Ludwigshafen Eine eingeschworene Truppe

LUDWIGSHAFEN. Die Faustball-Senioren des TuS Oggersheim zeigen auch im fortgeschrittenen Sportleralter, dass sie nichts verlernt haben. Trotzt des nach wie vor spürbaren Ehrgeizes kommt der Spaß bei der eingeschworenen Gemeinschaft nicht zu kurz.

Wenn man auf die acht Faustball-Senioren der TuS Oggersheim trifft, findet man eine offene, aufgeschlossene und witzige Gruppe vor. Udo Reis, Armin Klamm, Frank Mattern, Hagen Appel, Jürgen Peschek, Arved Kraus, Peter Fromm und Harald Kerz spielen in der M45 des Turn- und Sportclubs. Und das ziemlich erfolgreich: Beim letztjährigen Turnfest, das in der Metropolregion Rhein-Neckar stattfand, gewann Oggersheim eindrucksvoll. Auch bei den westdeutschen M45-Meisterschaften holten die Senioren ohne Niederlage den Titel. Doch diese Erfolge kommen nicht von ungefähr. Das Faustballspielen liegt ihnen im Blut. Die Männer spielen überwiegend seit der Jugendzeit erfolgreich zusammen, verbrachten fast 15 Jahre gemeinsam in der Ersten oder Zweiten Bundesliga und sind somit ein eingeschworener Haufen. Lediglich Arved Kraus, der lange Zeit in der Ersten Bundesliga für Offenburg auflief und jetzt in Mannheim wohnt, ist ein „Zugang“. Da der Faustballsport recht übersichtlich ist und die Sportler auch gerne von einer großen Faustballfamilie sprechen, war Kraus schon im Vorfeld kein Unbekannter. Die Integration verlief dementsprechend reibungslos. „Unsere Gruppe ist nie ruhig“, signalisiert Kraus mit einem Augenzwinkern, dass sich die Herren auch außerhalb des Sportplatzes gut versteht. „Es geht bei uns ja nicht nur um den Faustball, sondern auch um die Gemeinschaft“, machte Klamm deutlich, worauf die TuS-Akteure neben dem Ehrgeiz ihren Schwerpunkt gelegt haben. So sind gemeinsame Unternehmungen wie Fahrradtouren, Badmintonturniere oder Fußballgolf keine Seltenheit. Ein größerer Ausflug nach Mallorca war auch dabei. „Das diente natürlich überwiegend der sportlichen Vorbereitung“, sagte Mattern mit einem verschmitzten Lächeln. Es sei schade, dass die TuS-Senioren die einzige Mannschaft der Pfalz in ihrer Altersklasse sind. Um dennoch sportlich in Form zu bleiben, spielen sie in der Verbandsliga der Herren mit. Nach zahlreichen ersten Plätzen in der Vergangenheit sprang in der abgelaufenen Runde ein dritter Rang heraus. Ambitionen nochmals in der Zweiten Bundesliga zu spielen, haben die Oggersheimer aber nicht. „Der Aufwand wäre einfach zu groß. Das viele und lange Fahren muss nicht mehr sein. Außerdem muss man eine hohe Strafe zahlen, wenn man Zweite Bundesliga spielen will, aber selbst keine Jugendmannschaft hat“, erklärte Reis, der gleichzeitig als Abteilungsleiter fungiert. Die Ziele sind momentan andere. Der westdeutsche Meistertitel berechtigt die Senioren, bei der deutschen M45-Meisterschaft in Duisburg teilzunehmen. Obwohl sich alle auf das Ereignis freuen, zuckt die Gruppe bei dem Gedanken an die unausweichlich kommenden Nachwehen zusammen. „Diese zwei Tage Belastung steckt man in unserem Alter nicht mehr so leicht weg. Da werden viele nach der Deutschen Meisterschaft eine Woche brauchen, bis sie wieder halbwegs krabbeln können“, verriet Reis. „Solange uns unsere Knochen tragen“, antwortete Klamm wie aus der Pistole geschossen auf die Frage, wie lange die Senioren eigentlich noch zusammenspielen wollen – gefolgt von einem einheitlichen Kopfnicken seiner Teamkollegen.

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