Ludwigshafen Einen schlauen Fuchs für die Hausaufgaben
«Mutterstadt.» „Ich stehe auf die Macht der Bücher“ ist das Motto des Lesesommers 2018 in Rheinland-Pfalz. Die hat auch den siebenjährigen Marius Weinzierl erfasst. Während der Aktion geht er fast täglich in die Gemeindebücherei Mutterstadt, um sich mit Lesestoff zu versorgen. Sein empfiehlt „Die Schule der magischen Tiere“ von Margit Auer. In der Buchreihe werden Tiere zu wahren Kameraden und sogar zu Hausaufgabenhelfern.
„Die Schule der magischen Tiere“ ist ein ungewöhnliches Buch. Es ist ein Sammelsurium aus Bilder- und Textgeschichten, die gelegentlich durch Gedichte unterbrochen werden. Der angehende Drittklässler findet Comics derzeit am besten – und da passt dieses Buch genau ins Beuteschema. „Es ist das erste, das ich ganz alleine gelesen habe“, verrät Marius und ist schon ein bisschen stolz auf sich. Marius ist ein Beispiel dafür, dass der Lesesommer seine besondere Wirkung auf die Kinder und Jugendlichen hat. Landesweit nahmen laut des Landesbibliothekszentrums im vergangenen Jahr etwa 20.000 junge Leser teil. Es ist vor allem das Leuchten der Kinderaugen, das sich zeigt, wenn sie über ihre Buchhelden berichten. Wie bei Marius, der beim Erzählen wieder ganz in sein jüngstes Leseabenteuer eintaucht und detailreich über die magischen Tiere berichtet: Etwa vom Fuchs Rabbat, von der Schildkröte Henrietta, vom Streifenhörnchen Leonardo oder vom Pinguin Jo. „Der kommt aus der Antarktis“, ergänzt Marius. Ihre Gemeinsamkeit: Sie alle können sprechen und stammen aus einer magischen Zoohandlung. Im ersten Band der beliebten Bestseller-Reihe erfahren die kleinen Leser, wie alles begann, also wie die tierischen Helden und die Kinder zusammenfanden. Zum Beispiel, dass Ida neu an der Schule war und sich unwohl fühlte und darum den treuen Fuchs Rabbat zur Seite gestellt bekam. Ob Marius auch gerne solch ein magisches Tier hätte? „Ja, klar.“ Rabbat der Fuchs ist sein Favorit. „Dem könnte ich all meine Geheimnisse verraten“, sagt er und lacht. Und worin liegt die eigentliche Magie der Tiere? „Die helfen ihren Besitzern“, erzählt der Grundschüler. Rabbat beispielsweise hilft Ida bei ihren Hausaufgaben. Das ist wahrscheinlich nicht nur für Marius ein absoluter Traum, auch wenn er eigentlich weiß, dass das ein bisschen unfair den anderen gegenüber wäre. „In den Büchern ist aber auch Wahres drin“, erzählt er weiter und meint die Tiersteckbriefe im Buch, die Fakten über die tierischen Helden vermitteln. So erfahre man hier über Leonardo, die Schildkröte, dass ihr Panzer sie sehr gut schütze. Und das sei ja schließlich wahr. Marius nimmt zum zweiten Mal am Lesesommer teil. Er könne sich vorstellen, diesmal zwölf Bücher zu lesen. Viele neue Geschichten und Abenteuer entdecken und hoffentlich etwas gewinnen, das sind die Gründe, warum er wieder mitmacht. Marius rechnet sich diesmal gute Gewinnchancen aus und hofft auch, dass seine Klasse einen Preis ergattert. Freikarten für das Mutterstadter Schwimmbad Aquabella würden ihn besonders freuen. Doch Marius sieht man nicht nur während der Lesesommer-Aktion in der Bücherei. Er sei mach auch immer wieder bei den Bücherfressern dabei, die sich einmal im Monat in der Bücherei treffen, freut sich Bibliotheksleiterin Birgit Bauer. Dabei wird immer ein Buch vorgestellt und anschließend gebastelt. Als begeisterter Jungleser ist er auch in der Schule gut im Lesen: „Ich bin fast der beste Leser der Klasse“, erzählt er stolz. Vielleicht kommt seine Leseleidenschaft ihm eines Tages zugute. Marius will mal Musiker werden – und gute Songschreiber fallen ja nicht vom Himmel. Sein absolutes Lieblingsbuch ist jedoch aus einer anderen Buchreihe, aus den „Drei Fragezeichen Kids“. Es ist der Band „Das gefährlichste Buch der Welt“. Lesezeichen: „Die Schule der Magischen Tiere“ von Margit Auer, Band 1, Carlsen-Verlag, 2013, gebundene Ausgabe, 208 Seiten, 9,99 Euro, Altersempfehlung: acht bis elf Jahre.