Meinung
Herzensangelegenheit: Landrat endlich in der Wochenendkolumne
Am 19. November 2025 hat Volker Knörr (CDU) die Amtsgeschäfte als Landrat von seinem Parteifreund Clemens Körner übernommen. Und seitdem warten wir in der Redaktion darauf, dass sich der jetzt schon nicht mehr so ganz neue Landrat mal mit Nachdruck für unsere Wochenendkolumne bewirbt.
Denn in diesem Punkt konnte man Körner keine Vorwürfe machen: Ob wegen eines Schnappschusses mit dem Krönchen einer Weinprinzessin oder eines Gruppenbildes mit sämtlichen Fasnachtshoheiten des Kreises – Körner war quasi omnipräsent in dieser Rubrik. Gerüchteweise soll er einen ganzen Ordner mit „seinen“ Texten gehabt haben.
Beim Rundgang durch das Aquabella und den Saunabereich, der umgebaut wurde, hat sich sein Nachfolger aber offenbar ein Herz gefasst. Und das im wörtlichen Sinne. Der Landrat hat eben ein Herz für wartende Lokaljournalisten und offenbar auch sein Herzblut für Wochenendkolumnen entdeckt.
Doch von vorne. Bei Ortsterminen kommt man gerne ein bisschen ins Plaudern. Man erfährt von den Beteiligten und Verantwortlichen oft Dinge, die für den Hintergrund geeignet sind, zur Einordnung eben. In den Text schaffen es solche Informationen allerdings höchst selten.
Dann gibt es noch Grenzfälle. Nette Details, mit denen man den Text anreichern kann, die nicht entscheidend sind, aber am Ende das Gesamtbild abrunden oder verdeutlichen. Dass in die renovierte Sauna des Kreisbads Aquabella Bretter mit eingefrästen Herzen montiert werden, war ein typischer Fall von „Kann man machen, muss man nicht“. Es war ja nicht so, dass der Landrat etwas besonders Wichtiges auf dem Herzen hatte und loswerden wollte.
Aber wie sich der Termin dem Ende zuneigt, wir die Eingangstreppe zur Sauna hinunterschlendern, steht da auf einmal der Transporter mit den Brettern und den Herzchen vor dem Gebäude. Unser aller Herzen jubilierten. So ein Zufall. Und der Landrat machte aus seinem Herzen selbstverständlich keine Mördergrube, hatte das Herz am rechten Fleck und posierte mit einem der angesprochenen Brettchen.
Das ist für mich der eindeutige Beweis: Volker Knörr wollte uns in der Redaktion nie das Herz brechen. Und selbstverständlich würde ihm auch nie das Herz in die Hose rutschen vor lauter Angst, im „Land und Leute“ vorzukommen. Er ist halt doch ein herzensguter Mensch und hat das Herz am rechten Fleck. Da kann einem als Lokaljournalist schon das Herz aufgehen. Wir hoffen, dass sich der Landrat das jetzt auch zu Herzen nimmt und regelmäßig bei Terminen Kooperationsbereitschaft zeigt. Denn in unseren Herzen wissen wir: Er ist ein Landrat mit Herz.