Ludwigshafen / Frankenthal Grüner Gesundheitspolitiker über moderne Medizin: Digital vor ambulant vor stationär
Der Gesundheitspolitiker Armin Grau (66, Grüne), Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis Ludwigshafen/Frankenthal, fordert „multiprofessionelle Teams, digitale Werkzeuge und eine echte Koordination der Versorgung“ in der Medizin. Anlässlich des Auftaktgesprächs im Bundesministerium für Gesundheit zur Einführung eines Primärversorgungssystems hat sich der in Altrip heimische langjährige Chefarzt des Ludwigshafener Klinikums geäußert: „Wir brauchen multiprofessionelle Teams, digitale Werkzeuge und eine echte Koordination der Versorgung – damit Patientinnen und Patienten wohnortnah, schnell und gut behandelt werden“, erklärte er laut Mitteilung. „Die primärversorgenden Praxen übernehmen dabei eine klare Lotsenfunktion.“ Ziel sei eine Versorgung unter dem Motto „digital vor ambulant vor stationär“.
Erwachsene schrieben sich in einer Hausarztpraxis ein; Kinder würden von ihren Eltern in Kinderarztpraxen eingeschrieben. Für die Einschreibung werde es finanzielle Anreize geben: Hausarztpraxen könnten 80 bis 90 Prozent der medizinischen Probleme lösen, daher seien sie bei neuen gesundheitlichen Fragen die verlässliche Erstanlaufstelle – außer bei Gynäkologie, Augenheilkunde, Psychiatrie und Psychotherapie.
Die Primärarztpraxis überweise bei Bedarf an Fachärzte. Die Primärversorgungspraxis biete Hausbesuche, Videosprechstunden und digitale Kontaktmöglichkeiten an, um Praxispersonal und Patienten zu entlasten. „Mittelfristig kann durch ein so konzipiertes Primärversorgungssystem, bei der möglichst viele fallabschließende Behandlungen in den Primärversorgungspraxen stattfinden, Geld eingespart und so die finanziell angespannte GKV (Gesetzliche Krankenversicherung) entlastet werden“, sagte Grau.