Ludwigshafen Frühe Ernte, gute Qualität

Verkauft schon seit zwei Wochen Spargel im Hofladen in Mutterstadt: Landwirt Hartmut Magin, der auch schon mit der Grünspargel-E
Verkauft schon seit zwei Wochen Spargel im Hofladen in Mutterstadt: Landwirt Hartmut Magin, der auch schon mit der Grünspargel-Ernte begonnen hat.

Die Spargelernte hat begonnen – und zwar wesentlich früher als im vergangenen, kalten Frühjahr. Noch gedeiht der Spargel gut geschützt vor nächtlichen kalten Temperaturen unter Folie. Birgit Wolf, die bei Maudach an der Umgehungsstraße Spargel verkauft, und die Landwirte Hartmut Magin aus Mutterstadt und Frank Fischer aus Neuhofen wissen, dass die Erträge mit wärmeren Temperaturen bald noch kräftig steigen werden.

Doch auch jetzt sei Pfälzer Spargel schon für jeden erschwinglich zu haben, berichtet Birgit Wolf. Das Problem sei, dass die Kunden noch zögerlich zugriffen. „Viele erinnern sich noch an das kalte Frühjahr 2018 und glauben gar nicht, dass man dieses Jahr Ende März schon so günstig heimischen Spargel kaufen kann“, macht Wolf Werbung für das weiße Gemüse. 2018 hat sie an Ostern das Kilo Spargel, erste Ware, für 20 Euro verkauft, Ende März diesen Jahres kostete das Kilo gerade mal 14,90 Euro. Inzwischen gibt es die Premium-Ware sogar schon für 12,50 Euro. „Und dieser Preis gilt nur für die allerbeste Qualität, auch für 8 oder 9 Euro bekommt man schon wirklich schöne, gerade Spargelstangen“, informiert sie. Momentan sei der Spargel auch besonders zart, da er unter Folie und Vlies konstant und zügig wachsen könne. Gute Bedingungen für qualitativ hochwertigen Spargel: Teurer werde das Stangengemüse daher auf keinen Fall mehr. Sogar grüne Spargel hat sie schon im Angebot. An Ostern seien aufgrund der Erntemenge ausreichend Spargel für alle Geschmäcker vorhanden – und wer nicht gerade Stangengemüse mache, für den eigneten sich auch die gleich schmeckenden, günstigeren Spargel in den weiteren Preisklassen. Von einem historisch frühen Erntebeginn spricht gar Landwirt Hartmut Magin, der einen Hofladen in der Oggersheimer Straße in Mutterstadt betreibt. Während er 2017, als die Spargelernte ebenfalls früh begann, am 25. März mit dem Stechen loslegen konnte, erntete er dieses Jahr die ersten Stangen am 20. März. Natürlich seien die Erträge bei kühlen Temperaturen in der Nacht noch überschaubar, doch auch er kann schon gute Preise anbieten. „Im Mai ist der Spargel-Peak eigentlich schon vorbei. Jetzt geht es los. Kunden können sich schon jetzt von der Qualität unserer Spargel überzeugen und bei den Preisen gerne zugreifen“, wirbt Magin für seine Erzeugnisse. Er verlangte Ende März zwischen 5 und 15 Euro für das Kilo Spargel im Hofladen. Gerade am Anfang der Saison beliefert er auch den Pfalzmarkt. „Inzwischen gibt es immer weniger Spargel-Importe aus Griechenland, durch die Ernte-Verfrühung mit Mehrfachfolie haben wir viel einheimischen Spargel“, informiert der Landwirt. „Die Entscheidung, was wir essen, liegt aber nach wie vor beim Kunden. Wer nur auf den Preis achtet oder alles an einem Ort im Supermarkt kauft, kann nicht die gleiche, frische Ware wie bei uns im Hofladen erwarten und anschließend genießen“, verdeutlicht Magin. Ab Anfang April wird er auch grünen Spargel ernten. Dieser werde in den vergangenen Jahren verstärkt nachgefragt, mache sich gut in Pfannengerichten oder Salaten als optischer Hingucker. „Mir schmeckt der auch. Man kann weißen und grünen Spargel mit Blumenkohl und Brokkoli vergleichen – das weiße Gemüse ist weicher, das grüne herzhafter“, weiß Magin. Außerdem sei Grünspargel schneller zubereitet, da die Schale nur im unteren Drittel entfernt werden müsse. Allerdings sei er durch die Schuppen auch empfindlicher, weswegen er gebündelt verkauft werde. Da er nicht ganz so ertragreich wie die weiße Variante sei, liege er preislich leicht über dem hellen Stangengemüse. Frank Fischer aus Neuhofen, der sich gerade in der Umstellungsphase zum Bio-Betrieb befindet, ist schon jetzt begeistert von der Qualität seiner Ware. Ab 2020 darf er seine Spargel und andere Erzeugnisse offiziell als Bio-Ware deklarieren, allerdings wirtschaftet er schon seit einigen Jahren biologisch. „Und das schmeckt man. Der Geschmack ist intensiver“, ist Fischer überzeugt. Natürlich erfordere die Bio-Anbauweise den Verzicht auf chemische Pflanzenschutzmittel, stattdessen schütze er die Pflanzen biologisch, vernichte Unkraut mechanisch mit Maschinen und Manpower. Bei den Spargeln hilft ihm auch die biologisch abbaubare Folie, sie verhindert, dass sich durch direkte Sonneneinstrahlung allzu viel Unkraut bildet. Auch Fischer ist mit der Ernte in diesem Jahr wesentlich früher dran als 2018. In den kommenden Wochen bis Ende Juni hat er nun täglich mit dem Stangengemüse zu tun – ob auf dem Feld bei der Ernte, im Verkauf oder als Gericht auf dem Teller. Fischer mag das Gemüse: „Momentan esse ich bestimmt jeden zweiten, dritten Tag Spargel, je nachdem, wer kocht, in verschiedenen Variationen, ich mag sie alle.“ Für die Ernte 2019 wünscht er sich wie Wolf und Magin moderate Temperaturen am Tag mit viel Sonnenschein und frostfreie Nächte.

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