Ludwigshafen
Interview: Handball-Trainerin Viktoriya Kühn spricht über das Damenteam der TSG Friesenheim
Seit vergangenem Sommer kümmert sich Viktoriya Kühn (43) um die Entwicklung des weiblichen Nachwuchses bei den Handballern der TSG Friesenheim. Zuerst als A-Jugend-Trainerin und Koordinatorin. Seit dieser Saison trainiert die in Karlsruhe-Ettlingen wohnende ehemalige ukrainische Jugendnationalspielerin zusätzlich noch die Damen. Am Sonntag besiegte ihr junges Team im Oberliga-Derby die TG Waldsee 30:26 (14:11) und nimmt nun den fünften Tabellenrang ein.
Frau Kühn, wie hat Ihnen das Spiel Ihrer Mannschaft gegen das schon etwas ältere und routinierte Team aus Waldsee gefallen ?
Unterm Strich war ich mit Ergebnis und Spiel zufrieden. Natürlich haben wir noch zu viele technische Fehler gemacht. Aber das gehört in der Entwicklung der jungen Mannschaft dazu. Auch die vielen Chancen hätten wir besser nutzen müssen. Man muss aber auch sehen, dass mehr als die Hälfte der Mannschaft aus der A-Jugend-Bundesliga-Truppe mit den Jahrgängen 2001 und 2002 besteht. Ich bin unglaublich froh, dass die erfahrenen Spielerinnen wie Yvonne Rolland und Nina Wendler die Jungen führen und unter ihre Fittiche nehmen. Wenn es mal chaotisch wird, können sie Ruhe ins Spiel bringen. Die Mischung passt.
Gefällt Ihnen Ihre Aufgabe bei der TSG Friesenheim ?
Ich bin sehr gerne hier und möchte im Jugend- und Damenbereich etwas bewegen. Viele Spielerinnen kenne ich schon aus meiner Zeit bei der Rheinland-Pfalz-Auswahl. Ich bin hoch motiviert und kann Mannschaften zu besseren Leistungen anstacheln. Im Team arbeite ich mit Martin Buschsieper von der Handball-Abteilungsleitung zusammen, der mich und den weiblichen Teil bei der TSG hervorragend unterstützt. Unsere Vorstellungen stimmen weitgehend überein, und wir verfolgen ein gemeinsames Konzept.
Sie sind eine leistungsorientierte Trainerin und haben jahrelang in ihrer Heimat Erste Liga gespielt. Wie ziehen die Mädchen und jungen Damen in Ludwigshafen mit? Sind Sie eine strenge Trainerin?
Ich bin nur im Training streng. Das wissen die Mädchen mittlerweile. Die Spielerinnen nehmen Ratschläge und Tipps an. Sie sind offen für Neues, wollen immer hinzulernen. Das gefällt mir. Ich denke, wir können alle voneinander profitieren.
Wie sieht das Konzept für die nächsten Jahre aus?
Wir wollen unsere Spielerinnen halten und versuchen neue Talente aus der Region durch unsere Arbeit zu überzeugend und zu gewinnen. Die A-Jugend-Bundesliga hat schon Strahlkraft. Das zieht. Dort wollen wir uns so gut wie möglich präsentieren und uns natürlich von Jahr zu Jahr steigern. Aus diesem Bereich sollen die Besten jedes Jahr dann an das Oberliga-Team herangeführt werden. Diese Saison ist für die vielen Jungen zum Kennenlernen angedacht. In der ersten Saison soll es ein Platz unter den ersten Fünf sein. Mittelfristig wollen wir mit der TSG im Damenbereich in die Dritte Liga.
Gibt es Talente bei der TSG Friesenheim?
Ja, sicher. Wir haben etliche Talente in unseren Reihen. Ich nenne zum Beispiel die Linkshänderin Janina Stolle auf Rechtsaußen. Aber auch Angelina Schreyer am Kreis und viele andere junge Mädchen machen ihre Sache richtig gut.