American Football RHEINPFALZ Plus Artikel Flag Football: Premiere für die Ludwigshafen Titans

Ein Spieler der Ludwigshafen Titans versucht mit dem Ball zwischen zwei Gegnern durchzulaufen.
Ein Spieler der Ludwigshafen Titans versucht mit dem Ball zwischen zwei Gegnern durchzulaufen.

Die körperlose Variante Flag Football gewinnt in Deutschland immer mehr Anhänger. Die Ludwigshafen Titans feiern mit dem Nachwuchsteam und den Fans eine Premiere.

Es ist eine Mischung aus hartem amerikanischem Unterhaltungssport und klassischem Fangen. Die Nicht-Kontakt-Sportart Flag Football ist seit Anfang des Jahres eine Abteilung des TV Edigheim. Und zum ersten Mal hatten die Titans Ludwigshafen ein echtes Heimspiel. Nach Monaten im Ausweichquartier feierte die U10 der Titans Edigheim eine Premiere.

Charly Zühlsdorf ist so etwas wie der Großvater des Footballs in Ludwigshafen. Und das keineswegs nur im übertragenen Sinne, obwohl er vor über 20 Jahren noch mit Titans und Ludwigshafen Rhein-Pirates Zweitligaluft schnupperte. „Da vorne spielt mein Enkel“, erklärte der Flag-Football-Abteilungsleiter des TVE mit unüberhörbarem Stolz. Unüberhörbar, weil er als fachkundiger Kommentator selbstverständlich das Mikrofon in der Hand hielt, Spieler, Zuschauer und hin und wieder die Schiedsrichter über den Spielverlauf auf der kleinen Rasenfläche hinter dem zunehmend zugewucherten Edigheimer Ascheplatz auf dem Laufenden hielt.

Zwei Teams zu Gast

Zu Gast waren bei der Heimpremiere die Saarbrücken Hurricanes und die Wild Boys aus Bad Nauheim, gespielt werden die Duelle im Flag Football in Turnierform. Und mit besonderen Regeln, denn egal wo der Ball erobert wurde: Los geht es immer an der eigenen Fünf-Yard-Linie. „Dann haben die Teams vier Versuche, um die Mittellinie zu überqueren. Gelingt das, haben sie vier weitere Versuche für einen Touchdown“, erklärte Zühlsdorf. Dabei dürfen die Verteidiger einiges nicht, was ansonsten auf ein Footballfeld gehört: Angriffe auf den Spielmacher, den „Quarterback“, das so genannte „blitzen“, sind beispielsweise verboten. Auch die harten Tackles gehen bei den Unter-Zehnjährigen selbstverständlich noch nicht. Dafür hat jeder Spieler zwei Farbbänder am Gürtel – die sogenannten „Flags“. Ein Spielzug ist beendet, wenn es dem Verteidiger gelingt, dem Angreifer diese Flagge vom Gürtel zu reißen. „Man hat eine Flag an jeder Hüfte, damit der Verteidiger von beiden Seiten eine Chance hat“, erklärte Zühlsdorf, während auf dem Spielfeld gerade eine andere Flagge fällt, denn auch im Flag Football signalisieren die Schiedsrichter mit dem Werfen eines gelben Tuchs einen Regelverstoß. Dieser liegt beispielsweise vor, wenn der Ballträger mit einer Hand versucht, einen Angriff auf seine Hüftbänder abzuwehren.

Am Spielfeldrand in Edigheim geht es sehr amerikanisch zu. Laute Rockmusik in den Spielunterbrechungen unterhält die Zuschauer, zu denen auch das Harley-Davidson Chapter Rhein-Neckar gehörte. Und auch die Whiskeyfreunde Pfalz waren auf dem neuen „Homefield“ der Titans zu Gast, hatten finanzielle Unterstützung für die junge Sportabteilung mitgebracht. Und alle gemeinsam verfolgten dabei das spannende Spiel gegen die Hurricans aus dem Saarland. Die lagen das gesamte Spiel über in Führung, aber ein Touchdown und ein abgewehrter Angriff ließen die Titans und ihre Väter (und Großväter) doch noch einmal hoffen. „Es sind noch gut 40 Sekunden zu spielen“, erklärte Zühlsdorf vor der letzten Angriffsserie. Und weil diese zunächst einmal mit einem gelungenen Laufspielzug über die Mittellinie führte, wurde es tatsächlich noch einmal spannend. Aber die Verteidigung der Gäste hielt stand. Vier Versuche später stand die 20:25-Niederlage fest, liefen die Titans geknickt zum traditionellen Abklatschen mit dem Gegner.

Immerhin war es dann zumindest noch eine teilweise gelungene Heimpremiere, denn gegen die Wild Boys gelang ein eindrucksvoller 46:6-Erfolg. Damit kamen doch noch einige strahlende Gesichter bei den jungen Sportlern und ihrem Anhang zum Vorschein. „Wir suchen immer nach neuen Spielern in den Altersklassen U10, U13 und U16. Unsere Footballfamilie wächst. Nächstes Jahr wollen wir richtig angreifen“, kündigte Zühlsdorf an, ehe er über das Mikrofon wieder die Verteidigung anfeuern musste: „Let’s go defense – let’s go!“

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