Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Investoren-Wettbewerb für TVR-Sportplatz

Das Sportgelände in der Dorfmitte soll bebaut werden.
Das Sportgelände in der Dorfmitte soll bebaut werden.

In seltener Einigkeit hat der Rheingönheimer Ortsbeirat am Donnerstagabend entschieden, wie es mit Blick auf die angedachte Bebauung des TV-Sportgeländes in der Dorfmitte weitergehen soll. Jetzt ist die Stadtverwaltung wieder am Zug.

Keine Einwohnerfragestunde, kein Bericht des Ortsvorstehers: Mit nur einem Thema hat sich der Ortsbeirat Rheingönheim in seiner jüngsten Sitzung beschäftigt. Die sozialliberale Fraktion hatte den Antrag eingebracht, die Bebauungsmöglichkeiten auf dem Gelände des TV Rheingönheim und den angrenzenden städtischen Grundstücken am Hohen Weg festzustellen.

Schon nach einer guten halben Stunde waren sich alle Mitglieder des streitbaren Gremiums einig, dass die Verwaltung einen Investoren-Wettbewerb auf den Weg bringen soll, der verschiedene Nutzungsmöglichkeiten wie Wohnbebauung, die Errichtung eines Supermarkts oder auch einer Tagespflegeeinrichtung beinhaltet. Dabei legen alle Fraktionen großen Wert darauf, dass die Belange des Turnvereins berücksichtigt werden und das kommunale Immobilienunternehmen GAG mit ins Boot geholt wird.

Vorarbeiten für Aldi-Pläne

Aber zunächst hagelte es Kritik an der Verwaltung: Ortsvorsteher Wilhelm Wißmann (CDU) beklagte, dass er sich eigentlich gewünscht habe, dass ein Fachmann der Verwaltung den Ortsbeirat über die Bebauungsmöglichkeiten für das Gelände informiert, bevor darüber abgestimmt wird. „Aber das wurde uns nicht zugestanden“, bemerkte Wißmann enttäuscht.

Der Ortsvorsteher sprach sich erneut dafür aus, dass der Discounter Aldi oder ein anderer Supermarktbetreiber auf dem Areal eine Filiale errichten sollte, weil dazu bereits Vorarbeiten geleistet worden seien und Gutachten vorliegen würden. Wißmann hält auch einen Supermarkt mit einer Wohnbebauung auf dem Dach für denkbar. Er betonte, dass dem Turnverein jedoch bei einer Ausschreibung unbedingt das zugestanden werden müsse, was den Sportlern in den bisherigen Überlegungen schon versprochen worden sei.

Ortsbeirat nicht eingebunden

Julia May (SPD) beklagte, dass die bisherigen Aussagen der Verwaltung zu den Bebauungsmöglichkeiten sehr unkonkret seien. „Wir wissen jetzt, dass wir uns an dieser Stelle alles vorstellen können. Aber die Verwaltung hilft uns nicht weiter.“ Fraktionssprecher Thomas Engeroff ergänzte verärgert: „Die Frage ist weiterhin offen, ob dort Wohnbebauung überhaupt möglich ist.“

Wie mehrfach berichtet, sorgen die Pläne des TV Rheingönheim seit vielen Monaten für Diskussionen im Stadtteil und im Ortsbeirat. Der Verein war sich mit der Firma Aldi einig darüber geworden, dass auf einem Teil des Sportgeländes eine moderne Supermarktfiliale gebaut werden soll. Im Gegenzug soll der Verein einen neuen Multifunktionsplatz bekommen. Der Ortsbeirat war jedoch bisher nicht in dieses Vorhaben involviert, obwohl die betroffenen Grundstücke teilweise der Stadt gehören. Daher hatte die sozialliberale Fraktion diverse Fragen an die Verwaltung und die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft (WEG) gestellt, um den Sachstand zu klären.

Interessenten überbieten sich

Kurz zusammengefasst lautete das Fazit: Es ist noch alles offen, und es werden voraussichtlich noch einige Jahre ins Land ziehen, bevor Baurecht für das Areal geschaffen werden kann. Neben der Firma Aldi sind mittlerweile auch andere Investoren an dem attraktiven Gelände interessiert und bereit, deutlich höhere Preise dafür zu bezahlen als der Discounter.

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