerne an. Die Kreuze werden den Kindern geschenkt.

Holz aus Italien

Schreinermeister Hans-Jörg Hauk führt die Kinder durch die Werkstatt und erklärt, wie die Kreuze entstanden sind. „Das Holz stammt von italienischen Olivenbäumen, die bis zu 4000 Jahre alt werden können“, sagt er. Die großen Holzblöcke mussten zunächst in dünne Scheiben geschnitten und glatt gefräst werden, bevor die Formen mit der Bandsäge ausgeschnitten wurden.

Bei diesem Arbeitsschritt war auch Marvin Olbert beteiligt, der seit zwölf Jahren in der Werkstatt arbeitet. „Das war nicht einfach, weil die Kreuze sehr klein sind“, sagt er. Am Anfang sei ihm noch der eine oder andere kleine Fehler passiert, doch mit der Zeit habe er immer mehr Routine bekommen. Anschließend wurden die Kanten abgerundet.

In diesem Zustand erhalten die Kinder nun ihre Kreuze. Mit Plastikschürzen und Handschuhen ausgestattet, ölen sie das Holz, damit es seine warme Farbe bekommt. Zum Schluss gibt es noch ein Etikett der Werkstätten und eine Schnur, damit die Kreuze später um den Hals getragen werden können.

Integratives Projekt

„Das ist auch für uns ein sehr schönes Projekt“, sagt Kurz. Sie betont den integrativen Charakter der Zusammenarbeit – und die besondere Bedeutung, zu wissen, wohin die gefertigten Stücke gehen. Die 23 Kommunionkinder aus St. Jakobus erhalten ihre Kreuze am 12. April, die acht aus St. Laurentius eine Woche später. Für das Kommunionkind aus Herz Jesu ist der große Tag am 3. Mai.

Das Ökumenische Gemeinschaftswerk unterstützt Menschen mit Beeinträchtigungen und Langzeitarbeitslose. An über 40 Standorten setzt die Organisation auf Inklusion und individuelle Förderung, damit Menschen ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können.

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