Ludwigshafen Eine Chance auf Ausbildung

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Im Programm „Start Integration“ für Flüchtlinge hat die BASF gemeinsam mit ihren Partnern im Ausbildungsverbund vor einem Jahr Spracherwerb und Berufsorientierung kombiniert. Zum kleinen Jubiläum wurde die Zahl der Praktikumsplätze um 150 Stellen und im Programm „Start in den Beruf“ um 100 Plätze erweitert. Nach den Erfahrungen aus dem ersten Jahr wurde außerdem das Programm „Pre-Start“ mit 50 Plätzen vorgeschaltet. Gestern hat die BASF Bilanz gezogen.

Gemessen an Zahlen lasse sich der Erfolg des Berufsintegrationsprojekts für Flüchtlinge nicht messen, sagte Matthias Flick als Leiter des Ausbildungsverbundes. 53 junge Menschen, 51 Männer und zwei Frauen, haben die Vorbereitung auf einen Ausbildungsplatz seit Oktober 2015 durchlaufen. 21 Teilnehmer befinden sich mittlerweile in einer Folgestufe, acht Personen sind vorzeitig ausgeschieden, weil sie sich auf eigene Faust um einen Arbeitsplatz bemüht hatten. Zwei Teilnehmer wurden in Ausbildungsplätze vermittelt, zählte Flick auf. „Diese Zahlen hören sich vielleicht gering an, aber sie sind beeindruckend, wenn man bedenkt, womit wir in dieser Zeit alles zu kämpfen hatten“, betonte Beatrix Schnitzius, Leiterin der Agentur für Arbeit in Ludwigshafen. Es sei zunächst einmal schwer gewesen, die zugesagten 50 Integrationsplätze überhaupt zu füllen, bekannte Richard Hartmann als Ausbildungsleiter der BASF. Deshalb wurde das Netz des Ausbildungsverbundes aktiviert, wurden Arbeitsagentur, die Handwerkskammer und auch die Metropolregion mit ins Boot geholt. Mit Erfolg, sagten Schnitzius und Ralf Hellrich als Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer der Pfalz. „Wir haben aus einer anfangs wackligen Hängebrücke Stück für Stück immer weiter ein tragfähiges Netzwerk geknüpft“, so Schnitzius. Und die Männer, die davon profitieren, arbeiten nur wenige Meter entfernt. Zum Großteil sind es alleinstehende Männer im Alter zwischen 18 und 30 Jahren. So wie Alireza aus Afghanistan. „Ich will Metallbauer werden“, sagte der 17-Jährige, der gerade mit viel Akribie einen Metallblock feilte. Mehrere Berufe hatte er in dem Programm kennengelernt. „Ich hatte Praktika als Maler, Elektriker und als Metallbauer“, erzählte er. Gemeinsam mit seinem Kumpel wohnt er mit zehn Jugendlichen in einer Unterkunft in Mutterstadt. Sein Freund habe ebenfalls eine Stelle hier erhalten und probiere sich in verschiedenen Berufen aus. „Das ist ein wichtiger Baustein, weil die Berufsbezeichnungen in den Herkunftsländern sich oft von unseren Ausbildungsberufen unterscheiden“, erklärte Flick. So auch bei Hosein, der vor eineinhalb Jahren aus Afghanistan nach Ludwigshafen kam. In den ersten sechs Monaten hatte der 23-Jährige sich viel mit den angebotenen Sprachkursen beschäftigt. Mit Erfolg, er spricht ganz gut Deutsch. „Ich habe zu Hause als Schweißer gearbeitet, und der Betrieb, in dem ich gerade ein Praktikum mache, hat mir in diesem Bereich einen Arbeitsplatz angeboten, wenn dieses Programm zu Ende ist.“ Ob er das Angebot annimmt, weiß er noch nicht. „Ich könnte auch erst eine Ausbildung zum Industriemechaniker machen.“ Auf das „Start“-Netz von BASF und Ausbildungsverbund hofft auch Mohamed aus Somalia. „Ich bin nicht so gut in Mathe“, sagte der 18-Jährige, „aber ich möchte gerne Straßenbauer werden.“ Auch er erhält über das Aktionsprogramm seine Chance. „Wir wollen langfristig zu einem Prozess kommen, der einer dualen Ausbildung gleichkommt“, sagte Ralf Hellrich über die verschiedenen Bausteine der Hilfsangebote. Mit der BASF sei dabei ein zuverlässiger Partner mit im Boot. „Das Angebot ist sehr betreuungsintensiv, und vor allem die Sprachkenntnisse sind entscheidend. Aber der Aufwand lohnt sich“, versicherte Matthias Flick.

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