Ludwigshafen / Frankenthal Für Bundestagsabgeordneten Armin Grau ist Gebühr für Arztbesuch unsozial
„Zuzahlungen sind unsozial und belasten Menschen mit kleinem Geldbeutel übermäßig, selbst dann, wenn diese befreit würden“, lehnt Armin Grau (66, Bündnis 90/Die Grünen), Bundestagsabgeordneter aus dem Wahlkreis Ludwigshafen-Frankenthal, die Vorschläge von Kassen-Ärzte-Chef Andreas Gassen für eine Kontaktgebühr von drei oder vier Euro pro Arztbesuch ab. Der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft Gerald Gaß hatte sich für höhere Zuzahlungen bei Krankenhausaufenthalten ausgesprochen. „Patienten zahlen heute schon hohe Zuzahlungen etwa bei Zahnersatz oder Brillen. Weitere Eigenbeteiligungen sind ungerecht, bürokratisch und der falsche Weg“, meint Grau in einer Pressemitteilung. Die Regierung müsse endlich umfassende Reformen umsetzen: die Notfallreform, ein Primärversorgungssystem mit Hausärzten als Lotsen einführen, eine Arzneimittelreform entsprechend der Vorschläge des Sachverständigenrats umsetzen und die Krankenhausreform nicht weiter verwässern, fordert Grau. Damit ließen sich seiner Meinung nach pro Jahr viele Milliarden Euro einsparen. „Die Versicherten zahlen immer höhere Beiträge und bekommen oft nur mittelmäßige Leistungen“, meint der Gesundheitspolitiker aus Altrip. Diejenigen, die heute Zuzahlungen forderten, seien oft auch die, die wichtige Reformen ausbremsten, meint Armin Grau.