Ludwigshafen
Festival des deutschen Films: Countdown läuft
Das war fast ein bisschen knapp: Gerade noch pünktlich zum Pressegespräch im Filmfestivalbüro in Friesenheim am Dienstagmittag wurden die druckfrischen 80 Seiten starken Programme für das 21. Festival des deutschen Films angeliefert, das vom 20. August bis 7. September auf der Parkinsel im Stadtteil Süd über die Bühne gehen wird. Zum Start ins dritte Jahrzehnt des Erfolgsformats, für das im Vorjahr mit 123.000 verkauften Tickets ein Besucherrekord verbucht wurde, verspricht Intendant Michael Kötz „mehr, Filme, mehr Gäste, mehr Preise“. Im Konferenzraum des Festivalbüros reichten die Stühle für das große Medieninteresse an dem beliebten Spektakel mit vielen Stars gerade so aus.
Mit von der Partie ist diesmal etwa TV-Publikumsliebling Uwe Ochsenknecht, der wie Rainer Bock mit dem Preis für Schauspielkunst geehrt wird. Aber auch Wolfram Koch, der eben noch den Hagen bei den Wormser Nibelungenfestspielen gegeben hat, sowie die Dauergäste Ulrich Tukur, Christian Berkel, Andrea Sawatzki und viele andere beliebte Darsteller haben ihr Erscheinen auf dem roten Teppich bereits fest zugesagt.
Effekt für die Stadt
Entsprechend gut gestimmt betraten die Festivalmacher Michael und Daniela Kötz fünf Wochen vor dem Festivalstart ihre Bühne. Wie gewohnt war der Intendant in bester Plauderlaune und ließ sich von Moderator Felix Neunzerling nur sehr begrenzt in seinem leidenschaftlichen Redefluss unterbrechen.
Kötz geriet mal wieder ins Schwärmen: Es sei einfach toll, was mit dem Festival des deutschen Films in zwei Jahrzehnten aufgebaut worden sei, bilanzierte er. Was die Kunstschau Documenta für die Stadt Kassel sei, das sei das Filmfestival für Ludwigshafen. Für die Stadt habe die Veranstaltung einen tollen Effekt, „das weiß man hier auch zu schätzen“, berichtete er enthusiastisch. Die Außenwirkung auch für die Region nannte er „wunderbar“. Überall sei das Festival bekannt. Dass es aus Ludwigshafen mit 100.000 Euro lediglich einen kleinen Zuschuss für das Event gebe, liege nur daran, dass die Stadt pleite sei.
Unterhaltsam, aber nicht doof
Was ist Kötz zufolge das Geheimnis des großen Erfolgs? „In unserer Zeit ist es wichtig, dass Menschen für ein Gemeinschaftserlebnis zusammenkommen. Wir sind Herdentiere und fühlen uns allein nicht wohl.“ Besonders seien die Filme, die auf der Insel zu sehen sind, bemerkte der Chef: keine Blockbuster, keine Actionstreifen, sondern „Filme, die unterhaltsam sind, aber nicht doof“, betonte Kötz. Sich auf dem Festival in dieser speziellen Atmosphäre zu bewegen, das sei wie in einen guten Spielfilm zu geraten, philosophierte er.
Auf der Parkinsel hat derweil in dieser Woche der Aufbau der Kinozelte unter den alten Platanen an der Hannelore-Kohl-Promenade begonnen. Wie gewohnt gibt es drei Zelt- und ein Freiluftkino am Rheinufer. In zwei Gesprächszelten finden jeweils nach den Vorführungen die Filmgespräche statt. Beide Gesprächszelte werden beim 21. Festival am Flussufer aufgeschlagen. „Wir brauchen oben mehr Platz für die Empfänge“, erläuterte Michael Kötz diese Veränderung.
Spaziergänger und Sportler müssen sich ab sofort darauf einstellen, dass der Festivalbereich auf der Parkinsel während der Aufbauarbeiten aus Sicherheitsgründen zeitweise abgesperrt wird und die Hannelore-Kohl-Promenade nicht durchgängig passierbar ist. Während des Festivals gibt es wie gewohnt nur einen Zugang zum Veranstaltungsgelände am nördlichen Ende der Parkinsel.
Noch Fragen?
Ausführliche Infos zum Festival-Programm und zum Ticketvorverkauf gibt es im Netz: www.festival-des-deutschen-films.de.


