Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel „Jobs for Future“ verzeichnet über 25.000 Besucher und starke Nachfrage

Ein Schwerpunkt der Messe lag in diesem Jahr beim Wiedereinstieg in den Beruf nach längeren Auszeiten.
Ein Schwerpunkt der Messe lag in diesem Jahr beim Wiedereinstieg in den Beruf nach längeren Auszeiten.

25.300 Besucher, 300 Aussteller: Bei der Mannheimer Messe „Jobs for Future“ treffen Motivation, Beratung und Bewerbung aufeinander.

Auf den ersten Blick wirkte bei der Messe „Jobs for Future“ alles wie immer: Besuchermassen junger Menschen, am Donnerstag und Freitag im Verbund als Schulklasse, am Samstag oft als Kleingruppe und in Begleitung der Eltern unterwegs, drängten sich durch die Gänge von großer und kleiner Maimarkthalle. Rund 300 Aussteller hielten eine fast undurchschaubare Menge an Informationen bereit.

Das galt auch für Marcel Biermann, Recruiter des Unternehmens Aradagh Glas Packaging aus Germersheim. „Wir hatten heute sehr gute Gespräche, und die Leute waren wirklich interessiert“, lautete sein Fazit am Samstag. Wie immer galt schließlich die Ausstellerweisheit, nach der die Schulklassen an den Tagen zuvor die Messe als Pflichtveranstaltung ansehen, während samstags nur die wirklich interessierten Besucher nach Mannheim kommen.

Mit seinen Kollegen hatte er deshalb vorgesorgt und die Besucher konnten sich in zwei Warteschlangen einreihen: „Ich muss hier sein“ und „Ich will hier sein“, waren die Zugänge überschrieben. „Teils müssen wir auch Vorstellungsarbeit leisten, denn viele kennen uns nicht – obwohl unser Standort nur eine gute halbe Stunde von Mannheim entfernt liegt.“

Reifenwechsel auf Zeit – so wie hier am Stand der Handwerkskammer konnten sich die Besucher der Messe in verschiedenen Berufsbil
Reifenwechsel auf Zeit – so wie hier am Stand der Handwerkskammer konnten sich die Besucher der Messe in verschiedenen Berufsbildern ausprobieren.

Zumindest mit dem Bekanntheitsgrad hatte Miriam Vogt kein Problem. Die Universität Heidelberg ist weit über die Region hinaus ein Begriff. „Aber die meisten wissen nicht, dass man bei uns nicht nur studieren kann, sondern die Universität auch ein Arbeitgeber und Ausbildungsbetrieb ist“, erklärte sie ihr Dilemma.

Interesse in allen Branchen

Tierpfleger, Laborberufe und auch im Verwaltungsbereich biete die Ruperto Carola Angebote für Berufseinsteiger. „Wir waren viele Jahre als Arbeitgeber hier, aber die meisten haben wegen eines Studiums gefragt. Deshalb haben wir dieses Jahr einen Gemeinschaftsstand mit der Studienberatung“, erklärte Vogt gegenüber der RHEINPFALZ. „Und das läuft wirklich sehr gut.“

Auch Melanie Geiger vom Recruiting der BASF zeigte sich zufrieden. „Der Freitag war schon sehr gut, aber der Samstag toppt das Ganze noch einmal.“ Und von einer Verunsicherung im Kontakt mit der BASF habe sie wenig wahrgenommen. „Natürlich haben einige nachgefragt, wie denn aktuell die Übernahmechancen bei uns sind, aber das waren weniger, als wir eigentlich befürchtet hatten.“ Stattdessen verwies sie auf Zahlen: „Wir lagen nach zwei Tagen schon bei 70 Leuten, die sich direkt bei uns am Stand beworben haben. Im Vorjahr hatten wir insgesamt 100“, erklärte Geiger am Samstagmorgen, als der Großteil dieses starken Tages noch vor ihr lag.

Auch das Interesse an Bauberufen war vorhanden. „Unser Vorteil ist, dass wir wirklich jedem mit jedem Schulabschluss eine Chance geben“, erklärte Julia Balke, Ausbilderin bei Sax + Klee. Das größte Problem sei vielmehr, dass nicht alle die große Vielfalt auch im Tiefbau kennen. „Da wissen die meisten nur vom Straßenbauer. Aber dass es auch Kanal- und Brunnenbauer gibt, ist den wenigsten bekannt.“ Auch für diese „Aufbauarbeit“ kommen die Unternehmen zur „Jobs for Future“.

Viele Anfragen von Quereinsteigern

Bei einer Dame stand hingegen eine ganz andere „Aufbauarbeit“ auf dem Programm. „Ich möchte nach meiner Trennung wieder in den Beruf einsteigen“, erklärte die Mit-Vierzigerin. Auch dafür gab es passende Angebote, Menschen wie sie hatten Karin Brückner und die Weiterbildungsscouts mit der Aktion „50 Plus“ im Blick. Zumal gerade das Potenzial an erfahrenen Frauen für die Berufswelt noch weitgehend unerschlossen sei.

„Ich hatte noch nie so viele Berufsanfragen von Quereinsteigern wie in diesem Jahr“, berichtete indes Sandra Knüttel vom Logistikunternehmen Contargo. Für sie ein Beleg der aktuellen Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt und eine deutliche Veränderung gegenüber den bisherigen Veranstaltungen.

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