Ludwigshafen „Heute gibt es gefüllte Paprika“
„Irgendwo in Lu“ sind wir jede Woche auf der Suche nach interessanten Gesprächspartnern. Gestern Morgen haben wir Senada Buchmann aus Mutterstadt vor einem türkischen Supermarkt in der Industriestraße getroffen. Die 37-Jährige hatte dort gerade eingekauft.
Ja, regelmäßig. Ich komme so einmal in der Woche hierher oder in den anderen türkischen Supermarkt, der ein paar Hundert Meter weiter ist. Was schätzen Sie an dem Angebot? Na ja, ich komme aus dem ehemaligen Jugoslawien, genauer aus Mazedonien, und hier gibt es vieles, was ich kenne und mag. Und die Lebensmittel, die es hier gibt, sind gut und frisch. Ihr Nachname klingt eher deutsch, ist Ihr Mann Deutscher? Ja, ich aber auch (lacht). Mein Mann kommt ursprünglich hier aus Ludwigshafen. Und der hat durch Sie nun die türkische beziehungsweise mazedonische Küche kennengelernt? Ja. Ich koche häufig solche Gerichte. Aber er mag das auch sehr. Und unsere Tochter auch. Was sind denn so die Speisen, die Sie zu Hause auftischen? Zum Beispiel geräuchertes Rindfleisch mit Bohnen oder auch Hackfleisch halb und halb, also Rind und Lamm anstatt Schweinefleisch. Und die haben hier oft auch sehr zartes Kalbfleisch und auch Fleisch, das aus Ländern des ehemaligen Jugoslawiens kommt. Und deutsches Essen kommt bei Ihnen gar nicht auf den Tisch? Doch, auch. An Weihnachten gab es ganz klassisch Gans mit Knödeln. Was gibt es denn heute Mittag? Heute gibt es gefüllte Paprika. Da ist dann Reis drin und Hackfleisch, außerdem Karotten und Zwiebeln. Und natürlich Gewürze. Kochen Sie täglich? Nein, aber drei-, viermal die Woche schon. Und hilft Ihnen jemand dabei? Nein, unsere Tochter ist erst fünf und damit noch zu klein, und mein Mann räumt hinterher nie etwas weg (lacht). Aber Sie machen das auch gerne? Ja, ich koche schon gerne. Wenn Sie nicht jeden Tag kochen, gehen Sie auch auswärts essen? Ja, das machen wir. Gutbürgerlich? (lacht) Auch das. Wann und wo waren Sie denn das letzte Mal auswärts essen? Am Sonntag in Ludwigshafen, beim Chinesen am Südwest-Stadion. Na gut, lassen wir das. Holen Sie sich für Ihre Speisen auch Anregungen aus Ihrem Heimatland? Anders gefragt, fahren Sie öfter mal nach Mazedonien? Nein, ich habe dort keine direkten Verwandten mehr, meine Familie lebt hier in Deutschland. Aber beruflich haben Sie nicht auch noch mit Essen zu tun? Ich habe zwar ein Bistro in Maikammer. Aber das ist ein Raucherlokal. Da gibt’s nur zu trinken.