Ludwigshafen Karl-Kreuter-Schule: Die Rektorin geht von Bord

Gabriele Bettag hält in der Turnhalle ihre Abschiedsrede.
Gabriele Bettag hält in der Turnhalle ihre Abschiedsrede.

Gabriele Bettag war 20 Jahre lang Rektorin der Karl-Kreuter-Schule in Oggersheim. Am Dienstag wurde sie mit einem bunten Programm in den Ruhestand verabschiedet.

Im Hintergrund steht schon alles für das gemeinsame Anstoßen mit Sekt bereit. Schüler der benachbarten Georgens-Schule haben ein Buffet aufgebaut. Alles wartet auf ein feierliches Zusammensein, alle sind sommerlich-festlich gekleidet. Aber zunächst hat das Kollegium von Rektorin Gabriele Bettag ein Überraschungsprogramm vorbereitet. Sie selbst wisse gar nicht, was geplant sei, sagt sie. Trotzdem macht sie den Anfang.

„Die bleiben alle!“

„Ich bin ein bisschen nervös“, gesteht die Rektorin. Sie begrüßt ihre Gäste. Das Kollegium, Leiterinnen der umliegenden Kitas, ehemalige Kollegen und viele andere sind gekommen, um ihre lange Zeit als Rektorin zu würdigen. Das Programm beginnt mit einer ersten musikalischen Einlage. „Das hat sie sich gewünscht“, erzählt Konrektorin Stefanie Laubenstein. Die Lehrerband hat einiges zu bieten. Eine Sängerin, Bass, Gitarre, Cajón und sogar ein Geigensolo. Ob die Lehrer ihrer Rektorin mit dem Song „Stand by me“ von Ben E. King wohl etwas mitteilen möchten?

Auf Wunsch der Rektorin hat das Kollegium mehrere musikalische Einlagen vorbereitet.
Auf Wunsch der Rektorin hat das Kollegium mehrere musikalische Einlagen vorbereitet.

Bettag war immer an der Seite ihres Kollegiums. Dass die dynamische Lehrerin nun in den Ruhestand gehe, sei gar nicht zu glauben, sagt Stefan Weißmann, der bei der Stadt den Bereich Schulen leitet. Sie sei immer sehr akkurat gewesen, erzählt er. Bei Bettag und ihren Kollegen löst er damit Nicken und Gelächter aus. An einer Schule, die sich in ständigem Wandel befindet, ist das wohl eine notwendige Eigenschaft. Bettag erzählt von falschen Prognosen, die davon ausgegangen seien, dass sich die Schülerzahl an Grundschulen verringern würde. Von Klassenstufen, die erst einzügig gewesen seien und irgendwann fünfzügig. Von Personalmangel nach der Entscheidung, Ganztagsbetreuung anzubieten.

Aber ihr Kollegium steht ihr ebenso treu zur Seite. Manche seien seit ihrem Referendariat an der Karl-Kreuter-Schule, erzählt Bettag. Besonders freue sie sich darüber, dass sogar eine ehemalige Schülerin als Lehrerin zurückgekehrt sei. In einer Rede ermahnt sie die engagierten Lehrer, immer an den Spruch der Schulsekretärin Iris Liepert zu denken: „Das kriegen wir schon hin!“ Und das ab sofort ohne sie.

Ein Tag am Meer

Heike Neugebauer, Referentin der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), überreicht und verliest die offizielle Urkunde. Sie würde mit Erreichen der Altersgrenze in die Pension versetzt. „Ich lese das nur vor!“, sagt Neugebauer und lacht. Auf der bunt geschmückten Bühne ihrer Turnhalle nimmt Bettag die Urkunde entgegen.

Mit Sportübungen und einem Quiz muss sich Bettag spielerisch Sterne erarbeiten.
Mit Sportübungen und einem Quiz muss sich Bettag spielerisch Sterne erarbeiten.

Und was nun? Neugebauer schenkt Bettag einen Wein, der den Namen „Ein Tag am Meer“ trägt. Mit dem Tag am Meer liegt sie schon ganz richtig. Vielleicht werden es aber auch ein paar Tage mehr. Gabriele Bettag möchte in die Ferne. „Abschiede sind Tore in neue Welten“, sagt sie in ihrer Abschiedsrede. Um neue Welten kennenzulernen, hat sie jetzt Zeit. Und dazwischen wolle sie sich endlich mehr Zeit für ihren Sport nehmen. Aber auch der Geist solle fit bleiben. An der Universität Mannheim möchte sie sich als Gasthörerin einschreiben. „Das Leben ist ein ständiges Lernen.“ Das sei auch das Tolle an ihrem Job gewesen.

Doch bevor Gabriele Bettag in den Ruhestand gehen darf, muss sie das Programm mitmachen, das ihr Kollegium ausgetüftelt hat. „Du darfst nur gehen, wenn du fünf Sternchen sammelst.“ Es folgen Spiele, bei denen der Spieß umgedreht wird und die Rektorin sich Fleißsterne erarbeiten muss. An einer Frage im Musik-Quiz scheitert sie fast. „Gabi, es sieht schlecht aus“, mahnt ihre Kollegin. Die Frage: Wann gründeten sich die Beatles? Bettags Antwort: in den Sechzigern. Dafür gibt es einen halben Stern und die Rektorin wird gnädigerweise mit 4,5 Sternen in den Ruhestand entlassen.

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