Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Eulen Ludwigshafen sinnen im Heimspiel gegen HSG Nordhorn-Lingen auf Revanche

Daniel Kubes, Trainer der HSG Nordhorn-Lingen, hadert ein wenig mit unnötigen Punktverlusten, wegen denen seine Mannschaft nicht
Daniel Kubes, Trainer der HSG Nordhorn-Lingen, hadert ein wenig mit unnötigen Punktverlusten, wegen denen seine Mannschaft nicht ganz mit der Zweitliga-Spitze mithalten konnte.

Die Saison trudelt langsam aus. Am drittletzten Spieltag empfangen die Eulen Ludwigshafen zu Hause die HSG Nordhorn-Lingen. Ein Spitzenteam, bei dem der Trainer aber nicht so recht weiß, wie er die Saison einordnen soll.

Am Freitagmorgen hat die Mannschaft der HSG Nordhorn-Lingen zu Hause noch in Ruhe trainiert, um sich danach mit dem Bus durch den ersten Pfingstreiseverkehr auf den Weg nach Mannheim zu machen. Dort übernachtet das Team von Trainer Daniel Kubes, um am Samstagabend (19 Uhr, Friedrich-Ebert-Halle) ausgeruht bei den Eulen Ludwigshafen antreten zu können.

Am 36. Spieltag der Zweiten Bundesliga, dem drittletzten der Saison 2022/23, geht es für beide Mannschaften um nicht mehr viel. Die Gäste aus Niedersachsen nahe der deutsch-holländischen Grenze, die in der Spielzeit 2020/21 zusammen mit den Eulen aus der Ersten Liga abgestiegen waren, haben als Tabellenfünfter (45:25 Punkte) im Kampf um einen der beiden Aufstiegsplätze seit Jahresbeginn zu viele Punkte liegen gelassen, die Eulen als Tabellenachter (41:29) sowieso.

Kubes: Wir waren nicht konstant genug

So recht weiß HSG-Trainer Daniel Kubes daher nicht, wie er die fast abgelaufene Spielzeit seiner Mannschaft einordnen soll. „Es war irgendwie eine unruhige Saison, es lief nie so richtig rund“, sagt der 140-malige tschechische Nationalspieler und von 2014 bis 2021 auch Nationaltrainer, der in der dritten Saison auf der HSG-Bank das Sagen hat. „Wir haben sehr gute Spiele gemacht, aber auch Spiele, in denen wir deutlich unter unseren Möglichkeiten geblieben sind. Das zeigt sich am Ende in der Tabelle“, findet der 45-Jährige, der selbst unter anderem in Lemgo, Kiel und Melsungen spielte. „Es hat uns einfach die Konstanz gefehlt, um mit den Besten wie Balingen, Eisenach oder Dessau mitzuhalten“, stellt er fest. Als Beispiel führt er die unnötige 24:31-Heimniederlage Mitte Mai gegen den HSC Coburg an, und die starke Leistung seiner Truppe nur drei Tage später beim Spitzenteam TuS Nettelstedt-Lübbecke (28:27).

Dazu kamen mit den Gegnern Großwallstadt und Lübeck-Schwartau noch weitere Heimspiele, „die wir eigentlich gewinnen sollten“. Er wolle nun mit der HSG die Saison, so gut es geht, zu Ende spielen und daraus lernen. „Vielleicht schaffen wir es ja, noch ein, zwei Punkte mehr als im Vorjahr auf dem Konto zu haben. Da waren es 46, glaube ich“, hofft er. Langfristig wolle der Klub wieder in die Erste Liga, „in der Struktur hat der Verein große Schritte nach vorne gemacht“, sagt Kubes. Sein Vertrag läuft noch bis Ende der Saison 2023/24.

Mit verjüngtem Kader wieder Erste Liga an peilen

Letzten Endes steht der Coach mit seiner Mannschaft derzeit auf Platz fünf genau dort, wo er mit seinen Spielern auch am Ende der Vorsaison gelandet war. Und das immerhin nach einem großen Kaderumbruch vor dieser Spielzeit. „Unser Kader gehört vom Durchschnittsalter zu den ältesten der Liga, wir müssen ihn langsam weiter verjüngen“, weiß er. Dazu kamen in dieser Spielzeit viele Verletzte, alleine vier (!) Spieler mit einem Kreuzbandriss: Rückraumspieler Alexander Feld, der von 2016 bis 2019 für die Eulen spielte, die beiden Rechtsaußen Sander Visser und Julian Ranftl sowie der Halbrechte Lucas Firnhaber, der von Tusem Essen zur HSG kam. Alleine Firnhaber konnte laut Kubes gegen Ende der Saison wieder in den Trainings- und Spielbetrieb einsteigen.

Die Eulen Ludwigshafen hatten für Daniel Kubes in dieser Saison eine ganz neues Gesicht. „Sie haben gewirkt, als würden sie viel frischer und mit viel mehr Lust spielen“, sagt er. Er habe Respekt davor, wie man bei den Eulen arbeite. Das Hinspiel im Dezember hatte sein Team mit 24:20 gewonnen und stoppte damit eine Erfolgsserie der Eulen mit acht Siegen. Da gingen die Ludwigshafener zu fahrlässig mit ihren Chancen um.

„Die HSG ist eine Mannschaft, die intensiv und hart verteidigt. Darauf müssen wir uns vom Kopf her einstellen“, sagt Eulen-Trainer Michel Abt. Er hofft, dass die gute Heimserie hält: In den letzten sieben Heimspielen blieben die Eulen unbesiegt, fuhren fünf Siege ein und spielten zweimal unentschieden. Nicht mithelfen kann dabei am Samstag der Halbrechte Jannek Klein: Der 24-Jährige hatte sich im Spiel gegen Rostock eine Kreuzbandzerrung zugezogen. Um eine Operation kommt Klein herum, die Saison ist für ihn aber beendet.

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