Ludwigshafen Ein paar Unentschieden zu viel

LUDWIGSHAFEN

. Trotz dieser positiven Aspekte fällt die Bilanz zwiespältig aus. Auf der einen Seite stehen die nackten Zahlen. „Wir haben unser Ziel, unter die ersten Fünf zu kommen, erreicht. Platz vier ist ein super Ergebnis und Lohn für eine unter dem Strich starke Leistung“, sagt Trainer Thomas Fichtner. Die Arminia holte zum dritten Mal in Folge mehr als 50 Punkte (51), schoss zusammen mit Meister FK Pirmasens und Aufsteiger Hertha Wiesbach die meisten Tore (62) und war ab dem vierten Spieltag immer zwischen Rang drei und sechs platziert. Nach dem Aufstieg hat sich der FCA auf Anhieb einen Stammplatz im ersten Drittel gesichert. Abstiegsangst kennt die Arminia nur vom Hörensagen. Das war nach dem Aufstieg 2011 in der Form nicht zu erwarten. In allen drei Jahren hatten die Schwarz-Weißen mit dem Abstiegskampf so viel zu tun wie der SC Freiburg mit der Deutschen Meisterschaft. „Wenn uns vor der Runde einer gesagt hätte, dass wir fast bis zum letzten Spieltag eine Chance auf Platz zwei haben, hätte jeder unterschrieben“, ergänzt Sportchef Markus Impertro. Die Vizemeisterschaft ist deshalb so interessant, weil der Tabellenzweite erstmals um den Regionalliga-Aufstieg spielte. Südwest-Vize FSV Salmrohr scheiterte jedoch am FC Nöttingen. Auch Impertro spricht insgesamt von einer guten Spielzeit. Dennoch hat die Arminia aus ihren Möglichkeiten zu wenig gemacht. In dieser Runde war viel mehr drin. Es war relativ leicht, den zweiten Platz zu erreichen, weil außer Pirmasens keine Mannschaft konstant spielte. Der Aufstieg als Vizemeister dürfte in den kommenden Jahren schwieriger werden, da in dieser Saison wegen des Verzichts des Vertreters aus Hessen nur zwei Vereine konkurrierten. „Das Flair eines Aufstiegsspiels hätten wir gerne mitgenommen. Es wäre auch eine gute Erfahrung für die Spieler gewesen“, bedauert Impertro. Für das Verfehlen des zweiten Platzes gibt es mehrere Gründe. „Die Liga war ausgeglichen wie nie. Das zeigen schon die Punktestände der Abstiegskandidaten“, nennt Fichtner einen. Um nach dem letzten Spieltag gesichert zu sein, waren 40 Zähler nötig, eine ungewöhnlich hohe Zahl. Selbst der Tabellenletzte holte 37 Punkte. „Man kann gegen jede Mannschaft straucheln, weil die Leistungsdichte unglaublich hoch ist“, erklärt der Coach. Mehr als in anderen Spielklassen hat die Tagesform in der Oberliga eine entscheidende Bedeutung. Nach einem guten ersten Saisonabschnitt bis zur Winterpause (Punkteschnitt 1,75) brach die Arminia im Frühjahr regelrecht ein. Von 14 Begegnungen wurden nur drei gewonnen, die Bilanz (drei Siege, sieben Unentschieden, vier Niederlagen) ist negativ. Die Punktausbeute sank auf 1,14 pro Partie. „Die vielen Unentschieden haben uns eine bessere Platzierung verdorben“, ärgert sich Fichtner. Vier Punkteteilungen gegen Abstiegskandidaten in Folge waren entscheidend dafür, dass es nicht für Platz zwei reichte. „In etlichen Spielen haben wir in der Schlussphase durch unkonzentriertes Verhalten Punkte liegen lassen“, spielt Impertro auf die Partien in Rossbach, gegen Saarbrücken und gegen Völklingen an, als der FCA wegen später Gegentore die Siege aus der Hand gab. „Unsere Chancenverwertung war diese Runde verbesserungswürdig, die Abgeklärtheit hat oft gefehlt und wir waren in der Vorwärtsbewegung zu schludrig, was zu vielen einfachen Gegentoren geführt hat“, verdeutlicht der Coach. Zudem sind der Arminia im zweiten Saisonteil Leichtigkeit, Unbekümmertheit, Frische und manchmal auch das Tempo im Aufbauspiel verloren gegangen. Spieler der Saison war zweifellos Daniel Eppel. Er kam auf die meisten RHEINPFALZ-Bestnoten (17), gefolgt von Pietro Berrafato (10) und Steffen Burkhard (9). „Daniel hat eine tolle Entwicklung genommen“, sagt der Sportchef und auch Fichtner ist voll des Lobes: „Er ist mit seiner Laufbereitschaft, seinem Engagement und Siegeswillen zu einer Persönlichkeit und einem Führungsspieler gereift.“ Der 26 Jahre alte defensive Mittelfeldspieler erzielte auch die meisten Tore (8). „Das liegt daran, dass ich an meinem Torabschluss gearbeitet habe und wir im Sturm oft rotiert haben“, erklärt Eppel das Phänomen. Zweiter in der vereinsinternen Torschützenliste wurde Marc Thau (7) – der positiven Überraschung schlechthin – vor Kai Müller, Steffen Litzel (je 6), Pietro Berrafato und Jens Leithmann (je 5). Von den 27 eingesetzten Spielern machten Steffen Burkhard, der keine Minute verpasste, Peter Klug, Eppel und Erik Rehhäußer alle Spiele mit. Es folgt Kai Müller mit 30 Einsätzen. Die meisten Scorerpunkte (Tore und Vorlagen) gab es für Eppel, Erik Rehhäußer und Tim Amberger (je 13), dahinter kommt Thau (10). Der Zuschauerschnitt liegt wie im Vorjahr bei 267 Besuchern. Die meisten kamen gegen Pirmasens (600) und Neunkirchen (450). In der Fair-Play-Tabelle rutsche die Arminia mit vier Roten und fünf Gelb-Roten Karten auf Rang 15 ab.

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