Festival des deutschen Films „Goldener Nils“ für „Das geheime Stockwerk“
„Das geheime Stockwerk“ erzählt die Geschichte des zwölfjährigen Karli, dessen Eltern in den Sommerferien ein altes Hotel in den Alpen renovieren. Durch Zufall entdeckt er eines Tages ein geheimes Stockwerk aus dem Jahr 1938, in dem er die Jüdin Hannah und den Schuhputzer Georg kennenlernt – und Heinrich und Hermann, die Söhne eines hochrangigen Nationalsozialisten. Der von Norbert Lechner inszenierte und produzierte Film macht deutsche Geschichte für ein junges Publikum anschaulich.
„Obwohl es um schlimme Dinge geht, traumatisiert er nicht. Man lernt dabei viel“, begründete die Jury ihr Urteil, das nach einer intensiven Diskussion gefallen ist. Zwei Wochenenden lang hatten sich sieben Mädchen und Jungen aus Ludwigshafen, Landau, Harthausen, Bockenheim und Meckenheim getroffen, gemeinsam alle Filme angeschaut und darüber ausgetauscht: Noreen Chiuia, Anna Bergner, Gilbert Himpele, Lale Wippert, Henrik Spieß, Kareem Heinrich und Aksu Erbektas.
Zum achten Mal vergeben
Der Höhepunkt ihrer Arbeit war am Sonntag, dem letzten Tag des Ludwigshafener Filmfestivals, die Verleihung des Preises an Regisseur Norbert Lechner und die beiden Schauspieler Silas John (Karli) und Konstantin Horn (Heinrich) in Anwesenheit von Festivalintendant Michael Kötz, RHEINPFALZ-Geschäftsführer Holger Martens und dem Maskottchen unserer Zeitung Nils Nager, der um viele Selfies gebeten wurde. Den „Goldenen Nils“ haben RHEINPFALZ und Filmfestival in diesem Jahr zum achten Mal vergeben.
Für Norbert Lechner war es schon die sechste Auszeichnung für seinen Spielfilm, der erst im März 2026 in die deutschen Kinos kommen wird. Er freue sich sehr über den Preis, der seinen Platz auf einem Regal an seinem Esstisch bekommen werde, sagte er bei einem Gespräch mit der Kinderjury. Fünf Jahre habe er an dem Projekt „Das geheime Stockwerk“ gearbeitet und trotz der ernsten Geschichte viel Spaß dabei gehabt. „Ich habe nicht gedacht, dass die politische Entwicklung so schnell geht und das Thema so aktuell wird“, sagte er bei der Preisverleihung. „Ich glaube, niemand von uns wünscht sich, dass sich das nochmal wiederholt. Dazu müssen wir aus der Vergangenheit lernen.“


