Ludwigshafen
Hallensportfest der Grundschulen mit neuem Konzept
„Für das Turnen hatten wir zuletzt nur noch Anmeldungen aus fünf Schulen“, berichtet Sandra Staat. Die Fachberaterin Schulsport im Bildungsministerium des Landes veranstaltet das Turnier zusammen mit ihrem Kollegen Jörg Streb und ergänzt: „Wir sind zwar kein Turnfest mehr, aber die Übungen sind alle turnerisch angelegt.“ Geräteturnen sei bei den Kindern zwar durchaus noch beliebt – viele Vereine mit Kunstturnangeboten führten Wartelisten für die Aufnahme, aber an den Schulen scheitere der Unterricht oft an den Fachkräften. Viele Lehrer scheuten sich aus Angst vor einer möglichen falschen Hilfestellung vor der Disziplin, so Streb.
Deshalb habe man sich vor zwei Jahren zur Neuorientierung entschlossen. So gehe es zwar auch beim Hallensportfest um Kraft, Koordination und Schnelligkeit, aber in spielerischer Form, ohne Leistungsdruck. „Wir vergeben fünf erste, fünf zweite und vier dritte Plätze“, sagt Sandra Staat. Bei 14 teilnehmenden Schulen sei dies eine gerechte Verteilung.
Doch vor der Ehrung steht die körperliche Leistung. Die größte Ähnlichkeit mit Turnen hat die Übung am Barren. „Springe in den Stütz und ziehe im Anschluss fünf Mal die Beine zur Brust“, lautet die Anforderung an die Grundschüler. Gezählt werden die Kinder einer Staffel, die diese Übung erfolgreich absolvieren. „Im vergangenen Jahr hatten wir zwei unterschiedliche Systeme, in denen entweder die Anzahl der erfolgreichen Übungen gezählt wurde, oder wir haben die Zeit gestoppt, die eine Staffel für die Übung benötigt hat“, erläutert Staat. Das habe für Verwirrung gesorgt. „Deshalb zählen wir dieses Jahr nur noch die Übungen.“
Spaß macht beides
Den Kindern macht der spielerische Wettkampf offensichtlich viel Freude. Vor allem das „Schwingen an den Ringen“ erfreut sich großer Beliebtheit. Gar nicht so einfach, wie Tarzan an der Liane nach vorne zu schwingen und gleichzeitig den Plüschball zwischen den Füßen in den vorgesehenen Kasten zu manövrieren. Ebenfalls nicht einfach: den Ball zwischen zwei Bäuchen einklemmen und gemeinsam über die Bank balancieren. Spaß macht beides. Wie das Hüpfen auf einem Bein oder das Ablaufen eines Hindernisparcours.
Sieben Stationen haben Staat, Streb und ihre Helfer aufgebaut. Nach der Vorführung einer Übung soll Musik beim Einturnen helfen. Dafür haben die Schüler fünf Minuten Zeit. Das ist nötig, weil die Stationen streng geheim waren. Schließlich sollte die einzelnen Übungen niemand vorab gezielt trainieren können. Durch die Konzentration der Veranstaltung auf Grundlagenübungen zur Schnellkraft, Körperspannung, Stützkraft, Sprungkraft oder Teamarbeit können sich auch Schulen beteiligen, bei denen Turnen im Sportunterricht keine übergeordnete Rolle spielt.
Einzelsieger gibt es beim Hallensportfest nicht mehr. Die Karl-Kreuter-Schule (Oggersheim), die Mozartschule (Rheingönheim), Rupprechtschule (Friesenheim), Lessingschule (Edigheim) und die Schillerschule in Mundenheim teilen sich am Ende den ersten Platz und erhalten jeweils Urkunden in Gold. Die Schillerschule in Oggersheim gewinnt den Eierlauf zur Überbrückung der Zeit während der Auswertung. Und Sandra Staat verrät noch ein Geheimnis: „Es gibt kaum einen Unterschied zwischen den Überraschungstüten zwischen Platz eins und drei.“ Vielleicht sei in den Siegertüten aber noch der ein oder andere Lolli mehr.