Ludwigshafen Kohlenbrenners Serie hält

Ludwigshafen. Am Ende spritzte das Bier und in den Gesichtern wich die Anspannung einem gelösten Lachen. Fußball-Verbandsligist Ludwigshafener SC hat mit einem ungefährdeten 4:0 (2:0)-Sieg gegen den VfL Neustadt den Klassenverbleib auf den letzten Drücker geschafft.
Dabei begann die Partie unter ungünstigen Voraussetzungen. Mittelfeldspieler Mikail Erdem hatte kurzfristig abgesagt. „Angeblich ist der Onkel gestorben und wird am Montag in Köln beerdigt“, sagte Sportchef Jakob Brunn. Kurzerhand strich er Erdem von der künftigen Besetzungsliste. Auch Ruven Scharfenberger aus der Zweiten Mannschaft kam nicht. „In den ersten 20 Minuten waren wir nervös, danach sind wir immer sicherer geworden“, sagte Trainer Hermann Kohlenbrenner. Bis zur ersten guten Chance dauerte es lange, doch die führte prompt zum 1:0. Nach einem Freistoß des quirligen und vom VfL nie zu bremsenden Dana Kader gewann Enis Baltaci das Kopfballduell gegen Andreas Ackermann (35.). „Ein Tor nach einer Standardsituation“, freute sich Kohlenbrenner. Es sollte in dieser Partie nicht der einzige Treffer nach einem ruhenden Ball bleiben. Eine Attacke von Neustadts Torwart Dennis Karn an Frederic Feßler ahndete der Unparteiische mit Elfmeter und der Roten Karte für den Torhüter. Marco Zühlsdorff, in diesem Moment die Ruhe selbst, verwandelte zum 2:0 (45.+1). „Das war die Vorentscheidung, denn Neustadt war im Angriff harmlos und ohne Durchschlagskraft“, hatte der LSC-Coach erkannt. Nach der Pause ließen die Gastgeber nichts mehr anbrennen. „Da haben wir in Überzahl ruhig und sachlich gespielt“, verdeutlichte Kohlenbrenner. „Neustadt hatte keine einzige klare Torchance. Wir wollten diesen Sieg unbedingt und haben läuferisch und kämpferisch überzeugt“, ergänzte Zühlsdorff. Auch beim zweiten Elfmeter (Ackermann an Baltaci) blieb er eiskalt (58.). Seine makellose Bilanz: Der Abwehrspieler trat sechsmal zum Elfmeter an und traf immer. Er ist der Mister 100 Prozent des LSC. Beim dritten Elfmeter (Ortlieb an Kader) verzichtete Zühlsdorff großzügig. „Medeni hat darum gebettelt, schießen zu dürfen“, erklärte der Innenverteidiger. Meral („ich war vor dem Schuss doch nervös“) donnerte die Kugel über den Querbalken. Da stand es aber bereits 4:0. Den letzten Saisontreffer hatte Toptorjäger Kader mit einem abgefälschten Freistoß erzielt (61.). Sein Abgang nach Mutterstadt wird den LSC sehr schmerzen. Auch Torwart Benjamin Keller werden die Hochfelder vermissen. Der 28 Jahre alte Torhüter wurde vor der Partie ebenso wie Kohlenbrenner und Spielleiter Stefan Eckl verabschiedet. „Mir wird der Aufwand zu viel. Ich will mich künftig mehr der Familie widmen“, erklärt Keller den Schritt, den Stadionsprecher Toni Poyatos mit der Vokabel „Baby-Jahr“ bezeichnete. Der Abschluss war so, wie es sich ein Torwart wünscht: Ein Sieg ohne Gegentor. Dazu kommt der Ligaverbleib. Ein gelungener Tag.