Ludwigshafen Gruselige, pupsende Ungeheuer
«Mutterstadt.» Wer kennt sie nicht: Die Monster Minotaurus, der Grüffelo und viele mehr, die die Geschichten für junge und erwachsene Leser bevölkern. Jetzt widmet die Gemeindebibliothek Mutterstadt den teils fürchterlichen, aber auch teils liebenswerten Wesen eine Aktionswoche mit verschiedenen Veranstaltungen für Kinder und Erwachsene. Anlass ist ein Jubiläum: Vor 200 Jahren, 1818, wurde der Schauerroman „Frankenstein“ veröffentlicht.
Unter dem Titel „200 Jahre Frankenstein! Brauchen Menschen Monster?“ wird die „Reise durch die fiktive Welt der Monster in der Literatur“ am Montag, 19. Februar, 16 Uhr, eröffnet. Zur Eröffnung stellt Leiterin Birgit Bauer in einer Lesung den Klassiker von Mary Shelley vor. Das Buch, das als erster Science-Fiction-Roman gilt, wurde vom „Spaß am Lesen“-Verlag in einfacher Sprache herausgebracht – und aus dieser Ausgabe werden bei der Ausstellungseröffnung Kostproben vorgelesen. Der Klassiker verdiene es, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und vorgestellt zu werden, betont Birgit Bauer. Das Romanmotiv eines künstlich geschaffenen Lebewesens sei auch heute aktuell: „Der technische Fortschritt, Genmanipulation oder künstliche Intelligenz lösen in der Gesellschaft Diskussionen aus, die auch die Ängste der Menschen vor einer künstlichen Schöpfung beinhalten.“ Das Jubiläum des Schauerromans war für die Gemeindebibliothek darüber hinaus auch der Anlass, die Vielfalt ihres Bestands zu zeigen und insbesondere Literatur rund um Monster vorzustellen, wie Bauer erläutert: „Monster bewegten die Menschen bereits in der Antike“, hat sie bei der Spurensuche festgestellt. Getrennt nach Literatur für Kinder und Erwachsene werden Bücher aus dem Bestand der Bibliothek ausgestellt, die von Monstern handeln. So werden die Besucher der Ausstellung auch Figuren aus der Mythologie wie dem Minotaurus oder den Sirenen aus Homers „Odyssee“ begegnen. Dass solche Wesen bis heute die Leser faszinieren, zeigen die Bücher von Stephen King oder Markus Heitz. Aber auch Helden mit monströsen Wesenszügen wie Jean-Baptiste Grenouille aus dem Bestseller „Das Parfum“ von Patrick Süskind werden den Besuchern begegnen. Von einer ganz anderen Seite zeigen sich die Monster in der Kinderliteratur: „Die meisten Kreaturen in Kinderbüchern sind tollpatschig, haben schlechte Umgangsformen, sind lustig oder einfach nur liebenswert“, erläutert Birgit Bauer die durchaus auch menschlichen Züge der Monster, die die Autoren mit viel Fantasie ausgestaltet haben. Es gebe tatsächlich eine große Anzahl an Kinderbüchern, in denen Kreaturen vorkommen. Das liege wohl vor allem daran, dass viele Kinder Ängste haben, aber gerne in Büchern Monstern begegnen, um sich den Ängsten zu stellen oder sich über das schreckliche Benehmen der Bestien lustig machen, sagt Birgit Bauer. So zählen zur Ausstellung unter anderem die Bücher über die freche Olchi-Familie von Erhard Dietl ebenso wie die über die kleinen, pupsenden Wesen namens Vulkanos von Franziska Gehm. Unter dem Motto „Spinnenbein, Frankenstein, Krötenschleim“ können sich Kinder ab sechs Jahren bei der Schau zudem auf eine lustige Monsterjagd durch die Gemeindebibliothek begeben. Das lustige Monsterrätsel findet am Dienstag, 20. Februar, um 16 Uhr statt. Es geht dabei darum, Textpassagen aufzustöbern, die darin versteckten Monster zu erraten und in eine Collage einzutragen. Ein eigenes Monster aus Pappmaché können Jungen und Mädchen ab sechs Jahren dann am Donnerstag, 22. Februar, ab 16 Uhr gestalten. Für alle Veranstaltungen liegen Teilnehmerlisten an der Büchereitheke aus.