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Königstransfer: Stefan Salger (am Ball) von den Eulen Ludwigshafen gegen Gummersbach.
Königstransfer: Stefan Salger (am Ball) von den Eulen Ludwigshafen gegen Gummersbach.

Er ist der Mann, der den Unterschied ausmachen kann. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Jannek Klein rückt er noch mehr als sonst in den Mittelpunkt. Stefan Salger, zuletzt gegen Lübeck-Schwartau mit zwölf Toren Player of the Match, darf sich diesmal auf den Rat Jannek Kleins freuen.

Es ist die längste Anreise. 743 Kilometern trennen Zweitligist Eulen Ludwigshafen vor dem letzten Auswärtsspiel 2021. Die Ausfahrt heißt Rostock. Dort treffen sie (Mittwoch, 19 Uhr) auf das Aushängeschild der ehemaligen DDR, den Handballclub Empor Rostock. Nach dem hart umkämpften 29:26 (13:14) gegen den VfL Lübeck - Schwartau will die Mannschaft von Trainer Ceven Klatt, die am Dienstagvormittag nach dem Abschlusstraining gegen 11 Uhr aufbrach, die nächsten beiden Zähler einfahren und ihre Erfolgsserie fortsetzen.

Die aufgestiegene Mannschaft von Trainer Till Wiechers, ist die Mannschaft der Stunde. In den letzten vier Partien behielt sie die Oberhand und feierte am Samstag in Hüttenberg ein 34:27. Dazu gilt Rostock als äußerst heimstark. Nur gegen Bietigheim und Hamm-Westfalen gab es keine Punkte, ansonsten 13:5 Punkte. Auf dem sechsten Platz wurden bisher die Erwartungen übertroffen.

Drei Verstärkungen

„Rostock, das ist das schwerste Auswärtsspiel überhaupt“, so Eulen-Trainer Klatt. „Es ist eine Mannschaft, die seit Jahren so zusammen ist, unheimlich gut eingespielt ist.“ Am Kreis kamen Jonas Thümmler (HC Elbflorenz) und Christian Wilhelm (Bayer Dormagen) dazu, mit Richard Lößner (SC Magdeburg II) ein Rechtsaußen.

„Rostock spielt praktisch über die ganze Zeit mit dem siebten Feldspieler. Sie sind im Angriff immer einer mehr, man verteidigt praktisch immer gegen zwei“, sagt der Eulen-Coach, der Rostock auch sehr variabel in der Deckung arbeiten sieht: „4:2 oder auch 3:3 – sie spielen einen unorthodoxen Handball.“

Klatt erwartet von seiner Mannschaft, dass sie auch auswärts „mit der Leidenschaft und Präsenz verteidigt“, wie das zuletzt daheim immer besser funktionierte. Klatt: „Über die Abwehr ins Tempospiel kommen, das müssen wir auch auswärts besser hinbekommen“. Um die nächsten Punkte zu sichern, müssen sich die Eulen gegenüber der letzten Partie deutlich steigern. Es lief nicht alles rund, aber die Eulen zeigten viel Herz und große Leidenschaft und wurden dafür auch belohnt. Auch weil Stephan Salger, der 2,07 Meter große Linkshänder nach dem Ausfall von Jung-Nationalspieler Henrik Wagner noch mehr Verantwortung übernahm. Zwölf Treffer steuerte der Linkshänder bei, macht bei 15 Versuchen das Dutzend voll und steigert seine Trefferquote auf 62. Dabei ging der 25-Jährige in den ersten drei der 14 Spiele nach seiner Rückkehr leer aus. „Stefan Salger muss man heute hervorheben, er hat überragend gespielt und seine Qualität gezeigt“, lobte Trainer Ceven Klatt.

Der gebürtige Allgäuer, der schon gegen Nordhorn-Lingen in letzter Sekunde den Siegtreffer sowie gegen Elbflorenz und Ferndorf noch mit dem letzten Torwurf den Ausgleich sicherte, gilt als der Königstransfer. Aber Salger ist keiner, der sich in den Vordergrund schiebt. Im Gegenteil: Er lobt immer wieder das Kollektiv.

„Ich muss auch meine Mitspieler loben. Sie haben mich gut eingesetzt und mir das Vertrauen geschenkt“, sagte Salger. Er zeigt sich bescheiden, ganz Teamspieler, da ist bei allem Stolz auf einen Sahnetag vor allem auch Demut. Stefan Salger: „Natürlich ist es ein gutes Gefühl nach so einem Abend. Aber ich hab’ es ja immer gesagt – das macht die Eulen aus und macht sie besonders!“

Deshalb schließt der Allgäuer auch den nächsten Coup in Rostock nicht aus. Denn es ist auch für den Gastgeber wieder die ungewohnte Kulisse. Denn diesmal dürfen keine Zuschauer in die Halle. Aber Salger kann sich so manchen Rat von Jannek Klein geben lassen. Gleich sieben Akteure sowie Trainer Wiechers kommen aus dem Nachwuchszentrum der SG Flensburg-Handewitt, aus dessen Talentschuppen auch Klein stammt.

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