Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Hochstraßenabriss kommt voran

Die Bagger tragen die Trasse vom Rand her ab.
Die Bagger tragen die Trasse vom Rand her ab.

Der Abriss der Pilzhochstraße läuft planmäßig weiter. Derzeit wird das größte Einzelbauwerk der Trasse von Baggern zerlegt. Im Laufe der kommenden Woche soll das Teilstück vollständig verschwunden sein. Das Parkhaus in der Dammstraße muss im September einige Tage schließen. Es gibt aber eine Ersatzlösung.

Bauwerk 167 heißt der Teil der Pilzhochstraße, der momentan abgerissen wird. 90 Meter lang ist die Konstruktion. Dazu kommen noch zwei Abfahrtsrampen, die auch weg müssen. In der Gluthitze sind die Baggerführer und die Bauarbeiter nicht zu beneiden. Die Baumaschinen arbeiten sich Meter für Meter voran. Mit ihren Hydraulik-Armen, an deren Ende sich Zangen befinden, wird die Hochstraße von der Seite her „angeknabbert“. Fast zwei Meter der Trasse sind von jeder Seite schon abgetragen. Der Betonschutt türmt sich auf dem Boden, der mit Holzdielen (Baggermatratzen) ausgelegt worden ist, damit die tonnenschwere Last den Untergrund nicht zerquetscht.

Die Luft über der Baustelle flimmert in der Hitze. Wasserstrahlen sollen den Staub einfangen, der freigesetzt wird. In der derzeitigen Trockenheit würde ansonsten eine riesige Staubwolke über der Abrissstelle entstehen, die Feinstaub in die City und die Südliche Innenstadt tragen würde. „Die Befeuchtung ist vorgeschrieben“, sagt Björn Berlenbach, Leiter des städtischen Tiefbauamts. Verspritzt und zerstäubt werden beim Abriss Millionen Liter Trinkwasser.

Das hat bei der Linksfraktion im Stadtrat für Kritik gesorgt. „Es gibt keine andere Möglichkeit, als Wasser einzusetzen“, sagt Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) bei der wöchentlichen Baustelleninformation am Dienstag. Nur so könne die Feinstaubbelastung in Grenzen gehalten werden und dies sei für die Gesundheit der Bürger in der Innenstadt wichtig. Wasser aus dem nahegelegenen Rhein zur Baustelle zu pumpen, wie von der Linken vorgeschlagen, hält Tiefbauamtsleiter Berlenbach für technisch schwierig und auch aus hygienischen Gründen für keine Option.

Mit dem Baufortschritt beim Abriss sind die Stadtverantwortlichen zufrieden. Bereits in der kommenden Woche könnte das Bauwerk 167 Geschichte sein. Voraussichtlich bis Donnerstag werden sich die Bagger bis zur Mitte der Fahrbahn „durchgefressen“ haben, dann werden größere Teile abgetragen. Eine Holzkonstruktion unter der Trasse verhindert das unkontrollierte Einstürzen.

Parkhausausfahrt im September dicht

Der ehemalige Gehweg der Dammstraße ist mit Asphalt verbreitert worden, so dass unmittelbar neben dem Bauzaun eine Zufahrt zum Q-Parkhaus und dem Aldi-Supermarkt in der Dammstraße offen bleiben kann. Nach dem Abriss von Bauwerk 167 und den Aufräumarbeiten wandert die Baustelle Anfang September weiter nach Westen zu den letzten beiden Teilen der Hochstraße, die abgerissen werden. Dann wird die Parkhausausfahrt für sieben bis acht Tage gesperrt. Die Stadt bietet den Dauerparkern während dieser Zeit kostenlose Ersatzstellplätze im Parkhaus Walzmühle an. Per Handzettel sollen die Betroffenen daraufhin hingewiesen werden. Der Aldi-Supermarkt sei von der Sperrung nicht betroffen, sagt die Stadt.

Ab Mittwoch wird es eine zusätzliche Baustelle geben. Bis 10. September wird im unteren Teil der Bismarckstraße an der Ecke zur Dammstraße außerdem die Kanalisation erneuert. Dafür wird die Bismarckstraße in Höhe der Bauarbeiten halbseitig gesperrt, wie die Stadt weiter mitteilt. Das Vorgehen der Kanalbauer sei mit der Abrissfirma abgestimmt. Die Zufahrt zur Tiefgarage in der Dammstraße für das Mosch-Hochhaus bleibt offen.

Alle Bauarbeiten in diesem Bereich sollen bis 14. September abgeschlossen sein. Denn ab diesem Tag sollen Busse und Straßenbahnen wieder den Berliner Platz anfahren können. „Der Termin steht“, sagt die OB, die gemeinsam mit der Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft (RNV) eine Veranstaltung zur Feier des Tages plant. „Das wird ein wichtiger Tag für unsere Stadt“, sagt Steinruck. Schließlich ist der Nahverkehrsknotenpunkt seit 22. November wegen der einsturzgefährdeten Pilzhochstraße nicht mehr anfahrbar. Alle Stadtteile im Süden der Stadt sind seitdem vom Straßenbahnverkehr abgehängt.

Das Parkhaus bleibt vorerst weiter anfahrbar.
Das Parkhaus bleibt vorerst weiter anfahrbar.
Wegen der Abfahrten ist dieses Teilstück breiter als die anderen.
Wegen der Abfahrten ist dieses Teilstück breiter als die anderen.
Mit Wasserstrahlen soll die Staubentwicklung begrenzt werden.
Mit Wasserstrahlen soll die Staubentwicklung begrenzt werden.
Es hat sich schon einiger Schutt angesammelt.
Es hat sich schon einiger Schutt angesammelt.
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