Ludwigshafen
Irgendwo in LU: Zwei Christbaumzüchter erklären ihre Arbeit
Gibt es für Sie eine richtige Berufsbezeichnung?
Christian Scheuermann: Man könnte uns „Christbaumzüchter“ nennen. „Weihnachtsbaumanbauer“ würde aber auch gehen. Einen festen Begriff dafür gibt es nicht.
Dann ist das sicher kein Lehrberuf. Wie wird man Christbaumzüchter?
Christian Scheuermann: Man braucht ein Herz für die Natur und natürlich ein Auge, damit die Bäume eine schöne Form bekommen. Bei uns wird jeder Baum von Hand gepflegt.
Nico Scheuermann: Ich selbst arbeite noch in einem kleinen Forstbetrieb in der Holzernte.
Und wieso verkaufen zwei Mudauer ihre Bäume in Ludwigshafen?
Christian Scheuermann: Wir selbst sind jetzt seit 13 Jahren hier. Aber unsere Bäume kommen schon seit vielen Jahrzehnten hier nach Friesenheim. Wir haben damals den Vorgänger beliefert. Und als der sich zur Ruhe gesetzt hat, haben wir den Verkauf selbst übernommen, weil die Kunden weiter unsere Bäume wollten.
Merken die Kunden den Unterschied?
Nico: Auf jeden Fall! Viele Kunden legen Wert auf kurze Transportwege und auf frische Bäume.
Standen Ihre Bäume dann heute Morgen noch im Wald?
Nico Scheuermann: Ganz so frisch sind sie jetzt nicht. Ein bisschen Vorlauf für die Verarbeitung benötigen wir schließlich. Aber ich würde sagen, dass diese Bäume vor maximal einer Woche geschlagen worden sind.
Sind Nordmanntannen noch immer die gefragtesten Bäume?
Christian Scheuermann: Wir haben ausschließlich Nordmanntannen. Das ist nach wie vor die gefragtester Sorte. Wir hatten es auch mal mit Nobilis, also Edeltannen versucht. Die haben so einen leichten Blauschimmer. Aber die wurden sehr selten gefragt.
Ich habe vor ein paar Tagen im Radio gehört, dass die Nordmanntannen aufgeschlagen haben. Bei Ihnen auch?
Christian Scheuermann: Auch wir mussten eine Preisanpassung vornehmen. Aber ich glaube, dass unsere Kunden das verstehen. Immerhin unterstützt man mit dem Kauf eines Naturbaumes die Natur. Das ist anders als bei einem Plastikbaum.
Nico Scheuermann: Bis zur Verwendung in einem Holzheizkraftwerk ist es ein geschlossener Kreislauf.
Wie lange braucht so ein Baum, bis er eine verkaufsfähige Größe hat?
Christian Scheuermann: Bis so ein Baum zwei Meter groß ist, vergehen sicher acht bis zehn Jahre.
Kommen Ihre Kunden nur aus Friesenheim?
Christian Scheuermann: Der Großteil schon, würde ich sagen. Das merkt man, weil die Leute zu Fuß zu uns kommen. Aber es gibt auch Kunden, die halten kurz mit dem Auto. Dann sind wir fast so etwas wie ein „Weihnachtsbaum Drive-in“.
Sie selbst stehen bis kurz vor Weihnachten von morgens bis abends hier. Wie funktioniert da die eigene Weihnachtsvorbereitung?
Nico Scheuermann: Gar nicht. Das müssen unsere Frauen übernehmen.