Handball RHEINPFALZ Plus Artikel HLZ-Talent Finn Felix steht vor dem ersten Länderspiel und hat einen Traum

Finn Felix (links) und Torhüter Felix Gleisner landeten beim Deutschland-Cup im All-Star-Team.
Finn Felix (links) und Torhüter Felix Gleisner landeten beim Deutschland-Cup im All-Star-Team.

Bei den Lehrgängen des Deutschen Handballbundes war Finn Felix 2025 meist dabei, zum ersten Länderspiel hat es nicht gereicht. Das wird sich 2026 für das HLZ-Talent ändern.

Er wirkt an diesem Tag entspannt. Die Pause zwischen Weihnachten und Neujahr trug wesentlich dazu bei. „Es war schon sehr viel vor Weihnachten“, räumt Finn Felix ein. Der 16 Jahre alte Spielmacher des B-Jugend-Handball-Bundesligisten HLZ Friesenheim-Hochdorf stand in den vergangenen Wochen im sportlichen Dauerstress. Neben den Einsätzen in der B-Jugend zählte er auch bei der A-Jugend zu den Schlüsselspielern und war zuletzt stets im Doppeleinsatz. Dann kam die Berufung in die Rheinland-Pfalz-Auswahl zum Deutschland-Cup kurz vor Weihnachten in Kassel. Die Mannschaft holte erstmals in der langen Geschichte der „Deutschen Meisterschaft der Landesverbände“ die Bronzemedaille. „Das war schon cool, dass wir so weit gekommen sind“, erzählt Felix. Cool auch deshalb, da das HLZ im 16-köpfigen Kader der RLP-Auswahl gleich mit zwölf Akteure vertreten war.

Das war für den Schüler der 11. Klasse des Max-Planck-Gymnasiums (MPG) im Ludwigshafener Stadtteil Friesenheim noch nicht alles. Die beiden Bundestrainer des DHB, Michael Schweickardt und Finn Lemke, beriefen ihn am Ende des viertägigen Turniers ins Allstar-Team des Deutschland-Cups. Dabei hatte Felix im Spiel um Platz drei gegen die Vertretung aus Bayern nicht mitgewirkt. Eine Prellung am Oberschenkel aus der Partie im Halbfinale gegen Schleswig-Holstein, als er nach zehn Minuten von der „Platte“ musste, zwang ihn zum Aussetzen. „Es war sehr schmerzhaft, aber es wird besser“, sagt Felix. Er gibt zu, dass ihm die aktuelle Pause vom Mannschaftstraining guttut. „Ich mache lediglich bei mir etwas Krafttraining, um fit zu bleiben.“ Bei den Allstars war das HLZ wieder einmal doppelt vertreten. Auch Torhüter Felix Gleisner, mit 14 Jahren der Jüngste des Turniers, erhielt die gleiche Auszeichnung wie sein Teamkollege.

Zum fünften Mal bei DHB-Lehrgang

Die starke Leistung des gebürtigen Ludwigshafeners beim Deutschland-Cup, aber auch im bisherigen Saisonverlauf haben weitere Folgen: Finn Felix, der jüngste Sohn von Markus Felix, der nach seiner aktiven Laufbahn gemeinsam mit den späteren Bundesligaspielern wie Uli Spettmann, Stephan Pfeiffer und Axel Wilbrandt sich im Vorstand der TSG Friesenheim und im HLZ Friesenheim-Hochdorf ehrenamtlich engagiert, erhielt seine fünfte Einladung zum DHB-Lehrgang ins Olympiazentrum nach Kienbaum bei Berlin und wird am 10. Januar 2026 sein erstes Länderspiel im polnischen Watcz gegen Rumänien absolvieren. Einen Tag später folgt die nächste Partie am gleichen Ort gegen Gastgeber Polen. „Zum ersten Mal im Nationaltrikot, das wird bestimmt cool. Ich freue mich natürlich, aber ich werde wie immer entspannt bleiben und beim Spiel das zeigen, was ich kann“.

