Ludwigshafen
Jugendhilfe: Aus Verein wird Stiftung
Schon vor sieben Jahren war deutlich, dass die Struktur des Ludwigshafener Vereins für Jugendhilfe als rein ehrenamtlich geführter Verein nicht mehr zukunftsfähig war. Denn ehrenamtliche Helfer konnten sich nicht einer unüberschaubaren Haftung aussetzen, die im Alltag der Organisation täglich vorkommen konnten. Ein hauptamtlicher Vorstand nebst ehrenamtlichem Kontrollgremium war daher seither die Übergangsform, die nun in eine dauerhafte Stiftung übergegangen ist.
„Dieser Übergang dient auch der langfristigen Erhaltung des Rechtsträgers“, erklärte Geschäftsführer Christoph Andes. Denn der Verein verfüge, wie auch andere, nur noch über sehr wenige Mitglieder. Das sei wiederum nicht verwunderlich, denn die Organisation habe sich zu einem modernen Sozialunternehmen entwickelt und ist längst kein klassischer Ehrenamtsverein mehr. „Eine Stiftung hingegen ist vom Mitgliederbestand unabhängig und bietet damit Sicherheit für die Mitarbeiter und unsere betreuten Personen.“
Inhaltliche Ausrichtung bleibt
Am Führungsmodell selbst habe sich im Zuge des Übergangs nichts geändert. „Die Arbeit von mir als hauptamtlichem Vorstand wird weiterhin von einem Ehrenamtsgremium kontrolliert.“ Allerdings heißt dies nun nicht mehr Aufsichtsrat, sondern Stiftungsrat. Inhaltlich und auch personell ändere sich hingegen nichts. Und auch die Arbeit wird den Mitarbeitern in den Bereichen betreutes Wohnen, ambulante Hilfen zur Erziehung sowie Integrationshilfe sicher nicht ausgehen. Im Gegenteil: „Es ist das Schicksal einer jeden Organisation, deren Arbeit sich bewährt hat, weiter zu wachsen. So ist das auch bei uns“, so Andes.
Es ist bereits jetzt – insbesondere mit Blick auf die tagespolitischen Geschehnisse – absehbar, dass die Jugendhilfe auch in Zukunft soziale Bedarfe bedienen und sich weiterentwickeln wird. Als Beispiel aus dem betreuten Wohnen ist die Herausforderung der Jugendämter bezüglich der Unterbringung von unbegleiteten minderjähren Asylsuchenden auch hier zu spüren. „Aber es zeigt sich, dass wir gute Arbeit leisten, unsere Arbeit gebraucht wird und wir hoffen, stets über die erforderlichen Mittel zu verfügen, damit das auch in Zukunft und in Zeiten zunehmend klammer Kassen so bleibt“, sagte Andes.
Verein wurde 1977 gegründet
Seit 1977 wird der im Paritätischen Wohlfahrtsverband organisierte Ludwigshafener Verein für Jugendhilfe als zuverlässiger Kooperationspartner von Jugendämtern, Kindertageseinrichtungen, Schulen und Justiz wahrgenommen. Die Schwerpunkte der Arbeit lagen von Anfang an auf der ambulanten und stationären Jugendhilfe sowie der Eingliederungshilfe. Das vielfältige Angebot reicht von ambulanten und individuellen Hilfen bis hin zum betreutem Wohnen. Mehr als 125 Mitarbeiter unterstützen Familien, Kinder und Jugendliche bei dem Erwerb von Erziehungskompetenzen, der Alltagsbewältigung sowie bei der Persönlichkeitsentwicklung.