Ludwigshafen Eine Liga ohne Akzeptanz

LUDWIGSHAFEN. Steht die Faustball-Verbandsliga Pfalz vor dem Aus? Sechs der acht Mannschaften kommen aus Ludwigshafen. Viele Klubs wollen nicht aufsteigen. Es ist eine vertrackte Situation. Am Wochenende fand der einzige Spieltag statt. Aus Ludwigshafen spielen der TB Oppau, TSV Ludwigshafen und TuS Oggersheim mit.

Maxdorf

, Limburgerhof, Rheingönheim, Landau, Edigheim, Frankenthal, Altrip und viele mehr – Faustball wurde früher in zahlreichen Kommunen gespielt. Das gehört der Vergangenheit an. In der Pfalz gibt es mittlerweile nur noch wenige Vereine, die die Randsportart intensiv ausüben. Ludwigshafen mit seinem Zweitligisten TB Oppau und Tiefenthal mit seinem Bundesligisten sind die zwei Hochburgen. Ein Grund für den schleichenden Niedergang dieser Sportart könnte das zwischenzeitlich geänderte Ligasystem sein. Früher war beispielsweise die Verbandsliga der direkte Unterbau der Bundesliga. Darunter gab es die A- sowie die Gau-Klasse. Derzeit ist die Verbandsliga die dritte Liga – und die niedrigste zugleich. Nur noch acht Mannschaften bestreiten die Saison. Allein drei Teams stellt der TB Oppau, der TSV Ludwigshafen folgt mit zwei und der TuS Oggersheim tritt mit der M45-Mannschaft an. Die ehemaligen Bundesligaspieler aus Oggersheim nutzen die Verbandsliga, um sich auf die westdeutschen und deutschen Meisterschaften in ihrer Altersklasse vorzubereiten. Obwohl das Team mehrmals Meister wurde, verzichtete es auf einen Aufstieg. „Der Aufwand wäre zu groß. Die langen Fahrten müssen in unserem Alter nicht mehr sein“, erklärt Armin Klamm, Trainer des TuS Oggersheim und TSV Ludwigshafen, die Zielsetzung des TuS. Auch der TSV würde nicht aufstiegen wollen, betont Klamm. „Wir haben in der zweiten Liga genug Lehrgeld bezahlt. Von daher ergibt ein Aufstieg für uns keinen Sinn“, sagt Klamm. Der TSV würde derzeit aber auch nicht die Anforderungen für die zweite Liga erfüllen. Denn die Deutsche Faustball-Liga schreibt vor, dass jeder Zweitligist Jugendmannschaften und Schiedsrichter stellen muss. Wer das nicht kann, muss Strafe zahlen. Die TSG Tiefenthal und der TB Oppau erfüllen die Kriterien, doch Oppaus Trainer Matthias Bog sieht die Zeit für eine weitere Mannschaft in der zweiten Liga noch nicht gekommen. „Die Verbandsliga ist sportlich betrachtet zwei Klassen schlechter als die zweite Bundesliga. Um die Aufstiegsspiele zu schaffen und sich anschließend auch in der Liga halten zu können, sind wir mit den jungen Spielern noch nicht soweit“, sagt Bog. Einziger positiver Aspekt an der Verbandsliga ist für Bog die Tatsache, dass er „problemlos eigene Jugendspieler oder sogar ganze Jugendmannschaften ins kalte Wasser werfen kann, ohne sie zu deprimieren“. Eine Zwischenliga, wie früher die Gau-Klasse, würde dem pfälzischen Faustball gut tun. Darin sind sich alle Beteiligten einig. Doch dafür fehlen die Spieler. Eine Lösung könnte der Schulsport sein. „Im Norden ist Faustball fest in den Schulsport integriert. Dadurch konnte beispielsweise der Ahlhorner SV 30 Mannschaften stellen“, erläutert Klamm, was möglich wäre, wenn alle an einem Strang ziehen würden. Für Matthias Bog ist das Zukunftsmusik. Die Wirklichkeit sieht nämlich düster aus. „Man präsentiert sich einfach nicht richtig. Mit gerade einmal drei Jugendmannschaften in Ludwigshafen sehen sich die Sportfachschaften zu Recht nicht genötigt, Faustball in den Schulsport aufzunehmen“, ärgert er sich.

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