Ludwigshafen Erfolgs-Gebläse

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Jazz, Pop und Klassik auf Blech geblasen, kombiniert mit Humor der zu Albernheit neigt – das ist Mnozil Brass. Das siebenköpfige Ensemble aus Österreich war am Freitag und Samstag im Ludwigshafener BASF-Feierabendhaus zu Gast.

Der ganze Abend ist von Neugierde getrieben. Was machen die sieben Männer mit den Blechblasinstrumenten als nächstes? Möglich ist alles. Mnozil Brass kennt keine Scheu vor Albernheit. Etwa wenn Trompeter Robert Rother an einer Leine als Bär verkleidet über die Bühne getrieben wird. Oder wenn die Musiker sich im wahrsten Sinne des Wortes zum Affen machen; sich primatengleich zu den Klängen von Strauss’ „Also sprach Zarathustra“ fortbewegen. Sie bräuchten diese Show nicht. Weil sie allesamt Profimusiker auf höchstem Niveau sind und mit einem ganz traditionellen Konzert rein musikalisch überzeugen könnten. Thomas Gansch etwa, wenn er Jazz-Melodien auf seinem Flügelhorn spielt – leicht, tanzend. Doch genau diese Kombination scheint das Erfolgsgeheimnis der österreichischen Kombo zu sein: Der Ablenkung suchende Besucher amüsiert sich, der Konzertgänger hört abwechslungsreiches Spiel, und die Blechbläser-Community freut sich ohnehin. Denn Mnozil Brass ist seit Jahren erfolgreich in der ganzen Welt unterwegs, obwohl Blechbläser-Ensembles – gerade unter Klassik-Hörern – immer noch manches Mal belächelt werden. 1992 im Wiener Gasthaus „Mnozil“ gegründet, entwickelte sich die Siebener-Kombination mit ihrer eigentümlichen Mischung aus Musik und österreichischem Humor zum Erfolgs-Gebläse. Schon am ersten von zwei Abenden ist das BASF-Feierabendhaus fast voll besetzt. Etwa fünf Minuten braucht es, bis alle im Takt mitklatschen. Ein Pop-Medley gibt’s: „Girls Just Want to Have Fun“, „Every Breathe You Take“ und sowas. Auf einmal summen alle „Don’t Worry Be Happy“. Im Publikum sieht man alle: BASF-Konzert-Abonnenten, Kinder, Blechbläser und einfach Neugierige. Ziemlich laut ist’s, sagen einige in der Pause. Stimmt. Wollte man im Programm einen Kritikpunkt finden, wäre es die Forte-Dauerbeschallung der ersten fünf Reihen. Aber sie machen eben Stimmung, die sieben. Die Arrangements sind dabei nicht zwingend auf fetten Sound angelegt. Selten, dass zwei Instrumente parallel geführt werden. Jeder hat seinen individuellen Part, Stimmen gehen ineinander über. Dass Mnozil Brass für einzelne Projekte immer wieder mit Regisseuren zusammenarbeitet merkt man. 2013 etwa, zum 200. Richard-Wagner-Geburtstag, spielten und schauspielten sie im Auftrag der Stadt Bayreuth ein dem Meister gewidmetes Programm. Komödiantischer Drahtseilakt unter Hardcore-Wagnerianern. Hier in Ludwigshafen setzen sie Pantomime und Gestenspiel ein, um musikalische Inhalte zu überzeichnen. Am Ende gibt’s zünftige Blasmusik. Selbst damit lässt sich ein Feierabendhaus-Publikum begeistern.

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