Ludwigshafen Jeanette Biedermann und der böse Scrooge

Es ist eine der bekanntesten Weihnachtsgeschichten der Welt, erzählt von Charles Dickens als „A Christmas Carol“. Jetzt kommt die Musicalfassung mit dem Titel „Vom Geist der Weihnacht“ in die SAP-Arena nach Mannheim. Jeanette Biedermann wird als Engel das Publikum verzaubern. Die Produktion verspricht opulente Bilder auf ganz großer Bühne.

Für den Geschäftsmann Ebenezer Scrooge ist Weihnachten „Rattendreck“. Eiskalt bleibt er Weihnachten allein zu Hause und prüft, wo er noch Schulden eintreiben könnte. „Heute würde man Scrooge einen Kredithai nennen“, sagte Komponist Dirk Michael Steffan bei der Vorstellung der Produktion. Doch die Geschichte spielt auch in der Musicalfassung im viktorianischen England des Charles Dickens. Mit aufwendigem Bühnenbild und vielen Schauspielern und Statisten soll die Atmosphäre des alten London entstehen. Zwar wird aus technischen und akustischen Gründen kein Orchester in der SAP-Arena spielen, aber es wird live gesungen und das Bühnenbild durch Videoprojektionen ergänzt. Star dieser Inszenierung ist natürlich Jeanette Biedermann. Für die 34-jährige Schauspielerin und Sängerin ist es ihre erste Musicalrolle. Als strahlend schöner Engel nimmt sie den bösen Scrooge mit auf eine Reise durch die Zeit – und die Zuschauer gleich mit. Sie sehen Scrooge als den kleinen Jungen, der er einmal war, der einsam und ohne Liebe in einem Internat aufgewachsen ist. Als junger Mann war er mal verliebt, doch entschied er sich für Karriere und Geld. Der Engel zeigt ihm in der Gegenwart, wie arme Menschen leben und trotz allem einander in Liebe zugetan sind. Doch um das kalte Herz des finsteren Scrooge zu rühren, braucht es mehr. Es gibt große Gefühle in dieser Produktion, aber auch unterhaltsame kleine Szenen am Rande, die Teil des großen Panoramas sind. In der Rolle des Scrooge spielt und singt Felix Martin. Er ist ein erfahrener Musical-Akteur. Als beliebtester Darsteller und als schönste männliche Stimme wurde er mehrfach von deutschen Fachmagazinen ausgezeichnet. Als Marley, den untoten Geschäftspartner des Scrooge, steht Mathias Schlung auf der Bühne. Ihn kennt man in der Region noch als Siegfried, den er bei den Nibelungenfestspielen 2009 in Worms gespielt hat. Komponist Dirk Michael Steffan hat die Musik zu diesem Musical von romantisch bis dramatisch gestaltet. Klassische Weihnachtslieder werden hier nicht erklingen, aber es gebe viele Anspielungen und Zitate, verspricht er. Der Stil sei immer wieder bekannten Weihnachtsmusiken nachempfunden und doch etwas Neues. Dabei gebe es immer wieder auch beeindruckende Soloauftritte, wie etwa das Lied eines Sternsinger-Kindes. Das Musical wurde 2001 im Metronom-Theater in Oberhausen aufgeführt, einer Musicalbühne. In den Folgejahren wurde das Stück mit großem Erfolg in Köln, Berlin, Frankfurt und München gezeigt. Nach Angaben der Produzenten haben bisher 500.000 Zuschauer die Aufführungen besucht. Jetzt geht die Produktion auf Tour durch große Arenen. Wer sehen will, ob Scrooge von Geiz und Einsamkeit erlöst wird, hat dazu Gelegenheit bei fünf Aufführungen in der Mannheimer SAP-Arena.

x