Ludwigshafen Gewalt gegen Frauen: Organisation Solwodi verzeichnet weiterhin hohen Beratungsbedarf
Die Frauenrechtsorganisation Solwodi verzeichnet in Ludwigshafen weiterhin einen hohen Bedarf an Unterstützung für Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Wie der Verein mitteilt, wurden im Jahr 2025 insgesamt 192 Frauen erstmals beraten. Damit bewegt sich die Zahl auf dem Niveau des Vorjahres mit 198 Erstkontakten.
Die Beratungsstelle ist im süd- und westpfälzischen Raum sowie im Rhein-Neckar-Gebiet tätig. Ein Schwerpunkt der Arbeit lag 2025 auf Fällen von sogenannter Ehrgewalt sowie auf den Themen Menschenhandel zur sexuellen Ausbeutung und weibliche Genitalverstümmelung. Viele der betroffenen Frauen hätten sich in komplexen Problemlagen befunden, häufig nach längeren Phasen von Gewalt und Abhängigkeit, so die Frauenrechtsorganisation.
Die Herkunft der Ratsuchenden ist laut Solwodi vielfältig – neben Deutschland auch Afghanistan, Syrien, Somalia, die Türkei, Bulgarien und Kolumbien. Die meisten Betroffenen waren zwischen 18 und 35 Jahren alt.
Wichtig sind schnelle Schutzangebote
Neben der Beratung spiele der Schutz in akuten Gefährdungssituationen eine wichtige Rolle. Ziel sei es, den Betroffenen einen sicheren Ort zu bieten und Perspektiven für ein eigenständiges Leben zu entwickeln. „Viele Frauen werden unter falschen Versprechen nach Deutschland gebracht und geraten anschließend in massive Abhängigkeits- und Ausbeutungssituationen“, schreibt die Fachberatungsstelle. Umso wichtiger seien schnelle Schutzangebote und eine langfristige Begleitung.
Die Beratungsstelle bietet neben psychosozialer Unterstützung auch Hilfe bei Behördenkontakten, Aufenthaltsfragen und der Existenzsicherung. Zudem vermittelt sie bei Bedarf Plätze in Schutzunterkünften, Sprachkurse oder berufliche Qualifizierungsinitiativen.