Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel „Forum Deutsche Sprache“: Neubau liegt auf Eis

Das Grundstück neben dem Lidl-Markt, auf dem der Neubau entstehen soll. Im Vordergrund zu sehen ist der angelegte Teil des Alten
Das Grundstück neben dem Lidl-Markt, auf dem der Neubau entstehen soll. Im Vordergrund zu sehen ist der angelegte Teil des Alten Messplatzes mit Bank und Rampe, der als Übungsplatz von jugendlichen Skateboardfahrern genutzt wird.

Museum, Begegnungsort und Forschungsstätte – all das soll der Neubau des „Forums Deutsche Sprache“ am Alten Messplatz in Mannheim bieten. Die Projektverantwortlichen haben aber nun die Pause-Taste gedrückt. Denn wegen der stark gestiegenen Baukosten reicht das Budget nicht mehr aus.

Das bereits seit Jahren in den Mannheimer R-Quadraten ansässige „Leibniz-Institut für Deutsche Sprache“ (IDS) hatte mit seinen Plänen für den Neubau eines „Forums Deutsche Sprache“ vor einiger Zeit für Aufsehen gesorgt. Die Schenkung eines Neubaus im Wert eines zweistelligen Millionenbetrags war dem Institut 2021 von der Stiftung des SAP-Mitbegründers Klaus Tschira versprochen worden.

Stadtverwaltung und Gemeinderat in Mannheim zeigten sich darüber sehr erfreut und stellten für den Bau ein prominentes Grundstück am Neckar neben dem Alten Messplatz in der Neckarstadt zur Verfügung. Damals erklärtes Ziel des Leibniz-Instituts war es, mit einer Ausstellung im „Forum“ die eigenen Forschungsergebnisse künftig besser in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ein Konzept sieht neben den Ausstellungsräumen auch Bereiche für Veranstaltungen und die Forschung vor. Es sollte ein Begegnungsort für die Menschen geschaffen werden.

Fünfgeschossiges Haus geplant

Für das Gebäude selbst wurde in einem Wettbewerb 2021 der Entwurf des Architekturbüros Henn aus Berlin zum Sieger gekürt. Er sieht ein fünfgeschossiges Gebäude mit einer gläsernen Fassade zum Alten Messplatz und Dachterrasse vor, das die Jury mit seiner Leichtigkeit und Offenheit überzeugte. Eine Einbeziehung und Gestaltung des südlichen Teils des Alten Messplatzes war seitens der Stadt vorgesehen.

Lange blieb es still um das Projekt. Wie die Klaus Tschira Stiftung nun mitgeteilt hat, sei nach Abschluss der Planungsphasen die Ermittlung der aktuellen Baukosten für das Gebäude erfolgt. Im Bausektor habe es in den vergangenen Jahren außergewöhnlich hohe Preissteigerungen gegeben. „Die veranschlagten Kosten bei der vorgesehenen Lösung sind sehr viel höher als die von uns zur Verfügung gestellte Summe. Für diese Lösung fehlt im Moment noch ein zweistelliger Millionenbetrag“, teilt Lilian Knobel, Geschäftsführerin der Klaus Tschira Stiftung mit. Bei der Umsetzung des Projekts komme es daher zu Verzögerungen. Die Klaus Tschira Stiftung stehe zu ihrer zugesagten Schenkungssumme, so Knobel. Eine konkrete Zahl wurde allerdings nie öffentlich genannt.

Zentraler Ort für kulturelle Begegnungen

Die Stadt Mannheim war bisher von einem Baubeginn im Oktober 2024 ausgegangen. „Wir sind davon überzeugt, dass das vom Leibniz-Institut für Deutsche Sprache entwickelte inhaltliche Konzept für ein Forum Deutsche Sprache einzigartig und wichtig ist. Und auch mit Blick auf die Stadt Mannheim ist das Konzept, an diesem zentralen Ort kulturelle Begegnungen aller Bürgerinnen und Bürger zu fördern, aus unserer Sicht überaus unterstützenswert. Deswegen bestätigen wir unser zugesagtes Engagement und wir wünschen uns eine Umsetzung sehr“, macht Knobel klar, dass das Projekt noch nicht aufgegeben wird.

Wie Henning Lobin, Wissenschaftlicher Direktor des IDS, und Oberbürgermeister Christian Specht (CDU) gemeinsam betonen, sei das Forum Deutsche Sprache für die Mannheimer Bürger und die Wissenschaftscommunity ein großer Gewinn. Es würden alle Möglichkeiten ausgelotet, das Projekt zu realisieren. „Zum konkreten Fortgang können wir aktuell leider noch keine Aussage treffen“, heißt es jedoch zurückhaltend. Das Forum Deutsche Sprache, die Stadt Mannheim und die Klaus Tschira Stiftung seien im Gespräch, um eine tragfähige und finanzierbare Lösung zu finden. Sobald es Neuigkeiten gebe, würden diese sofort mitgeteilt, heißt es.

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