Ludwigshafen Es werde Licht!
Das Wilhelm-Hack-Museum plant Ende 2017 wieder ein großes Ausstellungsprojekt. Unter dem Titel „Stimme des Lichts“ wird es um das französische Künstlerpaar Robert und Sonia Delaunay und die Anfänge der abstrakten Kunst im frühen 20. Jahrhundert gehen. Das neue Ausstellungsprogramm ist gestern vorgestellt worden. „Von Träumen, Licht und Farben“ lautet das Motto.
Die Ausstellung mit dem Untertitel „Delaunay, Apollinaire und der Orphismus“ setzt die Reihe der Ausstellungen fort, die in den vergangenen Jahrzehnten gemeinsam mit der BASF realisiert wurden. Chagall, Miró, Blauer Reiter und Surrealismus waren einige dieser Schauen, die teilweise mehr als 100.000 Besucher in das Ludwigshafener Museum lockten. Das Hack-Museum könnte einen solchen Erfolg gut gebrauchen, im vergangenen Jahr lag die Besucherzahl bei gerade einmal 30.000. Die Bilder von Robert und Sonia Delaunay bilden das Zentrum der Ausstellung. Dazu kommen Arbeiten aus dem Umfeld von Paul Klee, August Macke, Frantisek Kupka, Fernand Léger und Francis Picabia, alles Künstler, die ebenfalls der Kunstrichtung des Orphismus zugerechnet wurden. Den Begriff erfand der französische Dichter Apollinaire, der darunter eine Malerei verstand, die „nicht der visuellen Wirklichkeit entlehnt, sondern gänzlich vom Maler erschaffen“ wurde. Beschrieben sind hier also die Anfänge der abstrakten Kunst. Rund 70 Werke wird die von Nina Schallenberg kuratierte Ausstellung umfassen, die meisten sind Leihgaben großer Museen wie Pariser Centre Pompidou, Lenbachhaus in München, Hamburger Kunsthalle oder Nationalgalerie in Prag. 600.000 Euro wird die Ausstellung kosten, die Stadt hat dafür einen Sonderetat von 400.000 Euro bereitgestellt, der Rest kommt vom Sponsor BASF. Ohne diese Sondermittel wäre eine solche Ausstellung vom Hack-Museum mit seinem Ausstellungsetat von 250.000 Euro jährlich nicht zu stemmen. Insgesamt wird es vier große Ausstellungen geben, dazu Sammlungspräsentationen, Kabinettstücke und junge Kunst in der Rudolf-Scharpf-Galerie. Ein Besuchermagnet könnte auch wieder das Fotofestival werden, das künftig Biennale für aktuelle Fotografie heißt und im Hack-Museum seinen größten Ausstellungsort hat. Unter dem Titel „Farewell Photography“ werden in Ludwigshafen, Mannheim und Heidelberg aktuelle Positionen der Fotografie präsentiert. Kuratiert wird die Biennale von Florian Ebner und Christin Müller. Zum Auftakt des neues Ausstellungsjahres zeigt der Künstler, Architekt und Visionär Tomás Saraceno sein „Museo Aero Solar“. Aus weggeworfenen Plastiktüten baut Saraceno mit Unterstützung von Technikern riesige Ballons, die sich, nur von Sonnenenergie betrieben, in die Lüfte erheben sollen. Einer dieser Ballons wird als begehbare Skulptur im Museum aufgebaut und soll später durch die Stadt fliegen. „Die andere Seite – Erzählungen des Unbewussten“ lautet der Titel eines Ausstellungsprojektes, das sich mit dem Romanautor und Grafiker Alfred Kubin und künstlerischen Arbeiten zum Thema Traum und Unbewusstem beschäftigt. Die Ausstellungen in der Rudolf-Scharpf-Galerie stellen dreimal Malerei vor: den Italiener Manuele Cerutti, den Deutschen Enrico Bach und die Iranerin Toulu Hassani. In der neuen Sammlungspräsentation, die ab 24. Juni zu sehen ist, geht es um „Erzählte Welt – Geschichten in der Kunst“ vom Mittelalter bis heute. Ausstellungen —Tomás Saraceno, Museo Aero Solar, 11. Februar bis 30. April 2017. —Die andere Seite – Erzählungen des Unbewussten, 25. Mai bis 13. August 2017. —Biennale für aktuelle Fotografie – Farewell Photography, 9. September bis 5. November 2017. —Stimme des Lichts – Delaunay, Apollinaire und der Orphismus, 2. Dezember 2017 bis 8. April 2018.