Ludwigshafen
Fußballer, Fasnachter, Politiker: Hans Mindl wird 80
Hans Mindl ist gebürtiger Ludwigshafener. Er ist in der Gartenstadt aufgewachsen und lebt seit 1969 in Oggersheim. Der gelernte Feinmechaniker und Kaufmann ist ein Sozialdemokrat alter Schule. Beruflich hat er bei den Technischen Werken Ludwigshafen (TWL) Karriere gemacht und war dort über lange Zeit die rechte Hand des Technischen Vorstands Manfred Vogt. 30 Jahre lang hat er bei dem kommunalen Energieversorger gearbeitet. Er war nah bei den Leuten – als Fußballer und Fasnachter. Mindl hat in mehreren Vereinen mitgemischt.
SPD-Mitglied ist er bereits seit 1979. Zunächst engagierte er sich in der Siedlergemeinschaft Notwende, dann im Ortsbeirat und war schließlich 18 Monate zwischen 1993 und 1994 Oggersheimer Ortsvorsteher. Das Ehrenamt musste er aber nach einer Änderung der Gemeindeordnung abgeben: Denn nach der Neuregelung 1994 durften Ortsvorsteher, die hauptberuflich bei einem städtischen Unternehmen beschäftigt sind, dieses Amt nicht mehr ausüben. Mindl entschied sich für seinen Job bei den TWL. Doch der Sozialdemokrat sollte trotzdem in der Kommunalpolitik weiter eine wichtige Rolle spielen.
Lange Jahre Fraktionsvize
Er wurde Mitglied der SPD-Fraktion im Stadtrat. 2002 übernahm er den Posten des Vize-SPD-Fraktionsvorsitzenden. Es war keine leichte Zeit für die Sozialdemokraten damals, denn die CDU stellte erstmals mit Eva Lohse das Stadtoberhaupt. Mindl war der richtige Mann zur richtigen Zeit. Er galt zwar als Mann der klaren Worte, aber er war auch ein Mann des Ausgleichs, kein Scharfmacher. Er konnte Brücken schlagen zur CDU-Fraktion und sicherte so den Genossen weiterhin Einfluss in einer großen Koalition.
Mindl konnte dabei mit seiner Fachkenntnis, Bodenhaftung und einem großen Netzwerk persönlicher Kontakte punkten. Der Oggersheimer wurde zu einer der bestimmenden Führungsfiguren seiner Partei. Er war Verkehrs- und Sportexperte seiner Partei, die er zudem in vielen Aufsichtsräten vertrat. Bei der Marketinggesellschaft Lukom setzte er ausziehbare Tribünen für die Eberthalle durch, begleitete die Gründung der Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft ebenso wie die Fusionen der Sparkasse Vorderpfalz. „Sein Einsatz für die Menschen in unserer Stadt und für unsere Partei verdient höchste Anerkennung“, würdigt der Vorsitzende des SPD-Stadtverbands Ludwigshafen, Gregory Scholz, den Jubilar.
Vorbild für jüngere Generation
Viele der aktuellen SPD-Politiker – Fraktionschefin Julia May oder der ehemalige Bundestagsabgeordnete Christian Schreider – hat Hans Mindl gefördert. Er klammerte sich nicht an seine Ämter und machte schließlich den Jüngeren Platz. Mit 63 trat er die Altersteilzeit an. In seinem Privatleben hat er im dritten Lebensabschnitt neue Wege beschritten: Er hat mit seiner Frau ein Haus gebaut und ist zum leidenschaftlichen Hobbygärtner geworden – natürlich im Oggersheimer Neubaugebiet Melm. Als Ratgeber ist er bis heute geschätzt. Am politischen Geschehen nimmt er weiter rege Anteil. Sein Leitmotiv seit langem: „Man muss sich mit den Menschen auf der Straße unterhalten und ihre Sorgen ernst nehmen. Demokratie muss man sich immer neu erarbeiten!“