Der junge Mann macht aus der Einladung keinen Rummel und lässt keine Euphorie aufkommen. „Das ist nicht mein Ding“, sagt Felix. Trotzdem bleibt es sein Ziel, sich im DHB-Trikot zu etablieren und im Sommer die Europameisterschaft zu bestreiten. „Ich muss mich jetzt erst beweisen. Die Konkurrenz ist groß, aber ich werde mich nicht verstecken“, sagt Felix. Am 5. Januar geht es mit dem Zug nach Kienbaum, hier versammelt sich die Mannschaft zur Vorbereitung und bricht dann am 9. Januar nach Polen auf.

Schule spielt wichtige Rolle

Der Ludwigshafener wieder einige Tage in der Schule fehlen. „Die Schule hat viel Verständnis für den Handball, aber ich muss auch den versäumten Stoff nacharbeiten“, erzählt Felix, dessen Großvater und „größter Fan“, der Ehrenvorsitzende der TSG Friesenheim, Armin Fuchs, ist. „Wegen des Deutschland-Cups muss ich noch eine Kursarbeit nachschreiben.“ Die Schule nimmt er genauso ernst wie den Sport. Konkrete berufliche Pläne hat er noch nicht. „Ich denke schon, dass ich studieren möchte“, sagt Felix, der am MPG die Leistungsfächer Mathematik, Chemie und Erdkunde belegt. Dass Sport nicht dabei ist, nimmt er gelassen. „Das Fach gibt es bei uns an der Schule nicht. Und wenn, dann hätte ich es wahrscheinlich auch nicht gewählt, denn bei einer Verletzung wäre dann auch die Abiturprüfung in Gefahr.“

Mit der B-Jugend, die in der Vorrunde der Bundesliga an der Spitze steht, will er die Meisterrunde ebenso erfolgreich bestehen, um das Viertelfinale der Deutschen Jugendmeisterschaft zu erreichen. Bei der A-Jugend möchte der Rückraumspieler dazu beitragen, dass sie auch in der kommenden Spielzeit erstklassig bleibt. Dafür stehen wöchentlich fünf Trainingseinheiten auf dem Plan. Neben den beiden Einheiten mit der B- und der A-Jugend bei Cheftrainer Malte Metz ist er auch regelmäßig im Fördertraining von Nick Dreyer. Dabei lobt er ausdrücklich das Konzept des HLZ. „Ich fühle mich hier sehr wohl, aber auch verbunden“, erklärt Felix.

Ein Traum soll wahr werden

Sein Traum ist es, irgendwann einmal das Trikot der Eulen Ludwigshafen zu tragen. „Ich versuche einfach weiter an mir zu arbeiten und besser zu werden. Dann kommt alles von allein.“ Mit seinen starken Leistungen hat er auch andere Vereine auf sich aufmerksam gemacht. So weilte er im Sommer eine Woche zum Probetraining beim TSV Bayer Dormagen. „Es hat mir sehr viel Spaß gemacht und ich hätte auch wechseln können. Aber ich habe dort sportlich nicht mehr als hier beim HLZ. Dazu habe ich hier meine Schule, mein Umfeld und meine Freunde“, erzählt Felix.

Er übt sich in Geduld und verspürt keinen Druck. „Ich mache das, weil es mir sehr viel Spaß macht. Das soll auch so bleiben“, erzählt Felix, der seinen Vater Markus als wichtigsten Ansprechpartner sieht. „Ohne die Unterstützung meiner Eltern mit der Fahrerei wäre das alles nicht möglich. Zum Glück haben wir einige Fahrgemeinschaften, jetzt kann ich auch mit meinem Bruder Lasse fahren“, erzählt Felix, der über den Jahreswechsel auch auf eine liebgewordene Tradition verzichtet: „Wegen des DHB-Lehrgangs und der beiden Länderspiele habe ich den geplanten Skiurlaub mit Freunden im Zillertal abgesagt“. Finn Felix setzt klare Prioritäten.

Auch in der A-Jugend im Einsatz: Finn Felix beim Wurf im Spiel gegen die Rhein-Neckar-Löwen.
Auch in der A-Jugend im Einsatz: Finn Felix beim Wurf im Spiel gegen die Rhein-Neckar-Löwen.
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